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News - Marktberichte
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30.12.2009
Wochenrückblick KW 53
aktiencheck.de
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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - In der vergangenen Woche haben sich die internationalen Leitindizes überwiegend freundlich entwickelt. So blieb der DAX im Wochenvergleich stabil, während der Dow Jones STOXX 50 einen Zuwachs von 0,2 Prozent vorzuweisen hatte. Der japanische Nikkei-Index zog im Wochenvergleich um 0,5 Prozent an. In den USA steht beim Dow Jones gegenüber dem letzten Handelstag der Vorwoche bis dato ein Plus von 0,2 Prozent zu Buche.
Am deutschen Aktienmarkt konnte sich der DAX am Montag über der psychologisch wichtigen 6.000er-Marke halten. Wie bekannt wurde, will die zu Volkswagen gehörende Tochter AUDI in den Jahren 2009 bis 2012 Sachinvestitionen von insgesamt 7,3 Mrd. Euro in neue Produkte und Zukunftstechnologien tätigen. Wie der Automobilkonzern bekannt gab, fließen rund 80 Prozent der Sachinvestitionen - also rund 5,9 Mrd. Euro - bis 2012 in die Entwicklung neuer Produkte, die weitere Optimierung konventioneller Antriebe sowie die Entwicklung von Elektro- und Hybridmodellen. Hierbei werde das Unternehmen insgesamt rund 3,8 Mrd. Euro in die deutschen Werke Ingolstadt und Neckarsulm investieren. Der Technologiekonzern Infineon hat den mit dem amerikanischen Halbleiterhersteller Fairchild Semiconductor (Fairchild Semiconductor International) geführten Rechtsstreit um 14 Patente zu Super-Junction-Leistungstransistoren sowie Trench-Leistungs-MOSFETs und IGBT-Leistungstransistoren durch ein umfassendes gegenseitiges Patentabkommen über Halbleitertechnologien beigelegt. Im Rahmen dieser Vereinbarung werde Fairchild außerdem Zahlungen an Infineon leisten. Wie Merck-Chef Karl-Ludwig Kley in einem Presseinterview erklärte, könne er sich Zukäufe in beiden Bereichen - in Pharma und in der Chemie - im Prinzip gut vorstellen. Man könnte das auch finanzieren, größere und kleinere Akquisitionen, so der Manager weiter. Der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland hat sich nach vorliegenden Ergebnissen aus sechs Bundesländern im Jahresdurchschnitt 2009 mit deutlich geringerem Tempo fortgesetzt. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag bekannt gab, werden sich die Lebenshaltungskosten gegenüber 2008 voraussichtlich um 0,4 Prozent erhöhen, nach einer Inflationsrate von 2,6 Prozent im Vorjahr. Wie BASF-Konzernchef Jürgen Hambrecht in einem Presseinterview erklärte, wird das Unternehmen nach und nach wieder zu alter Wachstumsstärke zurückkehren. Der Weg dahin werde schwierig und unstet sein. Doch man sehen erste Erholungstendenzen in der Branche. Die Schäden durch Naturkatastrophen sind bei der Münchener Rück in 2009 deutlich niedriger ausgefallen als im Vorjahr. Unternehmensangaben zufolge sind Großkatastrophen weitgehend ausgeblieben, auch die Hurrikansaison im Nordatlantik verlief sehr glimpflich. Am Mittwoch standen dann insbesondere die Autobauer im Blick. Die zu Volkswagen gehörende Tochter AUDI will nach Aussage ihres Vorstandsvorsitzenden Rupert Stadler im kommenden Jahr wieder wachsen. Demnach werden in den nächsten zwölf Monaten acht neue Modelle in den Markt eingeführt. Wie zudem in der Presse zu lesen war, will Daimler 2010 mit einer Modelloffensive und einem neuen Markenmotto durchstarten. Getrieben von der E-Klasse habe das Unternehmen "ein sehr gutes Momentum" im Absatz aufgebaut, so Vorstandschef Dieter Zetsche in einem Presseinterview. Bereits in den vergangenen Monaten habe man den Marktanteil rund um den Globus verbessert, insbesondere in China, so der Manager weiter. Ferner nimmt die zum Energieversorger RWE AG gehörende RWE Technology GmbH zum 1. Januar 2010 ihre Arbeit auf. Unternehmensangaben vom Mittwoch zufolge verantwortet die Tochtergesellschaft Kraftwerksneubau und -modernisierung im gesamten Konzern.
