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Analysen - Ausland
14.04.2009
Schmolz + Bickenbach kaufen
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Schmolz + Bickenbach-Aktie (ISIN CH0005795668/ WKN 905370) weiterhin mit "kaufen" ein.

Der Edelstahlproduzent habe die Bilanz für das Jahr 2008 vorgelegt und
folgende Ergebnisse erzielt: Umsatz: 4,092 Mrd. Euro (BHLe: 4,084 Mrd. Euro; 2007: 4,247 Mrd. Euro); EBITDA: 233,9 Mio. Euro (BHLe: 300,6 Mio. Euro; 2007: 416,8 Mio. Euro); EBITDA ohne Sondereffekte: 368,4 Mio. Euro; EBIT: 138,4 Mio. Euro (BHLe: 202 Mio. Euro; 2007: 326 Mio. Euro); Konzernergebnis: 62,8 Mio. Euro (BHLe: 97,5 Mio. Euro; 2007 188,5 Mio. Euro).

Aufgrund der Sondereffekte, den Schrott- und Legierungspreisverfall, sei das Ergebnis deutlich schlechter ausgefallen als erwartet. Diese Einmaleffekte hätten im letzten Jahr 134,5 Mio. Euro ausgemacht und die Ergebnisentwicklung belastet. Hinzu seien starke Rückgänge bei den Auftragseingängen im zweiten Halbjahr aufgrund des weltweiten Konjunktureinbruchs gekommen. Schmolz + Bickenbach sei von der Schwäche in den wichtigen Abnehmerindustrien (Automobil- und Maschinenbau) stark betroffen und habe bereits in allen Tochtergesellschaften mit Personal- und Vorratsabbau reagiert. Lediglich der Energiebereich werde sich nach Erachten der Analysten in diesem Jahr noch stabil erweisen.

Mit den erwähnten Maßnahmen habe der Konzern auf die sich dramatisch veränderten Bedingungen in der Branche eingestellt und lege auch bei den Investitionen eine Atempause ein. Lediglich der Neubau des Stahlwerks in Chicago/USA werde fortgesetzt. Dort solle Ende des Jahres die Produktion hochgefahren werden. Um die Finanzlage zu verbessern, hätten die beiden Hauptaktionäre der Schmolz + Bickenbach AG Ende 2008 mit der Einbringung von 80 Mio. Euro in Form einer hybriden Finanzierung zur Stärkung des Eigenkapitals ihr Vertrauen in das Unternehmen bestätigt. Aufgrund der Expansionsstrategie der letzten Jahre habe die Bilanz 2008 noch Nettofinanzverbindlichkeiten (ohne Pensionsrückstellungen) von 988 Mio. Euro (Vorjahr 950,7 Mio. Euro) ausgewiesen.

Folgende positive und negative Effekte sollten bei dem Ergebnis beachtet werden: Die Sondereffekte dürften sich 2009 nicht wiederholen. Die Großaktionäre würden die langfristige Unternehmensstrategie unterstützen. Der Fokus liege auf den Bestandsabbau (Vorräte und Mitarbeiter) und die Cash-flow-Generierung. Die Investitionsmaßnahmen seien auf das Nötigste beschränkt worden. Die Währungsentwicklung und die Volatilität der Stahlpreise würden belasten. Ein negativer Aspekt sei zudem die starke Abhängigkeit von der Automobil- und Maschinenbauindustrie.

Die Analysten würden ein schwieriges erstes Halbjahr 2009 erwarten, bevor im zweiten Halbjahr die eingeleiteten Sparmaßnahmen und eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung das Ergebnis positiv beeinflussen würden. Sie würden somit mit einem geringen positiven Ergebnis im Gesamtjahr rechnen. Für das Jahr 2010 seien die Analysten wieder deutlich zuversichtlicher, dass sich die Geschäftsentwicklung bei Schmolz + Bickenbach stabilisieren werde. Davon sollte auch die Aktie profitieren, die laufende Kurserholung sollte sich dementsprechend fortsetzen.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bewerten die Schmolz + Bickenbach-Aktie weiterhin mit "kaufen". Das Kursziel sehe man unverändert bei 14,00 Euro. (Analyse vom 14.04.2009) (14.04.2009/ac/a/a)



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