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Analysen - Ausland
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20.05.2011
OMV Kapitalerhöhung angekündigt
Erste Bank
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Wien (aktiencheck.de AG) - Thomas Unger, Analyst der Erste Bank, stuft die Aktie von OMV (ISIN AT0000743059/ WKN 874341) weiterhin mit einem "kaufen"-Rating ein.
Nachdem sich die OMV noch letzte Woche bei der Präsentation der Q1-Zahlen bezüglich des Refinanzierungsbedarfs der Akquisitionen von Petrol Ofisi (ISIN TRAPTOFS91E6/ WKN 893075) (Türkei, Ende 2010) sowie von Explorations- und Produktionstochtergesellschaften von Pioneer Natural Resources (ISIN US7237871071/ WKN 908678) (Tunesien, Anfang 2011) in Schweigen gehüllt habe, habe das Unternehmen am Montagabend den Start einer Kapitalerhöhung bei gleichzeitiger Emission von Hybridanleihen bekannt gegeben. Erstere werde die Ausgabe von bis zu 27.272.727 neuen Aktien, die einem Anteil von 9,09% des Grundkapitals entsprechen würden, umfassen. Das Bezugsverhältnis betrage 1 zu 11; dies bedeute, dass gegenwärtige Aktionäre das Recht hätten, im Rahmen des Bezugsangebots jeweils eine neue Aktie für elf von ihnen gehaltene Aktien zu beziehen.
Der endgültige Bezugs- und Angebotspreis werde in einem Bookbuilding-Verfahren unter Berücksichtigung des aktuellen Börsekurses ("at market") ermittelt. Der maximale Bezugs- und Angebotspreis sei mit EUR 33 festgelegt worden. Die Bezugsrechts- und Angebotsfrist sowie das Bookbuilding für die neuen Aktien hätten gestern (19. Mai 2011) begonnen und würden voraussichtlich am 6. Juni 2011 enden.
Zusätzlich zu der Kapitalerhöhung beabsichtige die OMV, Hybridschuldverschreibungen zu begeben, um ihr Investment Grade-Rating aufrechtzuerhalten. Bis zum 26. April 2018 würden diese mit einem festen Zinssatz verzinst. Anschließend würden die Hybridschuldverschreibungen bis 26. April 2023 mit einem noch festzulegenden festen Reset-Zinssatz und danach mit einem variablen Zinssatz mit Step-up von 100 Basispunkten verzinst. Die Hybridschuldverschreibungen hätten keinen Endfälligkeitstag und könnten seitens der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen gekündigt werden. Das Unternehmen hoffe mit der Begebung der Hybridanleihen ein Benchmarkvolumen zu erreichen, d. h. zumindest EUR 500 Mio.
Beim maximalen Angebotspreis der neuen Aktien sowie dem angestrebten Volumen der Hybridemission würden die Kapitalmaßnahmen der OMV einen Erlös von EUR 1,4 Mrd. bringen. Dieser solle dazu dienen, den Verschuldungsgrad nach den letzten Akquisitionen zu senken. Nach den Berechnungen der Analysten könnte sich der vom Unternehmen veröffentlichte Verschuldungsgrad von zuletzt 46,9% (Ende Q1) auf rund 31% absenken und sich somit der langfristigen Zielmarke von 30% annähern.
Für die Aktie sei es ein gutes Zeichen, dass deren Wert in einer Woche, in der eine 9,09% Kapitalerhöhung verkündet werde, fast unverändert bleibe. Ein bedeutender Belastungsfaktor (Kapitalerhöhung) sei nun aus dem Weg geräumt, der zweite, die stillstehende Produktion in Libyen, stehe außerhalb des Einflussbereichs des Unternehmens. Hier sei Geduld gefragt. In ihren Schätzungen hätten die Analysten bereits vor einiger Zeit eine Kapitalerhöhung von 10% eingearbeitet.
Die Analysten der Erste Bank werden nach Abschluss der Transaktion die Anpassungen mit den finalen Transaktionsdaten vornehmen und bleiben zwischenzeitlich bei ihrer "kaufen"-Empfehlung für die OMV-Aktie. Das Kursziel werde bei 44,50 EUR gesehen. (Analyse vom 20.05.2011) (20.05.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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