In den USA musste Cal-Maine Foods am Montag für das zweite Geschäftsquartal 2009/10 infolge einer schwachen Nachfrage einen kräftigen Ergebnisrückgang veröffentlichen. Wie der hauptsächlich auf die Produktion von Hühnereiern spezialisierte Konzern am Montag erklärte, sank der Gesamtumsatz um 3,8 Prozent auf 229,2 Mio. Dollar, nach 238,3 Mio. Dollar im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn schrumpfte um 41 Prozent von 27,2 Mio. Dollar bzw. 1,14 Dollar je Aktie auf nun 16,1 Mio. Dollar bzw. 0,67 Dollar je Aktie. Analysten hatten mit einem EPS von 0,66 Dollar bei Umsätzen von 233,7 Mio. Dollar gerechnet. Die Aktien von Fannie Mae und Freddie Mac gingen mit kräftigen Kursgewinnen aus dem Handel. Zum Ende der vergangenen Woche waren Berichte aufgekommen, wonach die angeschlagenen und staatlich kontrollierten US-Hypothekenfinanzierer von der US-Regierung über die nächsten Jahre so viel Mittel zur Verfügung gestellt bekommen, wie sie benötigen. Das US-Verbrauchervertrauen ist im Dezember 2009 angestiegen. Dies gab das Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board am Dienstag bekannt. Demnach erhöhte sich der entsprechende Index auf 52,9 Punkte, nach 50,6 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten eine Verbesserung auf 53,0 Punkte erwartet. Die Bankgesellschaft Morgan Stanley plant scheinbar Änderungen bei den Bonuszahlungen an Manager. Nach Angaben des "Wall Street Journal" sollen sich die Boni künftig stärker am langfristigen Unternehmenserfolge bemessen. So sehe ein Vorschlag vor, dass die 30 Spitzenmanager mindestens 65 Prozent ihrer Bonusbezüge unter Vorbehalt erhalten oder im Fall künftige auftretender Verluste zurückzahlen müssen. Zudem sollen sich die Bezüge verstärkt an den branchenüblichen Zahlungen orientieren. Die Vereinigung der Chicagoer Einkaufsmanager ermittelte am Mittwoch für Dezember einen Anstieg ihres saisonbereinigten Konjunktur-Index. So erhöhte sich der Einkaufsmanager-Index auf 60,0 Punkte, nach 56,1 Punkten im Vormonat. Damit wurde der höchste Stand seit August 2008 erreicht. Volkswirte hatten hingegen einen Rückgang auf 55,1 Zählern erwartet. Ein Indexstand über 50 Punkten gilt als Signal für eine Verbesserung beim Verarbeitenden Gewerbe im Großraum Chicago. Die amerikanische Pfizer Inc. hat eine Phase-III-Studie mit seinem Medikamentenkandidaten Figitumumab, der zur Behandlung von Lungenkrebs dienen sollte, vorzeitig abgebrochen. Wie der größte Pharmahersteller der Welt erklärte, zeigte sich das Produkt nicht so wirksam wie erhofft. Im September war die Patientenrekrutierung für die Studie gestoppt worden, nachdem bei den Tests unerwartet starke Nebenwirkungen und eine überraschend hohe Zahl von Todesfällen beobachtet worden waren.
Im europäischen Markt gaben am Montag Papiere des österreichischen Impfstoffspezialisten Intercell nach. Der Konzern beginnt mit einer Phase III-Studie für den Impfstoff IXIARO/JESPECT gegen Japanische Enzephalitis. Ziel der Studie sei eine Label-Erweiterung im Hinblick auf eine Zulassung für Kinder (älter als zwei Monate). Die Studie soll Sicherheit und Immunogenität des Impfstoffs evaluieren, hieß es weiter. Der Reiseimpfstoff sei in den USA für Erwachsene ab 17 Jahren, in Europa, Kanada und den Australien für Erwachsene ab 18 Jahren bereits zugelassen. Der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal begibt über eine vollständige luxemburgische Tochter eine Pflichtwandelanleihe im Volumen von 750 Mio. Dollar. Unternehmensangaben vom Dienstag zufolge haben die Papiere eine Laufzeit von 17 Monaten und werden in Vorzugsaktien der luxemburgischen Tochter gewandelt. Die Anleihe wurde im Rahmen einer Privatplatzierung an eine luxemburgische Konzerntochter von Calyon, einer Investmentbanking-Sparte der Crédit Agricole , ausgegeben. Die US-Arzneimittelbehörde kritisiert nach Angaben der Basilea Pharmaceutica AG die Studienergebnisse für Ceftobiprol, einem Medikament zur Behandlung schwerer Infektionen der Haut und der Weichgewebe. Wie das schweizerische Biopharma-Unternehmen am Mittwoch erklärte, hat die Food and Drug Administration (FDA) der Antragstellerin, Johnson & Johnson (JohnsonJohnson), in einem "Complete Response Letter" mitgeteilt, dass sie die Prüfung des Zulassungsantrags abgeschlossen hat und zu der Feststellung gekommen ist, dass sie dem Antrag in der vorliegenden Form nicht entsprechen kann, da die Daten der Studien BAP00154 und BAP00414 nicht verlässlich sind.
