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Analysen - DAX 100
14.05.2010
Celesio halten
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Die Analystin vom Bankhaus Lampe, Leslie Iltgen, stuft die Celesio-Aktie (ISIN DE000CLS1001/ WKN CLS100) weiterhin mit dem Rating "halten" ein.

Am 12. Mai habe Celesio die Ergebnisse für das erste Quartal veröffentlicht. Die Ergebnisse hätten die Analystenerwartungen getroffen. Der deutliche Umsatzanstieg sei primär auf die Einbeziehung der seit September 2009 konsolidierten brasilianischen Panpharma zurückzuführen (habe 5,8% zum Konzernumsatz beigetragen) und die insgesamt gute Entwicklung im Bereich Pharmacy Solutions (Umsatz: +10,8% auf 4,7 Mrd. EUR und EBITDA: +22,5% auf 107,9 Mio. EUR). Der Bereich Patient and Consumer Solutions habe ein Umsatzwachstum in Höhe von +4,5% auf 854,4 Mio. EUR gezeigt. Im Bereich Manufacturer Solutions sei der Rohertrag von 38,8 Mio. EUR auf 99,4 Mio. EUR gestiegen (insbesondere getrieben durch die Einbeziehung der in 2009 akquirierten pharmexx).

Leicht positive Währungseffekte - insbesondere des GBP - hätten ebenfalls zum Umsatzanstieg auf Konzernebene beigetragen. Bereinigt um Wechselkurseffekte, Akquisitionen und Desinvestitionen habe sich der Umsatz um 1,2% erhöht. Das EBITDA sei um 6% gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen (plus 4,1% in lokaler Währung). Der Anstieg sei wesentlich auf die gute Geschäftsentwicklung des Geschäftsbereichs Pharmacy Solutions zurückzuführen und die Einbeziehung von Panpharma. Hinzu kämen das gestiegene Beteiligungsergebnis (ANZAG-Beteiligung), positive Fremdwährungseffekte sowie positive Ergebnisbeiträge von pharmexx.

Negativ hingegen hätten sich diverse staatliche Maßnahmen in Ländern wie Großbritannien (niedrigere Practice Payment und niedrigere Erstattungspreise für Generika), Irland (Preissenkung für Generika um 40% im Februar 2010), Niederlande (verschärfte Preference Policy) und Italien (Preissenkungen für Generika und Margenkürzungen) ausgewirkt, die das EBITDA mit insgesamt 28,9 Mio. EUR negativ belastet hätten.

Ebenfalls belastend ausgewirkt sich höhere Anlaufkosten für den Aufbau einer eigenen Apothekenkette in Schweden. Im ersten Quartal seien bereits sechs Apotheken eröffnet worden. Das Management habe angegeben, mehr Apotheken eröffnen zu wollen als bislang geplant (statt 20 bis 30 sollten es nun 30 bis 40 in 2010 werden). Die Anlaufkosten pro Apotheke würden nach den Schätzungen der Analysten bei rund 300.000 EUR liegen, was zu einer Gesamtbelastung in 2010 zwischen 9 und 12 Mio. EUR führen dürfte.

Das Finanzergebnis habe sich um 10,8% auf -31,0 Mio. EUR verschlechtert. Hier hätten sich u.a. im Zinsaufwand enthaltene, nicht zahlungswirksame Aufwendungen in Höhe von 6,6 Mio. EUR ausgewirkt, welche die Aufzinsung langfristiger Kaufpreisverbindlichkeiten, die Aufzinsung langfristiger Rückstellungen (vor allem Panpharma) sowie die Anwendung der Effektivzinsmethode bei der im Oktober 2009 begebenen Wandelanleihe beinhalten würden. Ohne diese Effekte hätte sich das Finanzergebnis im Vorjahresvergleich leicht verbessert.

