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Analysen - Nebenwerte
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18.10.2007
Capital Stage kaufen
SES Research
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Torsten Klingner, Analyst von SES Research, stuft die Aktie von Capital Stage (ISIN DE0006095003/ WKN 609500) weiterhin mit "kaufen" ein.
Die Private-Equity-Gesellschaft Capital Stage (CS) habe einen Vertrag über den Erwerb von 39% an der Inventux Technologies AG bekannt gegeben. Zum Kaufpreis seien keine Angaben gemacht worden.
Die im Frühjahr 2007 gegründete Inventux entwickele und produziere siliziumbasierte Dünnschicht-Solarmodule. Das Unternehmen werde in den kommenden Monaten rund EUR 49 Mio. in den Aufbau einer Produktionslinie zur Herstellung von mikromorphen Tandemmodulen in Berlin mit einer jährlichen Spitzenleistung von 33 MW investieren. Ein nicht unerheblicher Teil der Investitionen werde durch verschiedene Fördermittel gedeckt (SESe 30 bis 40%).
Ab Herbst 2008 sollten jährlich 275.000 Solarmodule produziert werden. Zudem sei in einem zweiten Schritt die Erweiterung auf 100 MW geplant. Das Managementteam verfüge über langjährige Erfahrung im Solarbereich, u. a. durch verschiedene leitende Positionen bei Schüco Solar.
Als Ausrüster der Produktionsanlagen habe die Oerlikon Solar, einer der weltweit führenden Anbieter von Lösungen für Silizium-Dünnschicht-Solarmodule, gewonnen werden können. Oerlikon errichte für den Referenzkunden Inventux eine der ersten Produktionsanlagen für mikromorphe Tandemzellen.
Die Vorteile von siliziumbasierten Dünnschichtmodulen gegenüber der klassischen Silizium-Wafer-Technologie seien ein deutlich geringerer Rohstoffverbrauch (der Verbrauch von Silizium in Kilogramm/KW sei um den Faktor 50 geringer als bei kristallinen Zellen) sowie geringere Produktionskosten (im Gegensatz zur kristallinen Technik werde zur Produktion weniger als die Hälfte an Primärenergie benötigt; die Produktionskosten pro KW seien ca. 20 bis 30% niedriger - 3 bis 4 Produktionsschritte weniger).
Im Vergleich zu amorphen Dünnschicht-Solarmodulen der ersten Generation würden mikromorphe Dünnschicht-Solarmodule Wirkungsgrade von über 10% anstatt von ca. 6% erreichen. Gegenüber Cadmium-Tellurid-Dünnschicht-Solarmodulen seien die eingesetzten Materialien und Herstellungsprozesse nicht-toxisch und ökologisch unbedenklich.
Der Photovoltaikmarkt werde in den nächsten Jahren mit Raten von mindestens 20% wachsen. Im Dünnschichtbereich sollten diese Raten noch übertroffen werden. Derzeit betrage der Anteil der Dünnschichtmodule nur 8%. Bis Ende 2010 werde erwartet, dass der Anteil auf ca. 20% steige.
Unter dem Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsgesichtspunkt würden die Analysten davon ausgehen, dass insbesondere die mikromorphe Technologie einen hohen Stellenwert erreichen sollte.
Bei einer Produktionskapazität von 33 MW pro Jahr und von den Analysten geschätzten Verkaufspreisen von EUR ca. 1,50 je Watt könnten in 2009 bei einer Auslastung von 90% rund EUR 45 Mio. an Umsatz erzielt werden. Bei einer EBIT-Marge von ca. 15 bis 20% (2008e: First Solar 22%, ersol 22%, Q-Cells 21%) könnte Inventux in 2009 EUR 7 bis 9 Mio. EBIT erzielen, was einem Nettoergebnis von etwa EUR 4 bis 5 Mio. entsprechen dürfte.
Auf Basis eines KGV-Multiplikators von 20 (Peer Group 2008e: 29, First Solar 2009e: 52) würde sich ein Unternehmenswert von EUR 80 bis 100 Mio. ergeben (39% EUR 31 bis 39 Mio.). Durch die Bewertungsunterschiede zwischen den Kaufpreisen bei Frühphasenbeteiligungen und dem professionellen börsennotierten Kapitalmarkt würden die Analysten von einem deutlich niedrigeren Kaufpreis ausgehen.
Mit dem neuen Deal bestätige CS die klare Investitionsstrategie mit Fokus auf den dynamisch wachsenden Bereich der erneuerbaren Energien. CS beteilige sich an einem aussichtsreichen Unternehmen mit einer vielversprechenden neuen Technologie in der Photovoltaikindustrie. Mit der Kombination aus dem erfahrenen Inventux-Management und dem namhaften Partner Oerlikon, der über das erforderliche Ausrüstungs- und Prozess-Know-how verfüge, würden die Analysten Inventux auf gutem Wege sehen, ab Herbst 2008 innovative mikromorphe Silizium-Dünnschicht-Solarmodule zu produzieren.
Der größte Werthebel werde der angestrebte Proof of Concept im industriellen Maßstab im Rahmen des geplanten Kapazitätsausbaus auf 100 MW sein. Mit der dann wahrnehmbaren Größe im Dünnschicht-Bereich hätte Inventux auch die Börsenreife erreicht (Dünnschicht-Solarmodulkapazität von First Solar: 210 MW, Marktkapitalisierung EUR 7,7 Mrd.).
Die Analysten würden das Wertsteigerungspotenzial der Inventux-Beteiligung in den kommenden Jahren sehr hoch einschätzen. Der Newsflow im Zusammenhang mit dem Aufbau der Produktion sollte positiv sein. Aufgrund der Unsicherheit über den vereinbarten Kaufpreis und des Frühphasencharakters würden die Analysten derzeit die Berücksichtigung einer Wertsteigerung für verfrüht halten.
Die Analysten von SES Research bekräftigen ihre Kaufempfehlung für die Capital-Stage-Aktie. Das Kursziel werde bei 2,70 EUR gesehen. (Analyse vom 18.10.2007) (18.10.2007/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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