In Tokio gab das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) am Montag bekannt, dass die japanische Industrieproduktion im November binnen Monatsfrist um 2,6 Prozent gewachsen ist. Zudem sind die Einzelhandelsumsätze im Vormonatsvergleich um 0,2 Prozent gestiegen. Ferner teilte der südkoreanische Festnetz-Anbieter und Internetprovider KT Corp. mit, dass er 5.992 Mitarbeiter oder rund 16 Prozent der Belegschaft in den Frühruhestand schicken wird. Unternehmensangaben zufolge erhofft man sich durch diese Maßnahme jährliche Kosteneinsparungen in Höhe von 460 Mrd. Koreanischen Won. Am Dienstag brach in Tokio die Aktie der angeschlagenen Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) ein. Wie bereits am Montag in der Presse zu lesen war, droht dem Unternehmen möglicherweise die Insolvenz. Wie die Presse dann am Dienstag berichtete, ist dies von der staatlichen Enterprise Turnaround Initiative Corporation sogar die bevorzugte Option zur Sanierung der Airline. Das Kabinett um den japanischen Premierminister Yukio Hatoyama hat am Mittwoch einen Wachstumsplan beschlossen. So soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) über die nächsten zehn Jahre um durchschnittlich 2 Prozent steigen auf 650 Bio. Japanische Yen (JPY) im Fiskaljahr 2020/21, nach geschätzten 473 Bio. JPY im aktuellen Jahr. Die Regierung plant Maßnahmen, um die Nachfrage und Beschäftigung in Bereichen wie etwa Umwelt, Gesundheit und Tourismus zu stimulieren. Die Sorge vor einer möglichen Insolvenz hat der Aktie der angeschlagenen Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) erneut schwer zugesetzt. Der Technologiekonzern Hitachi will im kommenden Fiskaljahr 2010 wieder schwarze Zahlen schreiben. Wie Chairman und President Takashi Kawamura in einem Presseinterview sagte, wird der Konzern seine umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen im laufenden Fiskaljahr abschließen. Mitunter sei der Konzern aus der Fertigung von Panels für Plasma-Fernsehgeräte ausgestiegen. Ferner wurden Geschäftsfelder wie Halbleiter und Automotive umstrukturiert. Die neue Strategie sehe eine Fokussierung unter anderem auf die Geschäftsfelder Umwelttechnologie, Eisenbahn und intelligente Stromnetze vor.
In der kommenden Woche stehen unter anderem die Geschäftszahlen von Monsanto Co. an.
Bei den Konjunkturdaten dürfte am Montag in Deutschland die Erwerbstätigkeit und den USA der ISM Index sowie die Bauausgaben Aufmerksamkeit finden. Es folgen am Dienstag die Arbeitsmarktdaten und Pkw-Neuzulassungen in Deutschland, die Inflation in der Eurozone sowie die Industrieaufträge und anstehenden Hausverkäufe in den USA. Am Mittwoch stehen die Erzeugerpreise und Auftragseingänge in der EU sowie der ISM Dienstleistungsindex und das FOMC Sitzungsprotokoll in den USA im Blickpunkt. Am Donnerstag werden in Deutschland der Auftragseingang Industrie und ifo Euro Zone Economic Outlook sowie in der EU die Wirtschaftsstimmung und das Geschäftsklima vorgestellt. Zum Wochenschluss werden noch die japanischen Frühindikatoren, die deutschen Außenhandelsdaten, Einzelhandelsumsätze, Insolvenzen und die Produktion im produzierenden Gewerbe sowie die europäischen Arbeitsmarktdaten und das BIP veröffentlicht.
Der Ölpreis (Light Crude) konnte in der vergangenen Woche Gewinne verbuchen und notiert derzeit über der Marke von 78 Dollar je Barrel. Der Goldpreis stieg leicht und wird derzeit mit 1.095 Dollar je Feinunze gehandelt. Der Euro bleibt weiter über der Marke von 1,43 Dollar.
Indexstände (30.12., 18.00 Uhr) DAX: 5.957,43 TecDAX: 817,58 Dow Jones STOXX 50: 2.578,92 Nikkei 225: 10.546,44 Dow Jones: 10.542,62 NASDAQ Composite: 2.284,92 (30.12.2009/ac/n/m)
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