|
Analysen - Nebenwerte
|
09.12.2008
Schmack Biogas abwarten
TradeCentre.de
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Gemäß den Experten von "TradeCentre.de" sollten Anleger bei der Aktie von Schmack Biogas (ISIN DE000SBGS111/ WKN SBGS11) noch abwarten.
Der Anbieter von Biogasanlagen stehe vor einer zweiten Chance. Nach rasantem Erfolgs- und Wachstumskurs sei schnell die Bruchlandung gefolgt. In Zahlen ausgedrückt: Bei einem Umsatz von 75 Millionen werde das Unternehmen in 2008 einen operativen Verlust (EBIT) von 40 Millionen Euro einfahren. Der seit dem 1. Juni amtierende Vorstandschef Werner Rüberg wolle nun den Karren aus dem Dreck ziehen und den Knopf "Restart" drücken.
Beim Treffen mit den Experten von "TradeCentre.de" in Frankfurt hätten sich Rüberg und sein Vorstandskollege Ulrich Schmack optimistisch gezeigt, das Ruder noch einmal zu drehen. Basis der Zuversicht sei die nach eigenen Angaben Technologieführerschaft des Unternehmens, das neue Erneuerbare Energien Gesetz ab 2009, welches vorteilhaft für die Biogasbranche ausgefallen sei und die starke Position bei Energieversorgern wie zum Beispiel E.ON und RWE Innogy.
E.ON habe sich jüngst erneut für Schmack Biogas als Partner für den Bau einer Biogasanlage entschieden. Das Umsatzvolumen dieser Anlage liege bei 21 Millionen Euro. Wie die beiden Vorstände den Experten erläutert hätten, würden weitere Großprojekte mit Energieversorgern derzeit verhandelt. Mit RWE Innogy liege bereits eine Absichtserklärung auf dem Tisch. RWE-Innogy Chef Fritz Vahrenholt wolle neben der Windkraft die Biogasaktivitäten in Deutschland deutlich ausbauen und sehe die Schmack-Gruppe diesbezüglich als kompetenten Partner.
Seit seinem Amtsantritt räume Rüberg im Unternehmen auf. Er wolle den Kosten den Schwanz abschneiden. Der CEO beziffere das Einsparpotenzial auf zwölf Millionen Euro. Um vier Millionen Euro sollten die Verwaltungskosten reduziert werden. Weitere acht Millionen Euro wolle das Unternehmen durch Prozesseffizienz einsparen. "Wir sind auf einem guten Weg und wollen spätestens im ersten Halbjahr 2009 die Restrukturierung erfolgreich abgeschlossen haben", sage Rüberg.
Dank der geschaffenen Rahmenbedingungen seitens der Regierung für Biogas, stehe das Unternehmen vor einem Turnaround. Der Auftragseingang und Auftragsbestand zeige schon mal in die richtige Richtung. Allein im Oktober habe der Ordereingang bei 23,3 Millionen Euro gelegen und sei höher als im gesamten dritten Quartal ausgefallen. Per Ende September habe der Auftragsbestand über 125 Millionen Euro betragen und solle am Jahresende bei mindestens 150 Millionen Euro liegen, sage Rüberg. Den Umsatz erwarte die Gesellschaft in 2009 in einer Bandbreite zwischen 140 und 160 Millionen Euro. Das EBIT solle zwischen minus und plus vier Millionen Euro landen. Laut Rüberg sei deutlich mehr als die Hälfte des erwarteten Umsatzes in 2009 bereits in trockenen Tüchern.
Einfach nur "Restart" zu drücken, werde dem Unternehmen trotz positiver Aussichten der Branche nicht helfen. Die Kasse sei mit sechs Millionen Euro alles andere als üppig gefüllt und die Bankschulden würden sich auf knapp 25 Millionen Euro belaufen. Ohne eine Klärung der Finanzierungsseite werde das Wachstum nicht zu stemmen und damit der "Restart" nicht möglich sein.
Schmack Biogas sei mit Nordex zu Beginn des Jahres 2005 vergleichbar. Die Windbranche sei schon abgeschrieben worden. Ohne frisches Kapital wäre dem Windenergieunternehmen vor drei Jahren die Luft ausgegangen. Die Windkraft habe ein fulminantes Combeack erlebt und Nordex sei inzwischen ein vernünftiges Unternehmen. In der Biogasbranche könnte es ähnlich laufen und Schmack Biogas einen erfolgreichen "Restart" wirtschaftlich und auch an der Börse feiern.
Die Experten sähen die Aktie als heißen Optionsschein der Branche. Die Kapitalisierung von knapp 20 Millionen Euro sei überschaubar. Das optimale Timing für den Kauf der Aktie sähen sie aktuell allerdings noch nicht.
Die Experten von "TradeCentre.de" raten bei der Aktie von Schmack Biogas zunächst die Klärung der weiteren Finanzierungsmaßnahmen abzuwarten. (Analyse vom 09.12.2008) (09.12.2008/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|