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Analysen - DAX 100
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06.05.2011
Salzgitter solide finanzielle Basis für künftige Herausforderungen
Nebenwerte Journal
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Sauerlach (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten vom "Nebenwerte Journal" erscheint bei der Aktie von Salzgitter (ISIN DE0006202005/ WKN 620200) ein 20-30% höherer Kurs gerechtfertigt.
In kaum einem anderen Sektor würden die wechselnden und unterschiedlichen Einschätzungen über Konjunktur und Investitionen so deutlich wie in der Stahlindustrie. Der Kursverlauf der Salzgitter-Aktie unterstreiche diese Erkenntnis und auch das Phänomen, dass an der Börse Erwartungen oft höher gehandelt würden als tatsächliche Ereignisse.
Die jüngsten Turbulenzen mit den Sorgen um Japan, die USA und die europäische Schuldenkrise hätten Salzgitters Aktienkurs erneut auf 52,65 Euro gedrückt, auch wenn alle Umfragen bezüglich des Geschäftsklimas positiv ausfallen würden und der Export boome.
Der Vorstand habe den Konzern im Geschäftsjahr 2010 "nach erfolgreichem Turnaround im stabilen Aufwärtstrend" gesehen. Jedoch sei der Jahresüberschuss von 30 Mio. Euro (-386,9 Mio. Euro) bei einem Umsatz von 8,31 Mrd. Euro (7,82 Mrd. Euro) auf den ersten Blick lediglich bescheiden ausgefallen. Aber der Swing von 416,9 Mio. Euro verdeutliche das Ausmaß der Besserung. Vor Steuern seien mit 48,9 Mio. Euro (-498,5 Mio. Euro) sogar 545,4 Mio. Euro mehr verdient worden, wobei die Entwicklung von Umsätzen und Ergebnissen durchaus unterschiedlich verlaufen sei.
Mit der anziehenden Konjunktur habe sich die Auslastung in allen Bereich verbessert, habe der Vorstand betont und darauf verwiesen, dass sich das 1,7 Mrd. Euro umfassende Investitionsprogramm für die Stahlsparte "seiner Vollendung" nähere. Gleichzeitig hätten alle implementierten Programme zur Kostenoptimierung und Ergebnissteigerungen "erfreuliche Wirkung" gezeigt. Mit einem Eigenkapital von 3,85 Mrd. Euro (3,9 Mrd. Euro) bei einer Bilanzsumme von 8,89 Mrd. Euro (8,65 Mrd. Euro) und somit einer Eigenkapitalquote von 44% (48,5%) sowie einer Nettoliquidität von 1,3 Mrd. Euro sei das Unternehmen "gut gerüstet, um Marktchancen wirkungsvoll zu nutzen und künftigen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen".
Zu diesen Herausforderungen würden die in Brüssel verfolgten Pläne eines EU-Emissionshandels ab 2013 gehören, so der neue Vorstandsvorsitzende Heinz Jörg Fuhrmann in der Bilanzpressekonferenz am 25.03.2011. Je nach Ausmaß der geplanten CO2-Reduktion gehe es um jährliche Belastungen von mehreren hundert Millionen Euro. Eine weitere Ausstoßsenkung bei den technisch optimierten Hochöfen sei nicht realisierbar. Gleichzeitig sei damit zu rechnen, dass die Stromkonzerne ihre Mehrkosten über die Preise auf die Abnehmer überwälzen würden.
Auf der Nachfrageseite sehe Fuhrmann ganz klare Besserungstendenzen, wenn auch die Bauindustrie noch nicht komplett aus der Krise gekommen sei. Insgesamt werde im aktuellen Jahr eine Umsatzverbesserung von 15-20% prognostiziert, die in allen Bereichen zu besseren Ergebnissen und im Saldo zu einem gegenüber 2010 verdoppelten Vorsteuergewinn auf ungefähr 100 Mio. Euro führen solle.
Ausgehend von einem niedrigen KBV und einem günstigen KGV für 2012 sowie mehr positiven als belastenden Effekten erscheint fundamental ein 20-30% höherer Salzgitter-Kurs gerechtfertigt, so die Experten vom "Nebenwerte Journal". (Ausgabe 5) (06.05.2011/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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