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Analysen - Ausland
23.04.2010
Schmolz + Bickenbach "buy"
Vontobel Research

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Zürich (aktiencheck.de AG) - Patrick Rafaisz, Analyst von Vontobel Research, stuft die Aktie von Schmolz + Bickenbach (ISIN CH0005795668/ WKN 905370) in der aktuellen Ausgabe von "Vontobel Morning Focus" unverändert mit dem Rating "buy" ein.

Schmolz + Bickenbach werde seine Ergebnisse des Geschäftsjahres 2009 am 29. April veröffentlichen und eine Analystenkonferenz finde um 10:00 Uhr CET in Zürich statt. Die Zahlen für das 2. Halbjahr 2009 würden schlecht aussehen. Die Analysten würden mit einem Umsatz von EUR 1,18 Mrd., einem EBITDA-Verlust von EUR 8,9 Mio., einem EBIT-Verlust von EUR 54 Mio. sowie einem Nettoverlust von EUR 63 Mio. rechnen. Die Auftragslage habe aber gegen Ende 2009 begonnen, sich zu verbessern und nach der Kenntnis der Analysten laufe die Produktion seit Januar wieder mit voller Kapazität - allerdings mit einem ungünstigen Produktmix (mehr niederwertiger Stahl für die Kfz-Industrie).

Die Analysten würden ihre Schätzung für das 2. Halbjahr 2009E (ausgehend von einer niedrigeren Bruttomarge) reduzieren, ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2010E geringfügig anpassen und ihre Vorschau für das Geschäftsjahr 2011E erhöhen. Ebenso würden sie ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2012E (Umsatz EUR 3.382Mio., EBIT EUR 216 Mio., Nettogewinn EUR 99 Mio.) reduzieren.

Nach 14 Monaten mit negativem Wachstum in Jahresvergleich sei im November 2009 die Kehrwende in der europäischen Stahlproduktion eingetreten. Seither habe sich das Wachstum wieder beschleunigt und in der EU erstaunliche 47% erreicht, wobei Deutschland mit unglaublichen 92% das Feld anführe. Das Jahr 2009 sei für viele Stahlunternehmen, besonders aber für Schmolz + Bickenbach ein "verlorenes Jahr" gewesen. Gegen Ende des Geschäftsjahres 2009 habe sich der Auftragseingang jedoch zu erholen begonnen. Die Treiber seien vorwiegend OEMs im Fahrzeugbereich gewesen, die ihre Produktion wieder hochgefahren hätten.

Die Analysten würden daher davon ausgehen, dass das Unternehmen im 1. Quartal 2010 die Kapazitäten wieder vollständig oder nahezu vollständig habe ausnutzen können. Allerdings habe sich der Produktmix aufgrund des hohen Anteils an minderwertigeren Stahlqualitäten nachteilig ausgewirkt. Dies habe vermutlich bessere Margen verhindert, wobei sich diese Situation bereits im 2. Quartal 2010 ändern sollte.

Der von der Erholung der Märkte ausgehende Rückenwind nehme zu. Im 1. Halbjahr 2010 würden die Analysten spektakuläre Wachstumsraten erwarten und eine Verbesserung des Produktmix werde weiteres Potenzial für eine Ausweitung der Margen eröffnen. Die Bilanz bleibe aber mittelfristig ein großes Fragezeichen. Es erscheine unwahrscheinlich, dass das Unternehmen genügend Barmittel aufbringen werde, um den Konsortialkredit bis zum Jahresende 2012 zurückzuzahlen. Bis dahin sei zwar noch Zeit, aber irgendwann werde das Management den Investoren eine Lösung vorlegen müssen.

Nachdem die Analysten von Vontobel Research ihre EPS-Schätzungen für 2010 und 2011 nach oben korrigiert haben, erhöhen sie ihr Kursziel von CHF 40 auf CHF 47 und bestätigen ihr "buy"-Rating für die Schmolz + Bickenbach-Aktie vor der Ergebnisveröffentlichung. (Analyse vom 23.04.2010) (23.04.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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