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Analysen - Ausland
03.09.2010
Schmolz + Bickenbach operatives Ergebnis wieder deutlich verbessert
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Schmolz + Bickenbach-Aktie (ISIN CH0005795668/ WKN 905370) weiterhin mit "kaufen" ein.

Dank der Erholung der Stahlbranche hätten die H1-Ergebnisse überzeugen können. Die Auslastung der Werke tendiere bei rund 85%, wobei einzelne Werke bereits wieder Überstunden leisten beziehungsweise die Leiharbeiterquoten erhöhen würden, um die gestiegenen Nachfrage bedienen zu können. Der Auftragsbestand habe zum 30.06. bei über 500 kt und die Rohstahlproduktion bei 900kt gelegen, was rund 90% der Gesamtjahresproduktion von 2009 entsprochen habe. Das Management erwarte für das laufende Halbjahr aufgrund der Preiserhöhungen (nicht quantifiziert - die Analysten würden mit mindestens +50 EUR/t rechnen) ein höheres Umsatzniveau als im ersten Halbjahr und ein operatives Ergebnis (EBITDA), das mindestens auf H1-Niveau (102,3 Mio. EUR) liege.

Die Analysten hätten ihre Schätzungen für das laufende Jahr Topline angehoben und auf EBITDA-Ebene aufgrund der höheren Personalaufwendungen leicht reduziert. Aufgrund des höheren Working Capital Bedarfs (+267,6 Mio. EUR im ersten Halbjahr) sei die Nettoverschuldung um 169,2 Mio. EUR gestiegen, was höhere Zinskosten im zweiten Halbjahr zur Folge haben werde. Jedoch werde im ersten Halbjahr (vor der Sommerpause) traditionell mehr Vormaterial vorgehalten, um nach den Werksferien der Automobilindustrie, unverzüglich liefern zu können. Daher werde sich das w/c zum Jahresende wieder normalisieren.

Einziger Wermutstropfen für Investoren sei, dass die Neustrukturierung der Finanzierung (1,37 Mrd. EUR) noch nicht abgeschlossen sei, da die Europäische Kommission zwei Einsprüche gegen die deutsche Staatsbürgschaft noch nicht abschließend bewertet habe. Komme die Genehmigung nicht zustande, so wäre die die Zinsbelastung nach Erachtender Analysten um 200 Basispunkte höher. Der Abschluss der Finanzierung sollte nach Meinung der Analysten in den nächsten Wochen erfolgen.

Insgesamt habe das Unternehmen die Krise überwunden. Die neue Finanzierungsstruktur dürfte ein wesentlicher Katalysator für die Aktie des Weltmarktführers für lange Edelstahlprodukte werden. Die operative Richtung stimme und dank des Effizienzprogramms verbleibe im Unternehmen dauerhaft ein Kostenvorteil von rund 78 Mio. EUR bei voller Kapazitätsauslastung.

Darüber hinaus werde das neue Werk in Chicago ab Frühjahr 2011 die Produktion aufnehmen und dann werde sich aufgrund der geringeren Investitionen (auf Abschreibungsniveau erwartet) auch ein deutlich verbesserter Free-Cash-Flow ergeben, mit dem die Verschuldung zurückgeführt werden könne.

Ihr Kursziel würden die Analyseten anhand eines Peer-Group-Vergleichs ermitteln, welches einen fairen Wert von 25,40 EUR widerspiegele. Des Weiteren hätten sie ihr DCF-Modell zugrunde gelegt, welches ein faires Kursniveau von 28,90 EUR (WACC 7,3%, TG 1%) ermittle. Der abgerundete Mittelwert beider Verfahren beträga 27,00 EUR (entspreche circa 35 CHF).

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen ihre Kaufempfehlung für die Schmolz + Bickenbach-Aktie. Das Kursziel sehe man unverändert bei 27 EUR. (Analyse vom 03.09.2010) (03.09.2010/ac/a/a)



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