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Analysen - Ausland
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12.02.2010
Wienerberger keine Kurstreiber
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Franz Hörl, Analyst der Erste Bank, sieht bei der Aktie von Wienerberger (ISIN AT0000831706/ WKN 852894) keine Kurstreiber.
Die vorläufigen Ergebnisse für 2009 hätten weitestgehend die Analystenschätzungen getroffen. Das vierte Quartal sei von unverändert schwachen Häusermärkten geprägt gewesen (Q4 09 Umsatz -20,7% nach -21,8% in Q3 09), sowie verstärkten Bemühungen das Vorratsvermögen abzubauen, was zusätzlich die Profitabilität belastet habe. Im Gesamtjahr seien die Umsätze um 25,3% auf EUR 1.816 Mio. gesunken, das operative EBITDA (vor Restrukturierungskosten) habe 52,6% unterhalb des Vorjahres bei EUR 208,6 Mio. gelegen und der operative Gewinn vor Einmalaufwendungen sei mit EUR 19,0 Mio. (-92,1%) gerade noch positiv geblieben.
Restrukturierungskosten in Höhe von EUR 121,4 Mio. (davon EUR 52,6 Mio. cash-wirksam), Wertminderungen von Sachanlagen in Höhe von EUR 32,3 Mio. sowie Firmenwertabschreibungen von EUR 123,3 Mio. hätten zu einem vorläufigen operativen Verlust nach Sondereffekten von EUR -258,1 Mio. geführt. Finanzaufwendungen von EUR 37,5 Mio. und Steuergutschriften von EUR 36,9 Mio. hätten ebenfalls im Rahmen den Analystenerwartungen gelegen und folglich auch der Nettoverlust vor Minderheiten mit EUR 258,7 Mio.
Positiver als das Ergebnis sei bei Wienerberger im vierten Quartal der Cash Flow ausgefallen. Durch zahlreiche Stillstände seien Vorräte um EUR 66 Mio. im Quartal abgebaut worden. Da zusätzlich rund EUR 25 Mio. Investitionen in das Jahr 2010 verschoben und EUR 30 Mio. an Forderungen verkauft worden seien, sei die Nettofinanzverschuldung (ohne Hybridkapital und Sozialkapital) mit EUR 410 Mio. deutlich besser ausgefallen als von den Analysten erwartet.
Das Wienerberger Management bleibe für 2010 weiterhin vorsichtig und betone die eingeschränkte Visibilität auf den Häusermärkten. Obwohl der Vorstandsvorsitzende Scheuch davon ausgehe, dass das Schlimmste hinter Wienerberger liege, könne derzeit nicht gesagt werden, wann und in welchem Umfang ein Aufschwung komme. Wenig überraschend werde das Geschäft im ersten Quartal noch unter dem strengen Winter stark zu leiden haben. Für das Gesamtjahr rechne Scheuch aber bei stabilen Absätzen mit deutlichen Ergebnissteigerungen aufgrund von weiteren Kosteneinsparungen in Höhe von EUR 35 Mio. und einer besseren Auslastung der Werke. Das Nettoergebnis solle so in 2010 wieder positiv ausfallen.
Der Ausblick des Wienerberger Managements decke sich ebenfalls mit den Schätzungen der Analysten. Sie würden momentan mit einer weitgehend flachen Umsatzentwicklung und einem Nettoergebnis nach Minderheiten von knapp EUR 10 Mio. rechnen. Sie würden in ihrem nächsten Bericht wahrscheinlich keine größeren Änderungen bei ihren Schätzungen oder ihrem Kursziel von EUR 14 vornehmen.
Von der Ergebnisseite her sind unmittelbar keine Kurstreiber ausmachbar - das langfristige Ergebnispotenzial sollte die Wienerberger-Aktie jedoch stützen, so die Analysten der Erste Bank. (Analyse vom 12.02.2010) (12.02.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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