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Analysen - Ausland
01.02.2008
Société Générale "strong buy"
SEB

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der SEB, Manfred Jakob, stuft die Aktie der Société Générale (ISIN FR0000130809/ WKN 873403) mit "strong buy" ein.

Die Société Générale habe in Q3/2007 infolge der US-Subprime-Krise einige Blessuren hinnehmen müssen. Der Nettogewinn sei um 11,5% auf 1,12 Mrd. EUR gesunken und habe die Erwartungen verfehlt (1,19 Mrd. EUR). Die Gründe würden in einer schwachen Entwicklung des Investmentbankings liegen (Nettogewinn -40,8% auf 310 Mio. EUR), das angesichts der sich zuspitzenden Finanzkrise zu erwarten gewesen sei. Ferner habe Société Générale wider Erwarten einen hohen Mittelabfluss von 12,6 Mrd. EUR in der Vermögensverwaltung hinnehmen müssen (Gewinnrückgang -48% auf 40 Mio. EUR).

Am 24.01.2008 sei eine Gewinnwarnung veröffentlicht worden. Die Société Générale habe einen Betrug bei einem ihrer Händler aufgedeckt, der negative Auswirkungen auf den Vorsteuergewinn in Höhe von 4,9 Mrd. EUR habe. Darüber hinaus müsse Société Générale zusätzliche Abschreibungen von 2,05 Mrd. EUR im 4. Quartal vornehmen, die auf die US-Immobilienkrise zurückzuführen seien. Über eine Kapitalerhöhung (von J.P. Morgan und Morgan Stanley bereits garantiert) wolle Société Générale 5,5 Mrd. EUR einnehmen, um die Kapitaldecke wieder zu stärken. Société Générale erwarte einen Gewinn von 0,6-0,8 Mrd. EUR (nach 5,22 Mrd. EUR).

Positiv anzumerken sei, dass sich trotz der Auswirkungen der Subprime-Krise bei CIB und im Asset Management (AM) die Q3-Bilanz habe sehen lassen können. Die übrigen Sparten hätten beachtliche Zuwachsraten gezeigt. Das inländische Retailgeschäft habe mit +6,4% überraschen können. Das seit Quartalen stark wachsende internationale Retailgeschäft sei um 43% gewachsen.

Die Erwartungen für Q4 seien weiter stabile Margen im inländischen Retailgeschäft. Das ausländische Retailgeschäft wachse weiter überproportional. Auch das margenstarke Spezialfinanzierungsgeschäft dürfte auf Kurs geblieben sein.

Da die übrigen Bereiche sich weiter robust entwickeln würden, dürften nun Übernahmegerüchte aufkommen. Société Générale weise ein ausgesprochen niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,1 auf.

Negativ anzumerken sei, dass die Subprime-Krise schon in Q3 negative Auswirkungen gezeigt habe. Doch vor allem für Q4 habe Société Générale nun eingestehen müssen, ungewöhnlich hohe Abschreibungen vornehmen zu müssen: 4,9 Mrd. EUR wegen Betrugsfall eines Händlers, 2,05 Mrd. EUR auf Subprime-Exposures. Die Enttäuschung sei groß, da Kontroll-Mechanismen versagt hätten und Société Générale stets keine größeren Einflüsse von der Subprime-Krise erwartet habe. Aufgrund des Vertrauensverlustes könnte die Kapitalerhöhung (5,5 Mrd. EUR) auf Schwierigkeiten stoßen. Rating-Abstufungen wären die Folge. Weitere Subprime-Risiken seien nicht ausgeschlossen. Diverse Aktionärsklagen seien schon angekündigt.

Nach "Abarbeitung" der Subprime-Risiken, die in Q1 anhalten dürfte, könnte Société Générale mittelfristig wieder zur alten Stärke zurückfinden.

Die Analysten der SEB stufen die Aktie der Société Générale mit "strong buy" ein und senken das Kursziel von 129 Euro auf 107 Euro. (Analyse vom 01.02.2008) (01.02.2008/ac/a/a)


Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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