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Analysen - Marktberichte
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22.12.2010
Japanisches BIP weiter im Aufwärtstrend
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Das japanische BIP ist nach wie vor in einem Aufwärtstrend, wenngleich die Analysten der Erste Bank eine (weitere) Verflachung erwarten.
Das Q3 habe über den Erwartungen gelegen (real +1,1% q/q vs. nominell 0,6% q/q), das Wachstum sollte jedoch in Q4 nachlassen, denn der Aufholprozess nach der Krise dürfte nun weitgehend abgeschlossen sein. Die Exporte seien zuletzt nur mehr marginal gestiegen, die Industrieproduktion sogar leicht abgesunken. Die Maschinenauftragseingänge würden darauf hindeuten, dass das Investitionswachstum ebenfalls etwas nachlassen dürfte. Die Arbeitslosenrate sei stabil nahe 5% geblieben, die Einzelhandelsumsätze hätten deutlich von den Höchstständen des Q2/Q3 abgedreht und würden nun wieder nahe dem längerfristigen Durchschnitt liegen, weshalb auch die Unterstützung durch den privaten Konsum wegfallen könnte.
Somit dürfte sich insgesamt das Wachstum in Japan zwar mittelfristig fortsetzen, kurzfristige Rückschläge scheinen jedoch nicht ausgeschlossen und eine Verlangsamung unvermeidlich, so die Analysten der Erste Bank. Die Deflation dürfte sich jedoch etwas abmildern und der Verbraucherpreisindex sei im Oktober sogar gestiegen (dies erstaunlicherweise vor allem exklusive Energie- und Nahrungsmittelpreise).
Die BoJ habe ihren Kurs beibehalten, die Liquiditätsbereitstellung durch Wertpapierankäufe auszuweiten, allerdings nicht im gleichen Ausmaß wie die US FED. Die Zinsen seien symbolisch gesenkt worden und sollten in jedem Fall auf absehbare Zeit nahe Null bleiben. Nachdem das MoF einmal massiv interveniert habe, um den Japanischen Yen abzuschwächen, sei in letzter Zeit nichts mehr unternommen worden.
Somit werde auch der USD/JPY-Wechselkurs vor allem von der weiteren Entwicklung der Renditedifferenz bestimmt sein, wie dies schon seit einiger Zeit der Fall sei. Je nachdem, wie sich die Zinserwartungen weiter entwickeln würden, könnte der Yen gegenüber dem US-Dollar (sowie dem Euro) noch längere Zeit auf starken Niveaus verharren. Erst sobald sich konkrete Erwartungen für den ersten Zinsschritt in den USA herausbilden, erwarten die Analysten der Erste Bank, dass sich der Yen wieder etwas abschwächen sollte.
Der japanische Leitindex Topix (ISIN XC0009694107/ WKN 929694) habe mit einem Plus von 8,4% zu den besten Aktienindices hinsichtlich der Performance im vergangenen Quartal gezählt. Zyklische Sektoren hätten am meisten zulegen können, während die defensiven Bereiche eine negative Wertentwicklung gezeigt hätten. Der gegen den Dollar wieder schwächere Yen habe dem Aktienmarkt eine wichtige Unterstützung geboten, ebenso die attraktive Bewertung der Unternehmen. Die für die Marktentwicklung wichtigen Sentiment-Indikatoren seien derzeit als neutral bis leicht positiv zu bewerten. Die Tankan-Indices, welche die Einschätzungen der Unternehmen widerspiegeln würden, hätten zuletzt etwas abgeschwächt.
Positiv hingegen sei weiterhin das EPS-Revision-Ratio für die japanischen Unternehmen. Eindeutig negativ sei hingegen das Faktum, dass hinsichtlich der Umsatzrevisionen bei den japanischen Unternehmen ein klarer negativer Überhang zu beobachten sei. Die laufende Zurücknahme der Erlösschätzungen werde aber letztendlich nicht ohne Konsequenzen für die Gewinnsituationen bleiben können.
Die günstige Bewertung japanischer Aktien biete dem Aktienmarkt weiterhin eine wichtige Stütze. Kurzfristig spreche die saisonal gute Performance des Topix im ersten Quartal für den japanischen Aktienmarkt. Andererseits würden aktuell die positiven Impulse fehlen, die ein rasches Ende des nun seit mehr als 18 Monate dauernden Seitwärtstrends erwarten lassen würden. Die Analysten der Erste Bank sehen für das erste Quartal eine Performance der japanischen Leitindices, die sich nicht wesentlich von jener der etablierten Aktienmärkte unterscheidet und empfehlen daher eine neutrale Gewichtung. (Ausgabe 1. Quartal 2011) (22.12.2010/ac/a/m)
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