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Analysen - Nebenwerte
18.01.2010
Drillisch Gewinne laufen lassen
TradeCentre.de

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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" empfehlen bei der Aktie von Drillisch (ISIN DE0005545503/ WKN 554550) die Gewinne weiter laufen zu lassen.

Kurz vor dem Fest erhalte das Mobilfunkunternehmen aus Hessen ein nettes Geschenk in Form von Bargeld. Die in Hanau ansässige VS GmbH habe ihren Anteil an Drillisch von mehr als acht Prozent oder 4,75 Millionen Aktien verkauft. Laut Vertrag aus April 2004 sollten 76 Prozent des Mehrerlöses über einem Kurs von 1,45 Euro in die Kasse von Drillisch fließen. Über einen Vergleich würden nunmehr in Raten insgesamt 7,4 Millionen Euro in die Firmenkasse sprudeln. Das sei etwas weniger als dem Unternehmen zustehe. Da es sich jedoch um eine ältere Geschichte handle, dürfte es positiv sein, dass die Sache nunmehr erledigt sei.

Bevor es zu einem jahrelangen Rechtsstreit komme, habe sich der Vorstand vermutlich dafür entschieden, lieber den Fall umgehend aufzulösen. Wie aus Marktkreisen zu hören sei, seien die Stücke von der Berenberg Bank zu marktnahen Kursen breit unter Investoren platziert worden. Firmenchef Paschalis Choulidis könne sich über die Hebung einer stillen Reserve und über den entsprechenden Sondererlös freuen. Netter Nebeneffekt: Durch den Verkauf dieser Aktien erhöhe sich der Freefloat des Unternehmens auf über 90 Prozent. Die Notiz im TecDAX sei somit bombenfest!

Choulidis könne sich übrigens zum zweiten Mal in diesem Jahr über einen Sondererlös freuen. Ende September seien die Aktien aus dem Eigenbestand zu vier Euro je Aktie verkauft worden. Gekauft worden seien die Anteile bei Kursen um 3,50 Euro. Aus der Transaktion resultiere ein außerordentlicher Ertrag von mehr als einer Million Euro. Das sage der CEO den Experten im Hintergrundgespräch. Den Erlös von insgesamt zehn Millionen Euro aus dem Verkauf sei nach Erachten der Experten dazu verwendet worden, die Schulden in der MSP Holding vollständig zurückzuführen.

MSP sei jüngst vollständig im Besitz von Drillisch und halte einen Teil der insgesamt knapp 16 Millionen freenet-Aktien. Laut Choulidis sei das Unternehmen kurz- und langfristig mit rund 90 Millionen Euro verschuldet. Die Nettoverschuldung liege bei 74 Millionen Euro und werde sich zum Jahresende auf unter 65 Millionen Euro reduzieren. Dazu beitragen werde der Teilerlös aus der VS GmbH als auch der stramme Cashflow. Choulidis erwarte in 2009 einen strammen Free Cashflow. "Wir haben bisher einen Free Cashflow von bis zu 28 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Ich bin optimistisch, dass es mehr als 30 Millionen Euro werden", sage Choulidis.

Die Sondererlöse in diesem Jahr sowie der gute Free Cashflow würden nach einer Dividende für das Jahr 2009 rufen. Die Experten würden davon ausgehen, dass Drillisch eine Dividende ausschütten werde. Die Höhe schätze man auf mindestens zehn, wenn nicht gar 20 Cent je Aktie. Die exakte Höhe werde auch davon abhängen, ob freenet für 2009 bereits wieder Dividenden zahle. Dann klingle es bei Drillisch.

Choulidis habe eine Dividendenzahlung nicht bestätigen wollen. Jedoch: "Jeder Aktionär freut sich über Dividenden. Drillisch ist freenet-Aktionär und ich persönlich Aktionär von Drillisch. Ich freue mich ebenfalls über Dividenden", sage Choulidis. Schütte Drillisch 20 Cent je Aktie aus, würde dies den Konzern knapp elf Millionen Euro kosten. Das sei zum großen Teil der Betrag, der aus der Transaktion mit der VS GmbH eingefahren werde.

Neben der Beteiligung an freenet habe Drillisch zusätzlich ein gut laufendes operatives Geschäft. Die Gewinnerwartung des EBITDA sei für 2009 von 41 bis 42 auf nunmehr 43 Millionen Euro erhöht worden. "Wir sind auf gutem Weg unser Ziel zu erreichen." Netto würden aus dem operativen Geschäft über 22 Millionen Euro in der Kasse klingeln oder mindestens 41 Cent je Aktie. Von der Rezession zeige sich das Geschäft weitgehend verschont. Telekommunikation sei ein Basisversorgungsdienst, der relativ resistent in Krisenzeiten verlaufe. Für das Jahr 2010 zeige sich Choulidis zuversichtlich den Gewinn zu steigern. Ein EBITDA von circa 45 Millionen Euro oder ein Gewinn je Aktie von 45 Cent erscheine nach Meinung der Experten realistisch.

Das Grundkapital von 53,2 Millionen Aktien repräsentiere einen Börsenwert von 270 Millionen Euro. Die rund 16 Millionen freenet-Aktien seien aktuell 150 Millionen Euro wert. Wer der Kaufempfehlung der Experten im Sommer zu Kursen bei zwei Euro gefolgt sei, verbuche einen Kursgewinn von über 150 Prozent!

Die Experten von "TradeCentre.de" raten bei der Aktie von Drillisch die Gewinne weiter laufen zu lassen. Nicht investierte Anleger könnten Kauflimite um fünf Euro platzieren. (Analyse vom 18.01.2010) (18.01.2010/ac/a/nw)

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