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Analysen - Nebenwerte
19.04.2010
GERRY WEBER kaufen
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Christoph Schlienkamp, empfiehlt die Aktie von GERRY WEBER (ISIN DE0003304101/ WKN 330410) weiterhin zu kaufen.

Durch den Aufbau ihres vertikalen Geschäfts habe sich die GERRY WEBER-Gruppe eine Marktposition geschaffen, die von neuen Wettbewerbern kaum gefährdet werden dürfte. Die langjährig am Markt etablierten Marken würden die beste Absicherung gegen preisaggressive Konkurrenz darstellen und es GERRY WEBER zudem erlauben, sich dem Preis- und Margendruck des Handels zu entziehen. Die Gruppe habe sich eine breite Kundenbasis aus etwa 5.500 nationalen und internationalen Einzelhändlern aufgebaut, um nicht von einzelnen Großkunden abhängig zu sein. So dürfte der Ausfall einzelner, auch größerer Kunden die Unternehmensentwicklung nicht nachhaltig belasten.

Günstige Beschaffungsstrukturen seien entscheidend für die weitere Steigerung der Ertragskraft des Konzerns, der für die Optimierung der Beschaffung sowohl kosten- als auch qualitätsseitig ein eigenes System entwickelt habe. Durch das globale Sourcing könnten kosteneffizientere Produktionsstätten aufgedeckt und in die Strukturen des Unternehmens integriert werden. So werde die Produktion in Fernost vom Süden Chinas in den Norden und in das Landesinnere verlagert, um von den inländischen Lohnunterschieden profitieren zu können. In Osteuropa würden die bisherigen Produktionsstandorte nach und nach durch kostengünstigere, wie die Ukraine, Weißrussland und Moldawien, ersetzt.

Durch die eigenen Retail-Aktivitäten habe sich die Gruppe einen zweiten Absatzkanal geschaffen, der sie unabhängiger vom Wholesale-Geschäft mache. Durch die damit verbundenen Erfahrungen am Point of Sale könnten die Kollektionen außerdem noch gezielter auf die Kundennachfrage zugeschnitten werden. Ein wichtiger Treiber für die Gewinnentwicklung des Konzerns sei zudem die Verlagerung der Produktion in kostengünstigere Länder in Fernost und in Osteuropa.

Strategisch liege der Fokus der Gesellschaft auf der Steigerung der Rentabilität und nicht auf dem Umsatzwachstum. Die Gruppe habe zuletzt eine Forderungsausfallquote von 0,1% des Umsatzes berichtet, was die Analysten als gutes Risikomanagement werten würden.

Die Ende März 2010 publizierten Quartalszahlen hätten im Rahmen der Erwartungen der Analysten gelegen und eine im Vergleich zum Vorjahr verbesserte Profitabilität gezeigt. Insgesamt zeige die Analyse der Bilanz einen Aufbau der Vorräte um 6 Mio. EUR auf 64 Mio. EUR. Die Finanzierung dieses Aufbaus spiegele sich entsprechend auch in den Verbindlichkeiten in der Bilanz wider. Zudem zeige die GuV einen deutlichen Anstieg der Bestände und Materialkosten. Dies stimme die Analysten insgesamt zuversichtlich, dass sich das Momentum im 2. Quartal erhöhen werde. Untermauert werde diese Erwartung zudem durch den Auftragseingang für die erste und zweite Herbst-/Winterkollektion, der um 4,7% höher gelegen habe als im Vorjahr. Die genauen Ordereingänge würden nach Abschluss der Orderrunde im Mai vorliegen.

GERRY WEBER habe erwartungsgemäß die Guidance bestätigt, in 2009/10 einen Umsatz von 615 Mio. EUR bis 620 Mio. EUR zu erzielen. Wenn die Prognose der Analysten (624 Mio. EUR) oberhalb der von GERRY WEBER in Aussicht gestellten Umsatzerwartung liege, dann reflektiere dies auch die Tatsache, dass sie glauben würden, dass der Konzern zu Beginn des Geschäftsjahres zurückhaltend sei und die Prognose die makroökonomischen Unsicherheiten reflektiere. Für sie bleibe unverändert positives Überraschungspotenzial gegeben. Unverändert zuversichtlich zeige sich das Management mit Blick auf die Marge, die im Rahmen der mittelfristigen Planung von 12,0% auf 13,0% gesteigert werden solle (Treiber weitere Produktivitätsverbesserungen). Die Analysten würden dieses Plus unverändert für erreichbar halten.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe halten an ihrer Kaufempfehlung für die GERRY WEBER-Aktie mit einem unveränderten Kursziel von 32 EUR fest. (Analyse vom 19.04.2010) (19.04.2010/ac/a/nw)



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