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Analysen - Ausland
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12.05.2009
Société Générale "reduce"
SEB
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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Manfred Jakob, Analyst der SEB, stuft die Aktie der Société Générale (ISIN FR0000130809/ WKN 873403) mit dem Rating "reduce" ein.
Das Q1-Ergebnis sei wegen hohem Wertberichtigungs- und Rückstellungsbedarf enttäuschend ausgefallen: Die Société Générale sei dabei entgegen den Erwartungen in die roten Zahlen gerutscht. So habe die Société Générale unter dem Strich wegen milliardenschweren Belastungen im Investmentbanking einen Verlust von 278 Mio. Euro hinnehmen müssen. Im Vorjahr sei ein Gewinn von 1,1 Mrd. Euro erwirtschaftet worden. Im Durchschnitt sei mit einem Quartalsüberschuss von 320 Mio. Euro gerechnet worden.
Der operative Gewinn sei um 36% auf 1,77 Mrd. Euro eingebrochen. Die gesamten Beitragseinnahmen seien um 13,5% auf 4,91 Mrd. Euro gefallen. Operativ habe das gesamte Commercial Banking zwar durchaus einige positive Entwicklungen gezeigt, aber hohe Wertberichtigungen von insgesamt 1,9 Mrd. Euro hätten für die roten Zahlen gesorgt. Davon seien 1,5 Mrd. Euro auf Abschreibungen auf das Wertpapierportfolio und 0,5 Mrd. Euro auf Engagements bei Kreditversicherern entfallen. Die Risikovorsorge sei um mehr als das Doppelte auf über 1,3 Mrd. Euro geklettert. Der ROE sei negativ gewesen (Q4: 0,4%), die Cost/Income-Ratio habe bei 76,9% (Q4: 71,0%) gelegen, die Tier-1-Ratio habe 9,2% betragen (Q4: 8,8%).
Das Retailgeschäft und das kundengetriebene Geschäft bei CIB seien im Q1/09 weiter tragende Säulen. Mit weiteren Kostensenkungen steuere die Société Générale gegen die negativen Entwicklungen. Die Aufwendungen seien um 3,3% gefallen. Dank der weiteren staatlichen Liquiditätszufuhr sei die Kapitalbasis wieder hinreichend. Positiv werte man auch die Zusammenlegung der Vermögensverwaltungsaktivitäten mit denen der Credit Agricole: Dies schaffe mittelfristig Synergieeffekte.
Die Société Générale habe im Q1/09 im Vergleich zu vielen Investmentbanken einige Enttäuschungen abgeliefert. Zum einen seien hohe Wertberichtigungen bei CIB auf das Wertpapierportfolio angefallen. Zum anderen seien die Rückstellungen für drohende Risiken markant aufgestockt worden, da das Haus gewarnt habe, dass aufgrund des anhaltend kräftigen Konjunkturabschwungs weitere Risiken drohen könnten. Gerade mit den osteuropäischen Aktivitäten (hier Verdreifachung der Rückstellungen) stehe man vor großen Herausforderungen, da der Abschwung zuletzt an Dynamik und Breite zugenommen habe. Die Nettoabflüsse im Asset Management seien noch nicht gestoppt: -1,6 (n. -6,9) Mrd. Euro. AuM: 332 (391) Mrd. Euro. Aufgrund der scharfen Rezession könnte das "normale" Geschäft im Commercial Banking nach Meinung der Analysten stärker als erwartet unter Druck geraten.
Das Société Générale-Geschäftsmodell werde langfristig wieder seine Stärken zeigen können, doch in nächster Zeit würden die (Konjunktur-)Risiken überwiegen. Der Markt lasse inzwischen aber wieder höhere Bewertungen zu. Das Kursziel für die Aktie werde von zuvor 28 Euro auf jetzt 36 Euro erhöht.
Die Analysten der SEB stufen die Aktie der Société Générale mit dem Rating "reduce" ein. (Analyse vom 12.05.2009) (12.05.2009/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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