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Analysen - DAX 100
30.09.2010
Münchener Rück solide Q2-Daten
SEB

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Manfred Jakob, Analyst der SEB, stuft die Aktie der Münchener Rück (ISIN DE0008430026/ WKN 843002) mit dem Rating "buy" ein.

Die Münchener Rück habe mit den Q2-Ergebnissen überzeugt. Der Konzerngewinn habe mit 709 Mio. EUR nach 697 Mio. EUR im Vorjahr über den Erwartungen gelegen. Das operative Ergebnis sei um 5,5% auf 1,45 Mrd. EUR. gestiegen. Die Bruttoprämien hätten sich um 6,1% auf 10,96 Mrd. EUR erhöht. Erneut habe ein wider Erwarten starkes Kapitalanlageergebnis die weiteren Belastungen aus dem versicherungstechnischen Geschäft nahezu ausgeglichen. Es sei um 19,7% auf 2,62 Mrd. EUR gestiegen.

Die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio = CR) der Rückversicherungen habe bei 103,8% nach 98,4% im entsprechenden Vorjahresquartal bzw. nach 109,2% im Vorquartal gelegen, wo besonders viele Großschäden angefallen seien. Die CR der Erstversicherungen liege bei 94,5% (nach 93,3% bzw. 98,7% in Q1).

Der CEO habe - und dies sei die eigentliche Überraschung - die bisherigen Ertragsziele bekräftigt. So strebe die Münchener Rück für 2010 weiterhin ein Konzernergebnis von über 2 Mrd. EUR an, das nach den Großschäden in H1 ambitioniert sei, aber bei normalem Schadenverlauf und weiterhin starkem Kapitalanlageergebnis durchaus erreichbar sei.

Die Münchener Rück habe auch in Q2 trotz einiger Großschäden aus Naturkatastrophen ein solides Ergebnis erwirtschaftet. Die außergewöhnlich hohen Belastungen hätten vor allem im Wege der Veräußerung von Kapitalanlagen gut abgefedert werden können. ERGO habe seinen in Q2-09 eingeleiteten Turnaround weiter fortgesetzt. ERGOs Werbeoffensive sei gut gestartet.

Die außergewöhnlich hohe Schadensbilanz im gesamten ersten Halbjahr bringe zugleich eine gute Ausgangsbasis mit, um bei den nächsten Erneuerungsrunden wieder erfolgreicher zu sein (zum 01.01.2010 z.B. seien die Preise leicht abwärts gerichtet und nur 85% der Verträge erneuert gewesen). Die ausgezeichnete Risikoexpertise, das Know-how, die gute Kapitalbasis und die guten Kundenbeziehungen seien die Garanten hierfür. Naturgefahrendeckungen würden zu den profitabelsten Geschäftsbereichen der Münchener Rück gehören.

Die Unsicherheiten im Rückversicherer-Bereich seien nach zwei Quartalen mit mehreren Großschäden naturgemäß groß. Ein anhaltend so hohes Kapitalanlageergebnis wie bisher sei kaum mehr zu erwarten. Sollten weitere größere Schäden auf die Münchener Rück zukommen (Hurrikan-Saison gehe bis Ende November), bestehe Gewinnrevidierungsbedarf.

Aus Sicht der technischen Analyse sollte die Aktie der Münchener Rück derzeit noch gemieden werden, so Savas Demirtas, technischer Analyst der SEB. Sie befinde sich derzeit in einem intakten Abwärtstrend, dessen obere Begrenzungslinie aktuell bei 103,90 EUR verlaufe und wöchentlich falle. Aufgrund der sich wieder verschlechternden Markttechnik sei nicht davon auszugehen, dass dieser in den nächsten Wochen aufgelöst werden könne. Die langfristigen Trendindikatoren MACD und Momentum seien im negativen Bereich weiter abwärts gerichtet und würden den Überhang an Abwärtspotenzial und -dynamik weiter ausbauen.

Wenige Impulse würden derzeit auch die mittelfristigen Overbought/Oversold-Indikatoren liefern, die zur Seite hin abgedreht seien. Es müsse daher mit einem Abprall an der oberen Abwärtstrendlinie und einem Rücklauf bis zur Unterstützung bei 98,75 EUR gerechnet werden. Sollte es wider Erwarten dennoch gelingen, den Abwärtstrend aufzulösen, warte bereits bei 106,73 EUR der nächste massive Widerstand, der wohl kaum überwunden werden dürfte. Alles in allem gebe es derzeit aussichtsreichere Aktien im DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900).

Die Münchener Rück sei ansonsten breit aufgestellt, habe eine starke Bilanz und dürfte die Herausforderungen gut meistern.

Die Analysten der SEB bewerten die Münchener Rück-Aktie mit "buy". Das 12-Monats-Kursziel werde unverändert bei 125 EUR gesehen. (Analyse vom 30.09.2010) (30.09.2010/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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