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Analysen - Nebenwerte
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01.08.2007
Balda baldiger Kurssprung?
DaxVestor
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www.optionsscheinecheck.de
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Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "DaxVestor" analysieren für die Anleger, wie sie intelligent auf einen Turnaround der Balda-Aktie (ISIN DE0005215107/ WKN 521510) setzen können.
Ziemlich heftig sei es im Juli beim Traditionsunternehmen Balda zur Sache gegangen. Die Aktie habe in der Spitze 36 Prozent an Wert verloren, obwohl Balda als Zulieferer der Touch-Screens für das Apple iPhone gut da stehe, wie schon lange nicht mehr. Dies habe zwei Großaktionäre auf den Plan gerufen, die aus ihren Absichten kein Hehl machen würden: Balda solle zerschlagen werden, um verborgene Werte zu heben.
Die westfälische Balda AG sei ein Traditionsunternehmen mit einer hundertjährigen Geschichte. Als Hersteller von Handy-Schalen betreibe man allerdings ein sehr unspektakuläres Geschäft, das zudem in der Vergangenheit durch Gewinnwarnungen, die BenQ-Pleite und einen massiven Stellenabbau negative Schlagzeilen gemacht habe. Auch bei Balda habe man erkannt, dass man das Unternehmen auf zukunftsträchtigere Bereiche ausbauen müsse. Aus diesem Grund hätten die Westfalen die chinesische Joint Venture TPK gegründet, das das technologische Standbein des Balda-Konzerns werden sollte. Zwar gebe es keine offizielle Stellungnahme, doch sei es kein Geheimnis, dass TPK für Apples iPhone die Touch-Screens beisteuere.
Halte man sich vor Augen, dass Apple bis Ende 2008 10 Mio. iPhones absetzen wolle, sei das ein gewaltiges Potenzial, selbst wenn diese Prognose etwas zu optimistisch sein dürfte. Damit werde Baldas Problem deutlich. Obwohl der Konzern mittlerweile ein High-Tech-Unternehmen sei, habe er an der Börse das Image eines Langeweilers. Dementsprechend niedrig sei die Bewertung der Aktie - und hier würden die beiden US-Großaktionäre Audley Capital und Guy Wysser-Pratte ins Spiel kommen. Sie würden dem Unternehmen vorrechnen, wie dessen Wert für die Aktionäre deutlich gesteigert werden könne: durch eine Aufspaltung des Unternehmens oder zumindest eine teilweise Trennung von TPK. Die Hauptversammlung, die am 9. August in Bielefeld stattfinden solle, dürfte turbulent werden.
Die beiden US-Investoren würden vor allem das unklare Erscheinungsbild kritisieren, das Balda an der Börse liefere. TPK solle an die NASDAQ oder an eine asiatische Börse gebracht werden, so der Vorschlag der Balda-Großaktionäre. Das Handy-Schalengeschäft werde an der Börse nur halb so hoch bewertet wie das High-Tech-Geschäft mit Touch-Screens stehe in dem Brief, den die beiden Investoren an das Balda-Management geschrieben hätten. Der Balda-Konzern (inkl. TPK) werde derzeit mit rund 391 Mio. Euro an der Börse bewertet. TPK alleine, so die Rechnung von Audley und Wysser-Pratte, würde an der Börse als eigenständiges Unternehmen bis zu 650 Mio. Euro wert sein. Selbst wenn Balda also nur einen Teil von TPK an die Börse bringen würde, könnten liquide Mittel in großer Höhe eingesammelt werden.
Dass es den beiden Investoren ernst sei mit ihren Forderungen, würden sie in ihrem Brief, der dem Handelsblatt vorliege, keinen Zweifel lassen. Guy Wysser-Pratte eile ein Ruf als Vorstandsschreck voraus, der es auch mit relativ kleinen Beteiligungen verstehe, Einfluss zu nehmen. Bestes Beispiel sei die IWKA, wo auf Druck von Wysser-Pratte fünf Vorstände und der halbe Aufsichtsrat hätten gehen müssen. Auch IWKA, die die Experten seinerzeit ebenfalls im "DaxVestor" vorgestellt hätten, sei grundlegend umgekrempelt worden. Der Aktienkurs des als Kuka firmierenden Unternehmens habe seitdem um über 100 Prozent angezogen. Mit Spannung könne daher die Hauptversammlung bei Balda erwartet werden. Bislang gebe es von Vorstand oder Aufsichtsrat noch keine Stellungnahme.
Aus fundamentaler Sicht sei der Kursverfall bei Balda nicht nachzuvollziehen. Dennoch sollte man im gegenwärtigen Marktumfeld Vorsicht walten lassen.
Im "DaxVestor" analysieren die Experten für die Anleger, wie sie intelligent auf einen Turnaround der Balda-Aktie setzen können. (Ausgabe vom 31.07.2007) (01.08.2007/ac/a/nw)
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