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Analysen - Nebenwerte
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29.06.2009
Drillisch an schwachen Tagen kaufenswert
TradeCentre.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Nach Meinung der Experten von "TradeCentre.de" ist die Aktie von Drillisch (ISIN DE0005545503/ WKN 554550) an schwachen Tagen kaufenswert.
Drillisch-CEO Paschalis Choulidis bekräftige im Hintergrundgespräch die Prognose für das Gesamtjahr. Der Mobilfunk-Service-Provider erwarte in 2009 ein EBITDA von 41 bis 42 Millionen Euro. "Unsere Branche ist relativ resistent gegenüber Konjunktureinbrüchen. Wir sind zuversichtlich unser Ertragsziel zu erreichen". Bereits ins neue Jahr sei das Unternehmen mit einem Gewinnschub gestartet. Der Rohertrag sei auf 17,7 Millionen Euro und die entsprechende Marge auf komfortable 22,7 Prozent gestiegen. Das EBITDA habe rund zehn Millionen Euro und das EBT neun Millionen Euro erreicht. Netto habe in der Kasse ein Gewinn von 8,8 Millionen Euro oder 18 Cent je Aktie geklingelt.
Die Analysten würden im Gesamtjahr mit einem Gewinn je Aktie von 40 Cent oder einen Profit von mehr als 20 Millionen Euro rechnen. Das schlussendliche Ergebnis bis Silvester sei stark abhängig von der Entwicklung der Beteiligung an der Freenet AG. "Sagen Sie mir den Kurs von freenet am Jahresende, kann ich Ihnen den Gewinn je Aktie prognostizieren". Im letzten Jahr habe Drillisch einen dreistelligen Millionenbetrag auf die Beteiligung abgeschrieben. Die im Schnitt zu 16 Euro gekauften freenet-Aktien seien Ende 2008 auf 4,30 Euro abgewertet worden. Aktuell notiere die Aktie bei über sieben Euro. Nach IFRS müsse Choulidis den Wert von Quartal zu Quartal anpassen. Aktuell handle es sich um eine üppige Aufwertung, die im zweiten Quartal erfolge.
Drillisch halte an freenet direkt und indirekt knapp 16 Millionen Aktien. 12,75 Millionen Aktien oder knapp zehn Prozent über die MSP, die Drillisch zur Hälfte gehöre. Sowie 7,83 Millionen Aktien im Eigenbestand oder rund 7,5 Prozent. Von den 7,83 Millionen Aktien hätten sich 1,8 Millionen Aktien auf eine Put-Option seitens der BHF-Bank belaufen. Diese dürfte ausgeübt worden sein. Die knapp 16 Millionen Aktien von freenet hätten einen Wert von 112 Millionen Euro. Der Börsenwert von Drillisch betrage momentan 120 Millionen Euro. Das operative Geschäft, 2,3 Millionen Telko-Kunden, die einen guten Cashflow abwerfen würden, gebe es umsonst.
Aktuell belaufe sich die Nettoverschuldung von Drillisch auf circa 90 Millionen Euro. Laut Choulidis sei die Verschuldung in der MSP Holding deutlich zurückgefahren worden. Dem Vernehmen nach sei das Gemeinschaftsunternehmen mit United Internet lediglich im unteren zweistelligen Millionenbereich verschuldet.
Operativ zeige sich Choulidis mit der Entwicklung von freenet im Wesentlichen zufrieden. Die Ursprungsidee von Choulidis, "Mobilfunk-Reseller vereinigt euch unter dem Dach der freenet, um die Verlustvorträge zu nutzen und einen Jumbo-Reseller aufzubauen" sei weit fortgeschritten. Debitel, Talkline und Mobilcom würden unter einem Haus firmieren. Nun fehle nur noch Drillisch selbst. "Wir sind am größten Player der Branche signifikant beteiligt. Das wollen wir nicht verändern", sage Choulidis. Ob Drillisch früher oder später auch noch zu freenet übergehe, habe er offen gelassen. "Ich bin nicht im Vorstand der freenet AG. Alles Weitere wird die Zeit zeigen". Der letzte Baustein, Drillisch, fehle noch, um den Jumbo-Reseller zu vervollständigen.
Von seiner Beteiligung an freenet erwarte Choulidis bis Jahresende eine deutliche Reduzierung der Nettoverschuldung durch den Verkauf des Webhosters Strato. Zudem bereits in 2009 gute Cashflows und ab 2010 signifikante Free Cashflows, die es freenet erlauben würden, wieder ordentliche Dividenden auszuschütten. Sobald freenet wieder Dividenden ausschütte, würden bei Drillisch Kassen klingeln. Dann könnte die eigene Verschuldung, die laut Choulidis auf die nächsten Jahre solide gesichert sei, sehr rasch zurückgefahren werden.
Die Aktie von Drillisch habe sich von ihren Tiefs mehr als verdoppeln können. Teuer sei die Aktie mit einem KGV von fünf immer noch nicht. Zudem seien die zusätzlichen Schulden in der MSP erheblich geringer, als von vielen Beobachtern erwartet.
Nach Ansicht der Experten von "TradeCentre.de" ist das Papier von Drillisch an schwachen Tagen kaufenswert. (Analyse vom 29.06.2009) (29.06.2009/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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