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Analysen - Ausland
20.09.2010
EVN legt Zahlen zu den ersten drei Quartalen 2009/10 vor
Minerva Investments

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Wien (aktiencheck.de AG) - Die Experten von Minerva Investments stufen die Aktie von EVN (ISIN AT0000741053/ WKN 878279) auf "kaufen".

In den ersten drei Quartalen 2009/10 sei der Umsatz um 1,5% auf EUR 2,18 Mrd. gestiegen. Im Energiegeschäft hätten bis auf das Segment Erzeugung, das mit rückläufigen Strompreisen und geringerer Erzeugung aus erneuerbaren Energie zu kämpfen habe, alle Bereiche zum Unsatzanstieg beigetragen. Das operative Ergebnis sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,3% auf EUR 194,1 Mio. gestiegen. Das Finanzergebnis habe um 59,8% zulegen können und bei EUR 72 Mio. gelegen. Das Ergebnis vor Steuern habe EVN um 18,7% auf EUR 266,2 Mio. erhöhen können.

Der Cash Flow aus dem Ergebnis habe in der Berichtsperiode mit EUR 422,5 Mio. um 5,5% über dem Vorjahreswert gelegen. Das Eigenkapital sei um 4,0% auf EUR 3,00 Mrd. zurückgegangen. Die Eigenkapitalquote zum Quartalsstichtag habe bei 45,7% gelegen. Bei einer Nettoverschuldung von EUR 1,42 Mrd. errechne sich ein Verschuldungsgrad von 47,2%. Rating Agentur Moody's habe das Rating erst kürzlich von A2 auf A3 heruntergestuft und bezeichne den Ausblick des Unternehmens als stabil.

Ende August habe EVN eine Kapitalerhöhung bis zu einer Höhe von EUR 200 Mio. in Aussicht gestellt, die noch im Laufe des Jahres abgewickelt werden solle. Zweck der Kapitalmaßnahe sei, auf der einen Seite die Bilanz zu stärken und auf der anderen Seite Projekte im Bereich Erneuerbare Energien zu finanzieren. EnBW (ISIN DE0005220008/ WKN 522000), Nummer vier unter den deutschen Stromerzeugern, habe mitgeteilt, dass die Kapitalerhöhung bei EVN genutzt werden solle, ihre 35,7% Beteiligung zu verkaufen, sofern der Markt dies zulasse. Das EnBW-Management sehe keinen strategischen Nutzen mehr in einer EVN-Beteiligung und prüfe derzeit sämtliche Minderheitenbeteiligungen.

Somit würde sich die Liquidität der EVN Aktie deutlich verbessern. Der derzeit geringe Free Float (niedriger als 14%) würde deutlich steigen und die Aktie für viele Marktteilnehmer attraktiver machen.

EVN werde derzeit mit einem Abschlag von 25% zur europäischen Referenzgruppe (westeuropäische Utilities gesamt) mit einem EV/T12M EBITDA von 9,28x bewertet. Hinsichtlich eines KGV-Vergleichs und eines Kurs/Buchwert-Vergleiches falle der Abschlag noch höher aus. EVN sei aktuell mit einem KGV von 9,40x bewertet (vs. Sektor von 26,57x). Durch ihre Annahmen, dass EVN in den kommenden Jahren eine zusammengesetzte jährliche Wachstumsrate (CAGR) von etwa 10% erreichen werde - und damit den Sektor outperformen werde - würden die Experten den Abschlag in der EV/EBITDA-Bewertung zum Sektorschnitt in erster Linie durch den geringen Free Float begründet sehen.

Die Tatsache, dass mehr als 50% des Unternehmens staatlich kontrolliert würden, sei insbesondere im Utilities-Sektor keinen Abschlag mehr wert. Die Experten würden davon ausgehen, dass EVN die Kapitalerhöhung noch im September, also innerhalb der kommenden zehn Tage, starten werde und zeitgleich EnBW ihren Anteil als Secondary platzieren werde. Die "EVN neu" werde daher über bis zu 49% Free Float verfügen und deutlich liquider sein. Für die nahe Zukunft würden die Experten eine Ausweitung der Dividende in dem Sinne erwarten, dass die Ausschüttungsquote auf das Sektorniveau steigen werde - nicht zuletzt werde in diesem Punkt auch der Hauptaktionär Land Niederösterreich auf der Seite der freien Aktionäre sein und für das Mitziehen bei der Kapitalerhöhung eine entsprechend lukrative Ausschüttung für das Budget einfordern.

Die Experten von Minerva Investments stufen die EVN-Aktie auf "kaufen" und erwarten auf Sicht von zwölf Monaten, dass der Abschlag zur Peergroup beim EV/EBITDA-Multiple zumindest auf ein einstelliges Niveau sinkt - eher sogar ganz verschwindet. Das Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten werde bei 14,20 Euro gesehen. (Analyse vom 20.09.2010) (20.09.2010/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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