Logo
Analysen - Ausland
09.05.2011
Österreichische Post neues Tarifsystem als größter Treiber
Raiffeisen Centrobank

www.optionsscheinecheck.de

Wien (aktiencheck.de AG) - Bernd Maurer, Analyst der Raiffeisen Centrobank, stuft die Aktie der Österreichischen Post (ISIN AT0000APOST4/ WKN A0JML5) von "kaufen" auf "halten" zurück.

Die Österreichische Post AG sei Österreichs führender Dienstleister in den Bereichen Briefpost, adressierte und unadressierte Werbesendungen sowie Paketzustellung an Endkonsumenten.

Investoren, die nach hohen Dividendenrenditen Ausschau halten würden, sollten die Aktie der österreichischen Post weiterhin halten, da am 12. Mai 2011 eine Dividende von EUR 1,60 ausgezahlt werde. Dies entspreche einer Rendite von 6,5%. Gleichzeitig befürchte man jedoch, dass die Aktie nach dem Extag in den Hintergrund rücken könnte. Eine kurzfristige Outperformance sehe man nur im Falle einer Marktkorrektur, bei der die Österreichische Post ihre defensiven Stärken ausspielen könnte. Bessere Einstiegspunkte erwarte man hingegen im Verlauf der zweiten Jahreshälfte 2011, wenn die positiven Effekte der erhöhten Portogebühren sichtbar würden.

Größter Treiber sei das neue Tarifsystem, welches ab 1. Mai 2011 eingeführt werde. Das alte, ausschließlich gewichtsbasierte werde von einem kombinierten gewichts- und formatbasierten System abgelöst. Da die gleichzeitig beschlossene Preiserhöhung höher ausgefallen sei als erwartet, könne mit höheren Durchschnittspreisen je Brief gerechnet werden. Die daraus entstehenden höheren Einnahmen sollten den Druck durch elektronische Alternativen fast vollständig kompensieren können, wodurch die Analysten im Briefsegment nur noch einen geringen Umsatzrückgang von je 1,5% in den Jahren 2011 und 2012 erwarten würden.

Das neue österreichische Postmarktgesetz sei in den Augen der Analysten ein akzeptables Rahmenwerk. Die Nettocash-Position der Österreichischen Post liege bei über EUR 300 Mio. Die Dividendenrendite sei attraktiv. Langfristig rechne man mit einer Verbesserung der aktuellen Kostenstruktur. Es gebe positive Auswirkungen durch die kürzlich beschlossene Portoerhöhung.

Die Liberalisierung der europäischen Postmärkte werde zu einer Verschlechterung der Marktposition führen. In den letzten Jahren getätigte Akquisitionen (trans-o-flex, meiller) würden noch keine positiven Ergebnisbeiträge liefern. Hohe Rückstellungen, Restrukturierungskosten und Sonderabschreibungen könnten die Ergebnisse belasten. Die Österreichische Post sei von Großkunden im Bereich Direct Marketing und Paket abhängig.

Da der aktuelle Börsenkurs sich ihrem unveränderten Kursziel von EUR 27,00 angenähert hat, senken die Analysten der Raiffeisen Centrobank ihre Empfehlung für die Aktie der Österreichischen Post von "kaufen" auf "halten". (Analyse vom 09.05.2011) (09.05.2011/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de