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Analysen - Ausland
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27.07.2010
Ericsson "reduce"
SEB
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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Oana Floares, Analystin der SEB, stuft die Aktie von Ericsson (ISIN SE0000108656/ WKN 850001) mit "reduce" ein.
Die Q2-Zahlen von Ericsson seien insgesamt im Rahmen der Analystenerwartungen ausgefallen. Die Einnahmen seien weiter um 7,9% gg. VJ (organisch: -15%) auf 48,0 Mrd. SEK (Schwedische Krone) gesunken. Dabei seien die Netzwerk-Erlöse unverändert zweistellig zurückgegangen (-11,4%). Auf der Ertragsseite hätten Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 2,0 Mrd. SEK belastet. Bei den Joint Ventures habe Sony Ericsson diesmal ein Gewinn von 63 Mio. EUR beitragen können, ST-Ericsson sei hingegen stark defizitär geblieben (-118 Mio. USD). Das Nettoergebnis sei auf 2,1 Mrd. SEK (VJ: 0,8 Mrd. SEK) gestiegen.
Die Bilanzseite sei, wie gewohnt, sehr solide geblieben: Ericsson sei mit 34 Mrd. SEK weiterhin Nettogläubiger, und auch die EK-Quote sei auf über 50% geblieben. Die Zukunftsaussagen seien nach Erachten der Analysten recht verhalten geblieben, man habe sich auch nicht zum weiteren Geschäftsverlauf geäußert, außer, dass die Kostenreduzierungen weiterhin im Fokus bleiben würden.
Mittel- bis langfristig sollten die anstehenden Infrastrukturinvestitionen in den Emerging Markets (Mexiko, Brasilien) weiterhin für Auftrieb sorgen. Hauptgeschäftstreiber seien das mobile Internet und die wachsende Anzahl von Service-Verträgen seitens Netzbetreiber. Dank der soliden Bilanzverhältnisse sei nach Erachten der Analysten Ericsson auch gegen längere Phasen abnehmender Nachfrage gut gerüstet. Die Fälligkeiten der Finanzschulden würden zudem zum überwiegenden Teil erst ab 2012 bis 2014 beginnen.
Die Investitionen in manchen Regionen (zum Beispiel Osteuropa) sollten sich aufgrund der strafferen Kreditvergabe zeitlich nach hinten verschieben. Auch aus anderen großen Märkten wie Indien (-63%) und China (-36%) sollte die Auftragsvergabe kurzfristig nicht allzu schnell wieder an Dynamik gewinnen. Die Restrukturierungsaufwendungen von rund 4,7 Mrd. SEK würden in diesem Geschäftsjahr noch anfallen.
Bislang hat sich die Aktie von Ericsson durch einen soliden, mehrfach bestätigten Aufwärtstrend ausgezeichnet, so Andreas Klähn, technischer Analyst der SEB. Das scheine sich nun zu ändern, denn die untere Aufwärtstrendlinie (aktuell 83,51 SEK, wöchentlich steigend) werde diese Woche unterschritten. Bestände können trotzdem noch gehalten werden, denn mit 78,90 SEK folge alsbald eine starke Unterstützung.
Man gehe davon aus, dass diese Marke in den nächsten Wochen getestet werde. Dann werde sich auch die weitere Entwicklung herauskristallisieren. Sollte nämlich diese wichtige Marke ebenfalls durchbrochen werden, werde sich die Abwärtsbewegung vermutlich bis 73,00 SEK ausweiten. Deshalb sollten Bestände auf jeden Fall mit einem Alarm in Höhe von 78,90 SEK versehen werden. Die Chancen auf eine Verteidigung der Unterstützung bei 78,90 SEK stünden aber nicht so schlecht. Käufe sollten timingorientiert dennoch zurückgestellt werden.
Man senke das Kursziel von 80 SEK geringfügig auf 79 SEK.
Angesichts der nur verhaltenen Nachfrage und der fehlenden Impulse für die Ericsson-Aktie ist das Anlageurteil der Analysten derzeit nur ein "reduce". (Analyse vom 27.07.2010) (27.07.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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