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Analysen - Ausland
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07.08.2009
Société Générale "hold"
SEB
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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Manfred Jakob, Analyst der SEB, stuft die Aktie der Société Générale (ISIN FR0000130809/ WKN 873403) mit dem Rating "hold" ein.
Société Générale habe im 2. Quartal zwar erneut unter einem hohen Abschreibungsbedarf gelitten, sei aber erwartungsgemäß in die Gewinnzone zurückgekehrt. Mit einem Nettogewinn von 309 Mio. EUR im 2. Quartal (Vorjahresquartal: 644 Mio. EUR) liege das Haus sogar einiges höher als erwartet (rund 100 Mio. EUR). Ein überproportionaler Beitrag sei von den Handelsaktivitäten bei Corporate and Investmentbanking (CIB) gekommen.
Die übrigen Aktivitäten hätten sich uneinheitlich entwickelt, aber bereits gute Ansätze von Stabilisierungen, vor allem in den Retail-Segmenten, gezeigt. Die gesamten Beitragseinnahmen seien um 2,4% auf 5,72 Mrd. EUR gestiegen. Der Umsatz in den Kerngeschäften sei um 14,6% gewachsen (ggü. Q1: +7,6%). Operativ habe der Quartalsgewinn bei 1,61 Mrd. EUR (-1,1%) gelegen. Die Finanzkrise schließlich habe zu einer nochmaligen Belastung von zusammen 1,7 Mrd. EUR geführt (Q1: 1,8 Mrd. EUR).
Die Ergebnisse seien wie folgt ausgefallen: ROE 3,0% (nach 8,3%), Cost/Income-Ratio 71,9% (nach 76,9% in Q1 bzw. 70,9% im Vorjahr), Tier-1-Ratio 9,5% (Q1: 9,2%/ Vj. 8,2%). Das Asset under Management habe per Ende Juni 2009 333 Mrd. EUR betragen (Ende Juni 2008: 381 Mrd. EUR).
Das Retailgeschäft und das kundengetriebene Geschäft bei CIB seien im 2. Quartal die tragenden Säulen gewesen. Das Aktiengeschäft habe fast das sehr hohe Niveau von Anfang 2007 erreicht (+61% vs. Q1, +27,8% vs. Vj.). Das Anleihen- und Währungsgeschäft habe das außergewöhnlich hohe Niveau aus 1. Quartal verteidigt (-9% vs. Q1, Verdoppelung vs. Vj.).
Beim internationalen Retail Banking seien bereits gewisse "Stärken" zu sehen, die vermuten lassen würden, dass bei einer weltweiten Konjunkturerholung der Bereich wieder besonders stark wachsen könnte (Russland (RU) verhagle derzeit aber stark das Ergebnis, z. B. ohne RU wäre der Sparten-ROE bei 29,1%, mit RU bei 15,7%).
Die Nettoabflüsse bei Asset Management hätten sich insgesamt verlangsamt: -1,8 Mrd. EUR (H1 -3,4 Mrd. EUR). Die Zusammenlegung der Vermögensverwaltungsaktivitäten mit denen der Credit Agricole schaffe mittelfristig Synergieeffekte (seit Juli 2009, Société Générales Anteil 25%). Société Générale habe im 2. Quartal nochmals hohe Abschreibungen von 1,7 Mrd. EUR verarbeiten müssen (Q1: 1,8 Mrd. EUR). Davon seien 0,8 Mrd. EUR allein auf die Neubewertung von CDS (Mark-to-Market) entfallen. Einige Teile seien auch auf den US-Immobilienmarkt entfallen. Sehr stark seien die Non-Performing Loans in RU gestiegen. Aufgrund der anhaltenden Rezession könnte das Commercial Banking nochmals unter Druck geraten.
Das Société Générale-Geschäftsmodell "arbeite". In nächster Zeit gelte es, den Konjunkturrisiken zu begegnen. Aufgrund der geschickten Präsenz, der breiten Aufstellung und der komfortablen Kapitalbasis sollte dies die Société Générale bewältigen. Das Kursziel werde von 36 auf neu 52 EUR angehoben.
Die Analysten der SEB bewerten die Société Générale-Aktie mit "hold". (Analyse vom 07.08.2009) (07.08.2009/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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