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Analysen - Nebenwerte
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16.02.2011
Balda CEO verlässt das Unternehmen
Warburg Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Jochen Reichert, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von Balda (ISIN DE0005215107/ WKN 521510) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.
Heute Morgen habe Balda in einer Ad hoc-Mitteilung bekannt gegeben, dass sich der Aufsichtsrat und der CEO über das Ausscheiden von Michael Sienkewicz mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand der Balda AG geeinigt hätten. Rainer Mohr, der Finanzvorstand des Unternehmens, sei vom Aufsichtsrat zum neuen Vorstandsvorsitzenden ernannt worden.
Nach Ansicht der Analysten sei es möglich, dass es in Bezug auf die Situation in China eine Unstimmigkeit zwischen dem Aufsichtsrat und dem alten CEO M. Sienkewicz gegeben habe. Der Aufsichtsrat sei wahrscheinlich mit dem Restrukturierungsprozess in China nicht einverstanden gewesen.
Die Hauptfrage sei, wie sich der Wechsel des CEO auf den Verkauf des TPK-Anteils und die Akquisitionsstrategie im Medical Bereich auswirke. Der Hauptgrund für einen Kauf der Aktie sei die Spekulation auf einen schnellen Verkauf der TPK-Beteiligung und auf eine Ausschüttung der gesamten Erlöse an Investoren.
Drei von sechs Mitgliedern des Aufsichtsrates kämen von M. Chiang (Gründer von TPK). Dies zeige, dass das Ausscheiden von M. Sienkwicz durch M. Chiang befürwortet worden sei.
Balda könnte Erlöse aus einem zukünftigen Verkauf der TPK-Anteile zur Finanzierung von Akquisitionen im Bereich Medical nehmen. Dies dürfte negativ gewertet werden. Balda verfüge über keine Historie für eine akquisitionsbasierte Strategie. Darüber hinaus würden sich die Dynamik und die Wettbewerbslandschaft in der Medizinbranche von der in der Touch-Industrie unterscheiden. Der Balda Investment Case basiere auf der Bewertungslücke zwischen TPK und der Balda-Aktie. Akquisitionen im Bereich Medical könnten als eher wert vernichtend eingestuft werden.
Größere Akquisitionen im Segment Medical würden mit Rainer Mohr als neuen CEO wahrscheinlicher erscheinen. Dies könnte den Wert von Balda negativ beeinträchtigen. Ein Verkauf von TPK könnte sich jedoch schneller umsetzen lassen. Dies dürfte ein wesentlicher Katalysator für die Aktie sein.
Insgesamt habe sich die Situation mit dem neuen CEO nicht gravierend verändert: Es gebe das unrentable Geschäft in China (niedrige Qualität), das beendet oder verkauft werden solle. Es sei unklar, ob das Management weiterhin an einen Turnaround glaube.
Die Situation im malaysischen Geschäft des Unternehmens bleibe schwierig. Ein Turnaround des Geschäfts erscheine unwahrscheinlich. Das Management werde die Tätigkeiten jedoch fortsetzen. Balda Medical sei rentabel und werde das Wachstum in 2011e beschleunigen. Es sei das einzige Unternehmen mit Zukunftsaussichten und Nachhaltigkeit.
Weiterhin bestünden Risiken darüber (1) wann Balda den TPK-Anteil verkaufe, (2) wie viel der Erlöse an Aktionäre ausgeschüttet würden und (3) welcher Teil der Erlöse für möglicherweise nicht wertschaffende Akquisitionen im Segment Medical genutzt werde. Die Aktie sollte daher auf Basis des TPK-Wertes (Wertbeitrag operatives Geschäft Balda: 0 EUR) bewertet werden.
Die Analysten von Warburg Research bewerten die Balda-Aktie weiterhin mit einem "kaufen"-Rating. Das Kursziel werde nach wie vor bei EUR 9,00 gesehen. (Analyse vom 16.02.2011) (16.02.2011/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
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