|
Analysen - Ausland
|
22.06.2010
France Télécom kaufen
National-Bank AG
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Essen (aktiencheck.de AG) - Die Analystin der National-Bank AG, Andrea Großmann, stuft die France Télécom-Aktie (ISIN FR0000133308/ WKN 906849) unverändert mit "kaufen" ein.
Die Umsatz- und EBITDA-Daten des französischen Telekomkonzerns für das Auftaktquartal seien insgesamt solide ausgefallen. So habe sich der Erlösrückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 2,0% (vglb. Basis: 2,7%) auf 10,96 Mrd. EUR im Rahmen der Konsensschätzungen bewegt. Bereinigt um regulatorisch induzierte Preissenkungen errechne sich ein Umsatzminus von "nur" 0,3%, womit sich die Lage gegenüber dem Vorquartal spürbar stabilisiert habe.
Deutliche Erlösrückgänge habe France Télécom in lokaler Währung in Polen (allerdings mit nachlassender Tendenz) sowie im spätzyklischen Geschäft mit Unternehmenskunden verkraften müssen, wohingegen sich das Geschäft in den Entwicklungsländern weiterhin dynamisch entwickelt habe. Das operative Ergebnis (EBITDA) habe binnen Jahresfrist um 4,8% (vglb. Basis 5,5%) und damit etwas deutlicher als im Konsens befürchtet auf 3,76 Mrd. EUR nachgegeben. Damit gehe eine Schmälerung der EBITDA-Marge um 110 BP auf 34,3% einher, die zumindest teilweise auf regulatorische Eingriffe sowie Änderungen des Konsolidierungskreises zurückzuführen sei.
Nach Einschätzung der Franzosen sei im Vergleich zum Vorjahr mit einem nachlassenden Margendruck im zweiten Halbjahr zu rechnen. Der Ex-Monopolist wolle zudem mithilfe attraktiver Angebote das Wachstum allen voran im Breitbandbereich ankurbeln. Der Telekomriese sei unverändert zuversichtlich, im laufenden sowie im kommenden Jahr einen Free Cashflow von 8 Mrd. EUR (vor Frequenzzukäufen) zu erwirtschaften, womit die Basis für weiterhin attraktive Dividendenzahlungen und den selektiven Ausbau des Engagements auf attraktiven Märkten gegeben sein dürfte.
Die insgesamt soliden Q1-Ergebnisse sowie die bestätigten Ziele würden die Konjunkturresistenz des Geschäftsmodells unterstreichen. France Télécom sei nach wie vor der dominante Anbieter auf dem Heimatmarkt, der sich durch eine vergleichsweise niedrige Penetrationsrate sowie ein rationales Verhalten der Wettbewerber auszeichne. Der bevorstehende Markteintritt des vierten Mobilfunkanbieters Iliad dürfte an der komfortablen Situation zunächst wenig ändern, da mindestens zwei Jahre bis zum Aufbau eines eigenen Netzwerkes ins Land gehen dürften, das angesichts der knappen Frequenzausstattung und der begrenzten Reichweite wohl nicht mit dem von France Télécom werde konkurrieren können.
Wachstumsfantasie würden die geplanten selektiven Akquisitionen in Afrika sowie im Nahen Osten vermitteln. Die rasche Adaption IP-basierter Technologien versetze den Ex-Monopolisten in die Lage lukrativere Mehrwertdienste, wie beispielsweise Pay-TV, anzubieten. Die Fokussierung auf Bündelangebote dürfte die Kundenbindung auf dem Heimatmarkt erhöhen. Kostensenkungen, Kooperationen im europäischen Ausland sowie die Investitionsdisziplin würden für einen weiterhin hohen freien Mittelzufluss und eine attraktive Ausschüttungspolitik sprechen.
Die Analysten der National-Bank AG erachten vor diesem Hintergrund die Dividenden-Story als intakt und sehen zunächst keine Veranlassung, das "kaufen"-Votum für die France Télécom-Aktie oder das Kursziel von 20 EUR zu ändern. Da der Titel im Hinblick auf die Dividendenrendite bei einem Kurs von rund 21 EUR im Einklang mit der Peergroup bewertet wäre, sei das Kursziel der Analysten nicht als ambitioniert einzustufen. (Analyse vom 22.06.2010) (22.06.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|