Logo
Analysen - Ausland
01.10.2010
Immofinanz Immobilien HV erteilt Wandelanleihe und Kapitalerhöhung eine Absage
Erste Bank

www.optionsscheinecheck.de

Wien (aktiencheck.de AG) - Gernot Jany, Analyst der Erste Bank, stuft die Aktie von IMMOFINANZ Immobilien (ISIN AT0000809058/ WKN 911064) unverändert mit dem Anlageurteil "kaufen" ein.

Die von IMMOFINANZ Immobilien vorgelegten Zahlen für das 1. Quartal seien deutlich besser als erwartet ausgefallen, was insbesondere auf ein besseres, wenn auch negatives Finanzergebnis zurückzuführen gewesen sei. Das operative Ergebnis (EBITDA) habe mit EUR 105,6 Mio. im Rahmen der Erwartungen der Analysten gelegen, sei jedoch aufgrund geringerer sonstiger betrieblicher Erträge etwas unter dem Wert des Vergleichszeitraums des Vorjahres zum liegen gekommen.

Die wesentlichen Ertragskomponenten hingegen hätten sich im Jahresvergleich stabil entwickelt bzw. seien zum Teil sogar deutlich gesteigert worden. Die mit Abstand größte Komponente - Erträge aus dem Asset Manangement - bleibe mit EUR 117,2 Mio. relativ konstant, die Erträge aus Immobilienverkäufen seien mit EUR 6,7 Mio. mehr als verdoppelt worden und die Erträge aus Immobileinentwicklung seien auf EUR 6,0 Mio. (ggü. EUR 1,2 Mio. im Vorjahr) gestiegen. Sowohl das Bewertungsergebnis (positiv) als auch das Finanzergebnis (negativ) seien stark durch Wechselkursveränderungen geprägt gewesen, die sich in Summe mit EUR -7,8 Mio. negativ zu Buche geschlagen hätten.

Währungsbereinigt sei das Immobileinportfolio hingegen leicht aufgewertet worden. Der in den Medien stark propagierte Einbruch beim Konzerergebnis von EUR 136 Mio. auf EUR 59,0 Mio. sei nach Meinung der Analysten stark zu relativieren, da das Bewertungsergebnis im 1. Quartal des Vorjahres eine Aufwertung um EUR 108,1 Mio. enthalten habe, die sich zu einem Wesentlichen Teil aus der Fertigstellung des Entwicklungsprojektes Golden Babylon Rostokino in Moskau ergeben habe.

Neben der Veröffentlichung der Zahlen zum 1. Quartal habe bei IMMOFINANZ Immobilien letzte Woche auch die jährliche Hautversammlung auf dem Programm gestanden, bei der es zu einer negativen Überraschung gekommen sei. Die Aktionäre hätten gegen den Vorschlag des Managements, in den nächsten fünf Jahren Wandelanleihen für bis zu 310,4 Mio. Aktien begeben zu können und ferner auch gegen die Möglichkeit von Kapitalerhöhungen durch Ausgabe von bis zu 522 Mio. junger Aktien gestimmt. Dieses Veto vereitle den Plan des Managements, die ausstehenden und ab 2012 kündbaren Wandelanleihen mit einem aktuell ausstehenden Nominalbetrag von rd. EUR 816 Mio. mittels der Ausgabe neuer Wandelanleihen zu refinanzieren.

Das Abstimmungsverhalten erscheine den Analysten zwar insgesamt nicht schlüssig, da sie wie das Management eine Refinanzierung mittels der Ausgabe einer neuen Wandelanleihe langfristig für eine der aktionärsfreundlichsten Varianten halten würden, es habe sich jedoch aufgrund einer Kombination aus geringer Anwesenheitsquote und gebündelten Stimmrechte institutioneller Investoren, die gegen den Vorschlag gewesen seien, bereits im Vorfeld abgezeichnet.

Die Ablehnung der Hauptversammlung schränke die Flexibilität des Managements zwar ein, es gebe jedoch neben der Refinanzierung mittels einer Wandelanleihe ihrer Meinung nach noch weitere Möglichkeiten: 1) Emission einer normale Unternehmensanleihe, 2) Rückzahlung der alten Wandelanleihen in Bar, 3) Verkauf von Vermögensgegenständen (Immobilien, eigene Aktien, etc.), 4) Kapitalerhöhung (Variante mit stärkstem Verwässerungseffekt).

Weiters würden die Analysten auch einen erneuten Anlauf nach einer intensiven Informationskampagne im Rahmen einer außerordentlichen HV nicht ausschließen.

Insgesamt bleiben die Analysten der Erste Bank trotz dieses Rückschlags positiv gestimmt und bestätigen ihre Kaufempfehlung für die Aktie der IMMOFINANZ Immobilien. Es werde ein Kursziel von 3,60 Euro gesehen. (Analyse vom 01.10.2010) (01.10.2010/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de