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Analysen - Ausland
12.05.2009
Schmolz + Bickenbach kaufen
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Schmolz + Bickenbach-Aktie (ISIN CH0005795668/ WKN 905370) weiterhin mit "kaufen" ein.

Gestern hätten die Analysten Gelegenheit gehabt, im Rahmen eines Sales-Briefing mit dem Finanzvorstand Axel Euchner über die Geschäftsentwicklung des Stahlproduzenten zu sprechen. Das Unternehmen sehe eine stabile Orderentwicklung aus der Automobilindustrie, hier aber vor allem aufgrund der hohen Nachfrage nach kleineren und mittleren Modellen, die von der Umweltprämie profitieren würden. Dagegen sei der Absatz für die größeren Fahrzeugbaureihen immer noch extrem schwach. Die Nachfrage aus der Energieindustrie sei leicht schwächer, jedoch gebe es klare Signale, dass ab 2010 auch hier die Investitionen wieder anziehen würden.

Überraschend sei für die Analysten gewesen, dass der nordamerikanische Markt bei Schmolz + Bickenbach verhältnismäßig gut laufe. Hier profitiere das Unternehmen von der flexiblen Arbeitsmodalitäten, die dem Unternehmen helfen würden, schnell auf die Nachfrageschwankungen zu reagieren.

Die nicht amerikanischen Autobauer würden planen, in den USA neue Fabriken zu bauen und dürften von dem Zusammenbruch der US-Autoindustrie profitieren. Dass der US-Automarkt wieder mehr Fahrzeuge nachfragen werde als derzeit, sei nur eine Frage der Zeit, denn das aktuelle Absatzniveau entspreche dem Niveau der 60er Jahre. Zudem könnte die Einführung einer Abwrackprämie in den USA die Nachfrage anziehen lassen.

Hinsichtlich der weltweiten Stahlproduktion würden die größten Stahlproduzenten der Welt von einem Einbruch von 26% in diesem Jahr ausgehen und für 2010 mit einem Anstieg um 14% rechnen, sodass man Ende 2010 bereits wieder auf fast 85% des 2008er Produktionsniveaus liegen könnte, bevor ab 2012 die Produktion wieder das alte Höchstniveau erreichen dürfte.

Hinsichtlich des Lagerabbaus müsse man angesichts der leeren Hallen bei vielen Kunden davon ausgehen, dass es bei einem anziehen der Nachfrage bereits zu deutlichen Preiseffekten kommen könnte, da die Stahlproduzenten ihre Produktion so drastisch heruntergefahren hätten, dass es zu Lieferengpässen kommen könnte. Schmolz + Bickenbach lege den Fokus - analog allen anderen Herstellern - auf die Anpassung der Kapazitäten und der Kosten und auf ein besseres Working-Capital-Management. Hier traue sich das Unternehmen zu, in diesem Jahr etwa 200 Mio. EUR aus dem W/C-Management zu generieren.

Die Analysten seien aktuell noch nicht so euphorisch und würden zunächst mit einem Cashflow aus W/C-Effekten von etwa 110 Mio. EUR rechnen. Aufgrund der geringeren bzw. gestreckten Investitionen dürfte das Unternehmen 2009 einen Free-Cashflow von 103 Mio. EUR erzielen.

Bezüglich der Konsolidierung in der Branche werde es nach Erachten der Analysten in den kommenden Monaten einige interessante Kaufkandidaten für das Portfolio von Schmolz + Bickenbach geben. Erfahrungen in der Übernahme habe das Unternehmen genug gesammelt. Allerdings dürfte es angesichts der Zurückhaltung der Banken bei den M&A-Finanzierungen schwieriger sein, die notwendigen Mittel zu bekommen.

Das kommende Jahr werde nach Erachten der Analysten deutlich besser als das laufende Jahr. Aufgrund der gestiegenen Multiplikatoren im Peer-Group-Vergleich würden sie ein Kursziel von 19 EUR (zuvor: 14 EUR) ermitteln, was dem Mittelwert aus DCF-Modell (fair value: 15 EUR) und des Medians der Peer-Group (fair value: 23 EUR) entspreche.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen ihre Anlageempfehlung "kaufen" für die Schmolz + Bickenbach-Aktie. (Analyse vom 12.05.2009) (12.05.2009/ac/a/a)



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