Logo
Analysen - Nebenwerte
24.04.2008
Balda verkaufen
Bankhaus Lampe

www.optionsscheinecheck.de

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Marc Gabriel, stuft die Aktie von Balda (ISIN DE0005215107/ WKN 521510) weiterhin mit "verkaufen" ein.

Am Dienstag habe Balda die Zahlen für das vergangene Jahr vorgelegt: die positive Nachricht vorweg. Im fortgeführten Geschäft habe Balda beim EBIT mit 8,5 Mio. EUR wieder die Gewinnzone erreicht und den Verlust nach Steuern auf 3,2 Mio. EUR geschmälert (Vorjahr -22,6 Mio. EUR). Der Umsatz habe bei 257,4 Mio. EUR gelegen. Das sei es dann leider auch schon mit den guten Nachrichten gewesen.

Auf Konzernebene inklusive der nicht fortgeführten Geschäfte sei Balda 2007 tiefer in die Verlustzone gerutscht. Das EBIT habe Minus 55,3 Mio. EUR nach einem Verlust von 43,3 Mio. EUR im Vorjahr betragen. Der Umsatz sei um 16,6% auf 309,2 Mio. EUR (Vorjahr: 370,9 Mio. EUR) gesunken. Der Konzern habe seinen Verlust vor Steuern auf 68,3 Mio. EUR (Vorjahr: 49,5 Mio. EUR) ausgeweitet.

Das Sorgenkind, der Bereich Infocom, belaste deutlich stärker als von den Analysten erwartet. Zur Erinnerung: Balda habe diesen Bereich, der Kunststoffkomponenten für Handys gefertigt habe, schon Ende 2007 abgegeben. Sie weise Infocom deshalb auch als nicht fortgeführte Aktivität aus. Nachdem es mit dem Käufer Streit über die Höhe des Verlustausgleichs seitens Balda gegeben habe, habe der Konzern den Bereich Infocom im März wieder zurückgekauft.

In der Bilanz 2007 hätten die europäischen Infocom-Aktivitäten das konsolidierte Vorsteuerergebnis mit 32 Mio. EUR operativen Verlusten sowie mit 13 Mio. EUR Wertberichtigungen belastet. Der Bereich solle weiter verkauft werden. Momentan führe man laut Unternehmensangaben Gespräche mit drei ernsthaften Interessenten und man sei zuversichtlich im laufenden Quartal einen Abschluss verkünden zu können.

Verkauft werden solle auch der Bereich Medical, dieser gehöre für Balda aktuell nicht mehr zum Kerngeschäft. Der Bereich habe im vergangenen Jahr mit 165 Mitarbeitern 28,5 Mio. EUR zum Umsatz von Balda beigetragen und solle auch im laufenden Jahr etwa 10% zum Umsatz beisteuern. Als Kaufpreis dürfte nach Erachten der Analysten nicht mehr als ein Jahresumsatz realisierbar sein. Die Analysten würden nicht mit wesentlichen Ergebnisbeiträgen aus den beiden genannten Bereichen rechnen, so dass der Fokus weiterhin auf das Segment Touch liegen werde, in dem Balda zusammen mit dem taiwanesischen Partner TPK hochsensible Touch-Screens baue, die insbesondere in Mobiltelefonen zum Einsatz kommen würden.

Die Zukunft des Unternehmens aus Bad Oeynhausen liege damit in Asien. Bis Ende 2008 sollten die Kapazitäten in der Touch-Sensoren-Produktion in China nahezu verdoppelt werden. Doch liege die EBIT-Marge hier aktuell auch im unteren einstelligen Bereich.

Im laufenden Jahr wolle das Unternehmen einen Umsatz von 600 Mio. USD und ein EBT von 35 Mio. USD erreichen. Diesen Ergebnissen liege ein Wechselkurs von 1,45 USD für einen Euro zugrunde. Bei dem aktuellen Wechselkurs dürfte diese Guidance mit deutlichen Fragezeichen versehen sein.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe sehen das Unternehmen weiterhin in einem unruhigen Fahrwasser, so dass sie ihre Anlageempfehlung "verkaufen" für die Balda-Aktie und ihr Kursziel von 1,00 EUR aufrechterhalten. Die Analysten wollten zunächst sehen, ob es dem Unternehmen gelinge, durch den Verkauf der Bereiche Infocom und Medical den Mittelabfluss zu stoppen und ob die Konzentration auf das Segment Touch die nötigen Renditen erwirtschaften könne, um das Überleben zu sichern. (Analyse vom 24.04.2008) (24.04.2008/ac/a/nw)


© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de