|
Analysen - Ausland
|
22.05.2002
BWT übergewichten
Raiffeisen Centrobank
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Die Analysten der Raiffeisen Centrobank bleiben auch nach Bekanntgabe der Ergebnisse des 1. Quartals bei ihrer Empfehlung, Aktien des österreichischen Wasseraufbereitungsspezialisten BWT (WKN 884042) überzugewichten.
Die Zahlen von BWT im 1. Quartal seien im Rahmen der Erwartungen der Analysten ausgefallen. Bei einem leicht verbesserten Umsatz (+2% auf EUR 102,2 Mio.) habe BWT die EBIT-Marge deutlich von 4,8% auf 6,0% steigern und damit einen ersten wesentlichen Schritt zur geplanten kräftigen Gewinnsteigerung setzen können. Der Gewinn solle im Jahr 2002 um knapp 60% auf EUR 24 Mio. steigen.
Der Bereich "Aqua Ecolife Technologies" (AET = Standardprodukte für Sicherheit, Wellness und Hygiene) habe aufgrund der dynamischen Internationalisierung (starkes Wachstum in Frankreich, Schweiz und Osteuropa) im 1. Quartal einen Umsatzzuwachs um 14,1% auf EUR 55,4 Mio. erzielt. Im umsatzstärksten Heimmarkt Österreich hätten der rückläufige Trend des Vorjahres gestoppt und wieder leichte Zuwächse erzielt werden können. Die EBIT-Marge im Bereich AET habe sich marginal von 11,7% auf 11,8% verbessert.
Die Umsatzrückgänge im Bereich Halbleiter (Christ) und Kraftwerkstechnik (Kennicot) hätten nicht zur Gänze durch die Zuwächse im kommunalen Bereich (Aqua Engineering) und im Bereich Nahrungs- und Getränkeindustrie (Van der Molen) kompensiert werden können, weshalb der Umsatz um 13% auf EUR 44,6 Mio. zurückgegangen sei. Die Zusammenführung mit Christ zeige bereits erste positive Ertragseffekte. So habe trotz geringerer Umsatzleistung das EBIT konstant bei EUR 0,3 Mio. gehalten werden können. Aufgrund des Projektcharakters werfe das 1. Quartal aber nur einen geringen Ergebnisbeitrag ab. Für das Gesamtjahr 2002 rechnen die Analysten im gesamten Bereich "Aqua Systems Technologies" (AST) mit einem Umsatzanstieg von 4% und einer kräftigen EBIT-Steigerung aufgrund der verstärkten Nutzung von Synergien aus der Christ-Übernahme. Unterstützt werde ihre Einschätzung vom deutlichen Wachstum des Auftragsbestandes um 15,9% auf EUR 129 Mio., wobei der jüngst erhaltene Auftrag aus Laibach von EUR 16,5 Mio. noch nicht berücksichtigt sei.
"Fuel Cell Membrane Technologies": Der Umsatz sei hier zum Vorjahresquartal um 22% auf EUR 0,22 Mio. angestiegen. Aufgrund eines punktuell deutlich reduzierten Materialaufwandes habe sich der negative EBIT-Beitrag von EUR -0,65 Mio. auf EUR -0,26 Mio. verringert. BWT halte unter anderem aufgrund des positiven Echos auf der Hannover-Messe weiter am Umsatzziel 2002 von EUR 2,6 Mio. fest.
Nach dem im Rahmen ihrer Erwartungen ausgefallenen Quartalsergebnis hätten die Analysten ihr Umsatzziel von EUR 445,5 Mio. und ihre Ergebnisschätzung von EUR 1,35 je Aktie bekräftigt. Das angesichts der konjunkturellen Situation erfreulich starke Wachstum im AET-Bereich sowie der kräftige Zuwachs im AST-Auftragseingang eröffneten sogar die Chance auf ein Überbieten ihrer Planwerte. Vorerst sei jedoch abzuwarten, ob sich diese positive Dynamik im weiteren Jahresverlauf fortsetze.
Aus dem Peer Group - Vergleich der Analysten errechne sich ein fairer Wert für das Stammgeschäft von BWT (ohne Brennstoffzellenmembran) von EUR 31,6 je Aktie. Für die Brennstoffzellenmembran lasse sich anhand der erwarteten Umsatzzahlen für 2002 ein zusätzlicher Wert von EUR 2,6 je Aktie ableiten.
In ihrer Analyse vom Januar dieses Jahres hätten die Analysten auf die ihrer Ansicht nach zu hohe Bewertung der Vergleichsunternehmen hingewiesen. Nach dem kräftigen Kursrückgang von Wedeco (Spezialist für UV- und Ozonanlagen) sei das Bewertungsniveau der Peer Group zwar etwas zurückgegangen, mit einem KGV 2003 von 23,1 (zuvor 27,2) seien die Vergleichsunternehmen jedoch weiterhin ambitioniert bewertet. Ihr Kursziel für die BWT-Aktie sehen die Analysten daher unverändert bei EUR 30 je Aktie, was einem KGV von 18,8 für 2003 entspreche. Die breite Diversifikation rund um die Themen umweltschonende Wasseraufbereitung, Wellness und Hygiene bewähre sich insbesondere im derzeit schwierigen konjunkturellen Umfeld und mache BWT zu einem der interessantesten Unternehmen der Branche.
Die Analysten der Raiffeisen Centrobank bestätigen daher ihre Empfehlung "übergewichten" für Aktien von BWT.
|