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Analysen - DAX 100
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18.04.2011
HOCHTIEF zwischen Spanien und Australien
Raiffeisen Centrobank
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Wien (aktiencheck.de AG) - Magdalena Wasowicz und Helge Rechberger, Analysten der Raiffeisen Centrobank, stufen die Aktie von HOCHTIEF (ISIN DE0006070006/ WKN 607000) mit "halten" ein.
HOCHTIEF habe aufgrund einer Gewinnwarnung bei der australischen Tochter Leighton (ISIN AU000000LEI5/ WKN 856187) den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr nicht mehr halten können. HOCHTIEF peile etwa die Hälfte des letztjährigen Vorsteuergewinns (EUR 757 Mio.) an (zuvor: EUR 1 Mrd. prognostiziert), der Konzerngewinn werde über dem Vorjahreswert liegen (EUR 288 Mio.). Grund für die Gewinnwarnung bei Leighton seien Kostenüberschreitungen bei laufenden Projekten gewesen. Weitere Belastungen könnten nicht ausgeschlossen werden.
HOCHTIEF habe bestätigt, eine Mehrheitsbeteiligung am Bereich Concessions im laufenden Geschäftsjahr abstoßen zu wollen, entweder über einen Börsengang oder über den Verkauf an Einzelinvestoren. Mit Ende Dezember 2010 habe der Nettobarwert des Konzessionsportfolios bei EUR 1,68 Mrd. gelegen. Das von HOCHTIEF bis dahin eingebrachte Kapital habe EUR 916,4 Mio. betragen.
Mittlerweile halte der Konzern ACS (ISIN ES0167050915/ WKN A0CBA2) knapp 43% der Anteile an HOCHTIEF. Damit dürften die Spanier bei der kommenden Aktionärsversammlung am 12. Mai die Mehrheit der Stimmen halten (die Präsenz liege in der Regel bei 60% bis 65%). ACS möchte seinen Einfluß im Aufsichtsrat von HOCHTIEF erhöhen. Auch der zweite Großaktionär von HOCHTIEF, Qatar Holding, der zehn Prozent am Unternehmen halte, solle im Aufsichtsrat vertreten sein. In dieser Konstellation der großen Anteilseigner steige die Gefahr, dass die Interessen der Restaktionäre unbeachtet bleiben würden.
Der Vorstandsvorsitzende Herbert Lütkestratkötter werde mit 12. Mai 2011 aus der Geschäftsführung ausscheiden. Lütkestratkötter habe sich lange Zeit gegen den Einstieg von ACS bei HOCHTIEF gewehrt. Als Nachfolger werde Frank Stieler genannt, der seit März 2009 Mitglied der Geschäftsführung von HOCHTIEF sei.
Die Aktie von HOCHTIEF sei durch die Entwicklungen bei Leighton unter Druck geraten. Eine deutliche Entspannung werde sich nicht einstellen, solange die Situation in Australien nicht bereinigt sei. Des Weiteren werde in nächster Zeit ACS versuchen, ihren Anteil am deutschen Unternehmen auf über 50% zu bringen. Eine weitere Erhöhung der Beteiligung erscheine zunächst wenig wahrscheinlich.
Die Analysten der Raiffeisen Centrobank bleiben für die Aktie von HOCHTIEF bei ihrer Einschätzung "halten". (Analyse vom 15.04.2011) (18.04.2011/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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