|
Analysen - DAX 100
|
05.12.2001
ProSiebenSat.1 Media "reduce"
SEB
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Die Analysten der SEB belassen ihre Einschätzung für die Aktie ProSiebenSat.1 Media AG (WKN 777117) auf "reduce".
Die ProSiebenSat.1 Media AG habe ihre Prognosen für das laufende Geschäftsjahr abermals heruntergenommen. Erst Ende Oktober habe das Unternehmen die bereits zweimal gesenkte Prognose von 4% Umsatzrückgang und 30% Rückgang im operativen Ergebnis bestätigt. Heute gehe ProSiebenSat.1 von einem Umsatzrückgang von 6-7% und einem Rückgang des operativen Ergebnisses von rund 45% für 2001 aus. Grund für diese erneute Gewinnwarnung sei das miserable Geschäft in den Monaten Oktober und November gewesen.
Das Ergebnis der ersten 9 Monate 2001 sei sehr schwach gewesen, so dass das Ergebnis des 4. Quartals die Wende habe bringen müssen (das 4. Quartal sei das wichtigste im Jahr). Diese Hoffnung von ProSiebenSat.1 habe offensichtlich getrogen , so dass man nun auf dem harten Boden der Realität angekommen sei. Und dies bedeute, den Schätzungen der Analysten zufolge, einen Rückgang des Vorsteuerergebnisses um 57% in 2001 im Vergleich zum Vorjahr. Der deutsche Fernsehwerbemarkt werde ihrer Ansicht nach auch 2002 schwach bleiben.
Nachdem 2/3 des vierten Quartals vorüber seien, werde deutlich, dass die deutschen Werbeausgaben sich noch schlechter entwickeln würden als zunächst erwartet. Der deutsche Werbemarkt sollte in diesem Jahr um etwa 7-8% schrumpfen. Obwohl man das ganze Jahr schon mit den Schätzungen unter den jeweils aktuellen Prognosen von ProSiebenSat.1 gelegen habe, sei das Ausmaß des Geschäftseinbruchs im 4. Quartal von den Analysten unterschätzt worden.
Im Oktober seien die gesamten deutschen Fernsehwerbeeinnahmen um 8,6% eingebrochen – die Werbewirtschaft stecke tief in der Rezession. Die Analysten der SEB revidieren ihre Schätzungen für 2001 nach unten und passen auch die Folgejahre entsprechend an. Im nächsten Jahr sei ihres Erachtens noch keine nennenswerte Erholung des Werbemarktes in Sicht, man bleibe daher auch für 2002 skeptisch.
Neben der äußerst schwachen Marktlage bestehe mit der geplanten Verschmelzung von ProSiebenSat.1 mit der Muttergesellschaft KirchMedia ein weiterer belastender Faktor. Am Zeitplan der Fusion werde unverändert festgehalten. Das Bewertungsgutachten, auf dessen Grundlage das Aktien-Austauschverhältnis ermittelt werde, solle am Ende des 1 Quartals 2002 vorliegen. Die Hauptsorge der Analysten gelte hierbei dem enorm hohen Schuldenstand der KirchMedia.
Die Analysten würden die Bewertung der ProSiebenSat.1 Media AG mit einer Gruppe verschiedener europäischer Medienunternehmen vergleichen. Auf Grundlage der revidierten Schätzungen liege die KGV-Bewertung (=PER) nun auf dem Niveau der Vergleichsgruppe. Die immer noch relativ günstige Bewertung nach den EV/Sales- bzw. EV/EBIT-Multiplikatoren führe man auf die bevorstehende Fusion mit KirchMedia zurück. Nach Erachten der Analysten sollte der Bewertungsabschlag zur "Peer Group" bis zur Klärung der bestehenden offenen Fragen zur Fusion bestehen bleiben.
Das Rating der Wertpapieranalysten der SEB für die Aktie ProSiebenSat.1 lautet weiterhin "reduce".
|