|
Analysen - DAX 100
|
01.12.2010
Wacker Chemie Quartalszahlen überraschten positiv
Bankhaus Lampe
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Heiko Feber, stuft die Aktie von Wacker Chemie (ISIN DE000WCH8881/ WKN WCH888) von "verkaufen" auf "kaufen" herauf.
Die von Wacker Chemie präsentierten Zahlen für das dritte Quartal 2010 seien besser ausgefallen als von den Analysten erwartet. Beim Umsatz sei die größte Überraschung das starke Abschneiden von Silicones gewesen. Hier sei die sonst übliche saisonale Abschwächung ausgeblieben und der Umsatz habe gegenüber Q2 um 3,6% gesteigert werden können, sodass die Schätzung der Analysten um etwa 22 Mio. EUR übertroffen worden sei. Beim EBITDA und EBIT hätten Silicones (Volumenwachstum) und Polysilicon (volle Kapazitätsauslastung; EBITDA-Marge von 54,3%; BHLe 52,8%) über ihren Erwartungen gelegen.
Höher als erwartete Finanzaufwendungen hätten durch die unter der Prognose der Analysten liegenden Steueraufwendungen annähernd kompensiert werden können, sodass auch der Nettogewinn und das Ergebnis je Aktie positiv überrascht hätten.
Der Umsatzausblick für 2010 sei auf mehr als 4,6 Mrd. EUR (vorher: ca. 4,5 Mrd. EUR) angehoben worden. Das EBITDA solle mehr als 1,1 Mrd. EUR betragen (alte Guidance: mehr als 1,06 Mrd. EUR). Die Analysten würden ihre EBIT-Prognose für 2011 marginal und für 2012 deutlich anheben, da vor allem die Geschäftslage bei Polysilicon erfreulich sei. Hier seien bereits die für 2010 bis 2012 geplanten Produktionsmengen fast vollständig verkauft worden. Zudem sei auch der Großteil der für 2013 geplanten Mengen vertraglich fixiert worden. Dies berücksichtige auch die zu erwartenden Mengen aus der im Bau befindlichen Anlage in Nünchritz (Poly 9). Produktionsstart dürfte nach Erachten der Analysten im Q4/2011 sein, sodass aus Poly 9 insbesondere ab 2012 deutliche Umsatzimpulse kommen sollten.
Der in Kooperation mit Dow Corning gebaute integrierte Produktionskomplex für Silicone in Zhangjiagang (China) sei am 18.11.2010 nach insgesamt vierjähriger Bauzeit offiziell eröffnet worden. Hierbei handle es sich um den größten Produktionskomplex dieser Art in China und einen der modernsten und größten weltweit. Für Wacker Chemie sei es der größte Produktionsstandort außerhalb Deutschlands. Gemeinsam würden Wacker Chemie und Dow Corning dort Siloxan und pyrogene Kieselsäuren herstellen, während die Anlagen zur Produktion der Siliconprodukte getrennt voneinander betrieben würden und sich auch nicht in gemeinsamem Besitz befinden würden. Mit den am Standort gefertigten Siliconprodukten solle die stark wachsende Nachfrage in China und Asien bedient werden.
Bereits seit 2007 produziere Wacker Chemie in Zhangjiagang Siliconelastomere und Silicondichtstoffe. 2008 sei die Produktion von Silicon-Emulsionen hinzugekommen. Im Oktober dieses Jahres seien die Anlagen für Siliconöle und Siliconpolymere fertig gestellt worden.
Die volle Kapazität des Standortes für Siloxan und pyrogene Kieselsäuren liege bei rund 210.000 Tonnen pro Jahr. Die Analysten würden davon ausgehen, dass die volle Produktionskapazität von 210.000 Jahrestonnen im kommenden Jahr genutzt werden könne. Da Wacker Chemie bislang bei der Produktion von Siloxan an der Kapazitätsgrenze gearbeitet habe, dürften die nach Abschluss der zweiten Siloxan-Ausbaustufe aus der chinesischen Fertigung kommenden Mengen somit ein weiteres Wachstum im kommenden Jahr ermöglichen (BHLe: Umsatzwachstum +5,5% auf 1,66 Mrd. EUR).
Die Analysten würden davon ausgehen, dass auf Wacker Chemie noch Anlaufkosten in einem niedrigen zweistelligen Millionen Euro-Bereich zukämen, die im Q4/2010 als Herstellkosten in die Produktkosten eingehen würden. Dies sei in ihren Schätzungen berücksichtigt.
Angesichts ihrer erhöhten Ergebnisprognosen würden die Analysten das DCF-basierte Kursziel für Wacker Chemie von 135 EUR auf 153 EUR anheben.
Folglich stufen die Analysten vom Bankhaus Lampe die Wacker Chemie-Aktie von "verkaufen" auf "kaufen" hoch, nachdem die Aktie seit ihrer Verkaufsempfehlung etwa 8% an Wert verloren hat. (Analyse vom 01.12.2010) (01.12.2010/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|