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Analysen - Ausland
26.03.2010
Wienerberger Gewinne mitnehmen
Erste Bank

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Wien (aktiencheck.de AG) - Franz Hörl, Analyst der Erste Bank, rät bei der Aktie von Wienerberger (ISIN AT0000831706/ WKN 852894) Gewinne mitzunehmen.

Die endgültigen Ergebnisse von Wienerberger für 2009 hätten keine wesentlichen Änderungen zu den bereits berichteten vorläufigen Zahlen gebracht. Zur Erinnerung, das vierte Quartal sei geprägt von unverändert schwachen Häusermärkten gewesen (4Q/2009-Umsatz -20,7% nach -21,8% im 3Q/2009). Im Gesamtjahr seien die Umsätze um 25,3% auf EUR 1.817 Mio. gesunken, das operative EBITDA (vor Restrukturierungskosten) habe 52,6% unterhalb des Vorjahres bei EUR 208,6 Mio. gelegen und der operative Gewinn vor Einmalaufwendungen sei mit EUR 19,0 Mio. (-92,1%) gerade noch positiv geblieben.

Restrukturierungskosten in Höhe von EUR 121,4 Mio. (davon EUR 52,6 Mio. Cash-wirksam), Wertminderungen von Sachanlagen in Höhe von EUR 32,3 Mio. sowie Firmenwertabschreibungen von EUR 123,3 Mio. hätten zu einem operativen Verlust nach Sondereffekten von EUR -258,1 Mio. geführt. Unterm Strich sei ein Verlust pro Aktie von EUR 3,17 erwirtschaftet worden. Wie die Analysten bereits erwartet hätten, werde Wienerberger für 2009 keine Dividende zahlen. Dividendenzahlungen sollten in den nächsten Jahren jedoch laut Vorstandsvorsitzendem Scheuch so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden.

Des Weiteren habe Wienerberger ein Rückkaufangebot für die im Jahr 2005 emittierte Anleihe (Laufzeit bis April 2012; 3,875% Kupon) sowie die Emission einer neuen Anleihe (Laufzeit bis Juli 2014; voraussichtlich 4,875% Kupon) bekannt gegeben. Als Grund sei die Verbesserung des Fälligkeitsprofils der Verschuldung genannt worden. Das Rückkaufangebot für die Anleihe 2005 laute auf 100% des Nominalwertes plus aufgelaufener Stückzinsen und sei mit einem Volumen von EUR 200 Mio. begrenzt (Erhöhung vorbehalten; Gesamtvolumen EUR 400 Mio.). Das Volumen der neuen Anleihe sei mit EUR 250 Mio. bereits festgelegt worden.

Das Wienerberger Management bleibe für 2010 weiterhin vorsichtig und betone die eingeschränkte Visibilität auf den Häusermärkten. Im ersten Quartal solle das operative EBITDA aufgrund des strengen Winters sogar negativ ausfallen. Obwohl Wienerberger-Chef Scheuch davon ausgehe, dass das Schlimmste hinter dem Unternehmen liege, könne derzeit nicht gesagt werden, wann und in welchem Umfang ein Aufschwung komme. Für das Gesamtjahr rechne Scheuch aber weiterhin mit einem positiven Nettoergebnis dank weiteren Kosteneinsparungen in Höhe von EUR 35 Mio., um EUR 15 Mio. niedrigeren Energiekosten und einer besseren Auslastung der Werke.

Die Analysten würden in ihrem nächsten Bericht wahrscheinlich keine größeren Änderungen bei ihren Schätzungen oder ihrem Kursziel von EUR 14 vornehmen.

Aus Sicht der Analysten der Erste Bank bietet die Wienerberger-Aktie aufgrund der signifikanten Unterauslastung der Kapazitäten zwar weiterhin Langfristpotenzial, jedoch würden sie kurzfristig eher dazu raten, Gewinne mitzunehmen. (Analyse vom 26.03.2010) (26.03.2010/ac/a/a)

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