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Analysen - Nebenwerte
29.05.2008
Schmack Biogas verkaufen
SES Research

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SES Research, Dr. Karsten v. Blumenthal, rät die Aktie von Schmack Biogas (ISIN DE000SBGS111/ WKN SBGS11) unverändert zu verkaufen.

Schmack Biogas habe am 28.05.2008 Q1-Zahlen berichtet, die unter den Erwartungen gelegen hätten. Ein massiver Umsatzeinbruch sei wesentlicher Grund für das schlechte Ergebnis. Ursachen dafür seien hohe Agrarrohstoffpreise und regulatorische Unsicherheit.

Beides habe zu einer deutlichen Zurückhaltung der Nachfrage geführt. Die hohen Agrarrohstoffpreise würden die Gewinnmargen des Biogasanlagenbetriebs verringern. Die Unsicherheit darüber, wie Biogas nach der EEG-Reform gefördert werde, insbesondere die zu erwartende Verbesserung der Förderung, lasse Kunden abwarten, da eine in 2009 ans Netz gehende Anlage sehr wahrscheinlich eine höhere Einspeisevergütung erhalte als eine Anlage, die noch 2008 ans Netz gehe.

Schmacks Multifeedstockstrategie, die auch auf Grass und andere Zwischenfrüchte zurückgreife, sollte die Biogasanlagenprofitabilität unabhängiger von den hohen Weizen- und Maispreisen machen. Der Attentismus der Kunden habe im ersten Quartal auch den Auftragseingang massiv einbrechen lassen. Nach EUR 46,1 Mio. im Vorjahresquartal habe er sich jetzt auf nur noch EUR 19,2 Mio. belaufen. Der Auftragsbestand sei auf EUR 116,9 Mio. nach 123,5 Mio. im Vorjahreszeitraum gesunken.

Eine Herstellungskostenquote von 126% zeige, dass Schmack Biogas nach wie vor die Kosten des Anlagenbaus nicht im Griff habe. Hohe Vertriebs- und Verwaltungskosten würden belegen, dass das Kostensenkungsprogramm bisher noch nicht gegriffen habe. Das zweite Quartal werde zeigen, ob auf der Kostenseite erste Erfolge sichtbar würden.

Im ersten Quartal habe das laufende operative Geschäft einen Mittelabfluss von EUR 6,1 Mio. erfahren. Die Zahlungsmittel und -äquivalente hätten sich auf noch EUR 13,9 Mio. nach EUR 20,3 Mio. im Vorquartal belaufen. Zwar seien Schmack über die Kapitalerhöhung im April EUR 7,1 Mio. zusätzlich zugeflossen worden, nach einem zu erwartenden einstelligen Millionenverlust in Q2 dürfte sich der Bestand liquider Mittel allerdings wieder verringern. Eine weitere Kapitalerhöhung noch in diesem Jahr erscheine daher nicht unwahrscheinlich.

Die kritische Lage von Schmack Biogas habe den Aufsichtsrat des Unternehmens zu einem Rundumschlag veranlasst. Der Vorstand werde ab Juni komplett neu aufgestellt. Neuer CEO werde Werner Rüberg, der Vorstandserfahrung aus der Baubranche mitbringe. Rüberg übernehme auch die Verantwortung für den Bereich Finanzen, da der bisherige CFO Dr. Götz aus dem Unternehmen ausscheide.

Der bisherige CEO Ulrich Schmack werde stellvertretender Vorstandsvorsitzender und werde sich in Zukunft auf die Bereiche Rohstoffe und Biologie konzentrieren. Von der SMS Demag AG komme Joachim Schlichtig und übernehme das Amt des CTO. Otto R. Eichorn, zuletzt Geschäftsführer der Schmack-Tochter Hese Biogas, werde neuer Vertriebsvorstand und ersetze Dr. Kolmsee, der das Unternehmen im März verlassen habe.

Schmack Biogas gehe für 2008 von einer schwachen Ertragsentwicklung aus, insbesondere von einem sehr schwierigen ersten Halbjahr. Nach den enttäuschenden Q1-Zahlen dürfte auch das zweite Quartal schwach ausfallen. Die Prognosen für 2008 und die Folgejahre seien reduziert worden. Das neue Kursziel auf der Basis eines aktualisierten DCF-Modells laute EUR 10,00 (alt: EUR 11,00).

Das Rating der Analysten von SES Research für die Schmack Biogas-Aktie lautet weiterhin "verkaufen". (Analyse vom 29.05.2008) (29.05.2008/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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