Die Guidance für das Gesamtjahr sei bestätigt worden. 2010 solle das Konzern-EBITDA auch auf Eurobasis gegenüber 2009 gesteigert werden. Insbesondere die in 2009 getätigten Akquisitionen (vor allem Panpharma) dürften sich nach Erachten der Analysten weiter positiv auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung auswirken. Der Hauptteil der durch staatliche Maßnahmen verursachten Belastungen dürfte sich vorrangig im ersten Halbjahr 2010 negativ auswirken, so dass in der zweiten Jahreshälfte mit einer Ertragsverbesserung zu rechnen sei.

Ein Restrisiko würden die Analysten derzeit in noch nicht absehbaren möglichen staatlichen Eingriffen in Großbritannien nach den Wahlen Anfang Mai sehen. Die Nettoverschuldung solle auf unter 2 Mrd. EUR gesenkt werden und CAPEX solle leicht unter Vorjahresniveau bleiben. Größere Akquisitionen würden die Analysten in 2010 nicht erwarten.

Der Fokus dürfte jetzt auf der Integration aller in 2009 getätigten Akquisitionen liegen. Bei pharmexx etwa dürfte der Integrationsprozess noch bis Anfang 2011 andauern. Die vollständige Integration von Laboratoria Flandria dürfte bis Ende des Jahres noch Managementkapazitäten binden. Der Ausbau des Apothekennetzwerkes dürfte auch weiterhin vor allem mittels kapitalschonenderer Neueröffnungen bzw. Ausbau des Franchsie-Systems erfolgen. Mit Blick auf die zu erwartende Entwicklung in den einzelnen Geschäftsbereichen bleibe noch festzuhalten, dass man neben der Eröffnung von Apotheken im Retail Pharmacy Business künftig auch verstärkt auf den Ausbau des OTC-Geschäfts sowie das zuletzt sich dynamisch entwickelnde Apothekenversandgeschäft (mail ordering) setze.

Im Großhandelsgeschäft gehe man in den europäischen Märkten für 2010 von einer rückläufigen Umsatzentwicklung aus (u.a. deutlich kompetetiveres Umfeld in Frankreich). Celesio setze auf eine dynamische Entwicklung in Brasilien, die dies in Teilen kompensieren und zu einem für den gesamten Großhandelsbereich unveränderten Umsatzwachstum und einem etwas verbesserten EBITDA führen dürfte. Bei Movianto sollte in 2009 neu hinzugewonnene Aufträge, sowie weitere Prozessoptimierungen zu einer Ergebnisverbesserung führen. Für den Ausbau des Homecare Geschäfts dürften hingegen auch 2010 wieder Start-Up-Kosten anfallen.

Für 2010 würden die Analysten unverändert insgesamt mehr Wachstum als 2009 erwarten. Zu den Hauptwachstumstreibern zähle ihres Erachtens insbesondere die in 2009 getätigte Akquisition der brasilianischen Panpharma. Ab 2011 dürfte der Konzern noch deutlicher von den dann vollständig integrierten übrigen Akquisitionen des vergangenen Jahres (u.a. pharmexx und Laboratoria Flandria) profitieren. Auch dürfte der Ausbau des Apothekennetzwerkes (insbesondere in Schweden) dann verstärkt zur Ergebnissteigerung beitragen. 2010 stelle sich vor dem Hintergrund nach Erachten der Analysten noch als Übergangsjahr dar.

Mittelfristig würden die Analysten auch von dem derzeit noch im Aufbau befindlichen Homecare-Geschäfts ebenfalls positive Umsatz- und Ergebnisbeiträge erwarten. Vor dem Hintergrund würden sie den Konzern auf gutem Wege sehen, das im Rahmen des Wachstumsprogramms Agenda 2015 gesteckte Ziel eines EBITDA von über 1 Mrd. EUR ein gutes Stück näher zu kommen.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bewerten die Celesio-Aktie unverändert mit "halten". Das Kursziel werde nach wie vor bei 24 EUR gesehen. (Analyse vom 14.05.2010) (14.05.2010/ac/a/d)



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