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Analysen - Ausland
12.11.2001
Enel akkumulieren
Nord LB

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Den Bestand an Aktien der Enel S.P.A. (WKN 928624) aufstocken, dies rät der Wertpapieranalyst Heino Hammann von der Norddeutschen Landesbank.

Enel habe im ersten Halbjahr leicht bessere Ertragszahlen vorlegen können als erwartet. Das EBIT sei auf 2,35 Mrd. Euro gegenüber einem Pro-forma-Vorjahresgewinn von 0,86 Mrd. Euro gestiegen. Auf dieser Pro-forma-Basis sei das EBITDA im Jahresvergleich um 17% auf 4,61 Mrd. Euro gestiegen. Für den um 78% auf 1,53 Mrd. Euro gestiegenen Nettogewinn seien somit nicht nur die deutlich auf 116 Mio. Euro gesunkenen operativen Verluste bei Wind verantwortlich, sondern auch der Verkauf von Kraftwerken. Enel habe im Rahmen des Liberalisierungsprozesses einige Kraftwerke verkauft, was zu außerordentlichen Erträgen in Höhe von 347 Mio. Euro geführt habe. Der Umsatz habe im ersten Halbjahr auf 14,29 Mrd. Euro angezogen.

Das gute Ergebnis sei nicht zuletzt auf Fortschritte im laufenden Sanierungs-Programm zurückzuführen. Die Zahl der Mitarbeiter sei im ersten Halbjahr um 3,5% auf 70.000 gefallen. Bis 2005 sollen nur noch 54.000 Mitarbeiter beschäftigt sein. Positiven Einfluss auf Umsatz und Ertrag hätte auch die neue Mischung aus Strom- und Gasaktivitäten gehabt. Der Anteil des Energiesektors am konsolidierten Konzernumsatz solle von 2000 bis 2005 von 88% auf 49% sinken. Die neuen Bereiche seien dann Telekom sowie der Gas- und Wassersektor.

Nach Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Tato stünden rund 11 Mrd. Euro für Akquisitionen zur Verfügung, wobei man sich zunächst auf den Heimatmarkt konzentriere. In diesem Zusammenhang habe Enel kürzlich 40% des größten privaten Gasversorgers Camuzzi zu einem Preis von 434 Mio. Euro erworben. Bis Ende 2002 bestehe noch eine Option auf den Kauf der restlichen 60 Prozent. Durch die Übernahme nehme der Enel-Gas-Umsatz auf 860 Mio. Euro zu, und der operative Gewinn solle in diesem Jahr bereits 160 Mio. Euro ausmachen. Damit baue das Unternehmen seinen Kundenstamm von 650.000 auf 1,6 Mio. aus. Die Entwicklung zum Multidienstleister mache durch die Verstärkung des wachstumsstarken Gasbereichs große Fortschritte. Die Strommarktliberalisierung sei noch immer im Gange. In diesem Zusammenhang müsse Enel als ehemaliger Monopolist den Marktanteil bis zum Jahre 2003 auf 50% reduzieren.

Die von Vodafone übernommene Festnetzgesellschaft Infostrada sei mit der Telekom-Gesellschaft Wind zusammengegangen, an der Enel 73,4% halten würde. Wind solle im nächsten Jahr an der Börse gebracht werden.

Die Nord LB rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatz in Höhe von 21,59 Milliarden Euro sowie einem Jahresüberschuss (JÜ) von 3,09 Milliarden Euro. Im nächsten Jahr sollen die Erlöse auf 18,36 Milliarden Euro klettern und einen JÜ von 2,116 Milliarden Euro abwerfen.

Vor dem Hintergrund einer weiteren Privatisierungstranche in diesem Jahr entwickelt sich Enel wie geplant zum Multidienstleister. Das Unternehmen hat die Prognose für die EK-Rendite bis zum Jahre 2004 auf 13% erhöht. Da die Kosteneinsparungspläne gut vorankommen, bleiben die Analysten der Nord LB bezüglich den Enel-Aktien bei ihrem Anlageurteil "akkumulieren".



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