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Analysen - Marktberichte
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25.05.2011
Bondmärkte durch Ratingagenturen verunsichert
BayernLB
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www.optionsscheinecheck.de
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München (aktiencheck.de AG) - Nach der Herabstufung der Rating-Ausblicke für Belgien durch Fitch und zuvor für Italien durch S&P goss gestern Moody's Öl ins Feuer der Angst vor dem Beginn einer Reihe von Downgrades, so die Analysten der BayernLB.
Moody's-Europa Manager, Wilson, habe erklärt, dass ein Default Griechenlands eine Rating-Herabstufung um mehrere Notches fur Portugal und Irland nach sich ziehen könnte. Die schwacheren Länder des Euroraums könnten ihr Investment Grade verlieren. Und obwohl Spanien, Italien und Belgien nicht in einer Kategorie mit Portugal und Irland zu nennen seien, so Wilson weiter, würden auch diese Länder im Falle eines griechischen Defaults unter massiven Marktdruck geraten und könnten Rating-Downgrades erfahren. In jedem Fall würde ein Default Griechenlands hochgradig destabilisierend auf den Euroraum wirken.
Bei Nichterfüllung aller Auflagen werde Griechenland nicht die nächste Tranche ausgezahlt, so die EZB, und die Niederlande wollten die Auszahlung weiterer EU-Kredite verweigern. Unterdessen setze sich der Abzug der Spareinlagen bei den griechischen Banken fort.
Landesweite Umfragen in den USA würden darauf hindeuten, dass der Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter im April nach dem überraschend starken Plus im Vormonat wieder deutlich gesunken sein durfte. Insbesondere die Bestellungen für Transportgüter könnten durch Lieferschwierigkeiten der Automobilindustrie im Nachgang des japanischen Erdbebens sowie einen Rückgang der Neuaufträge bei Boeing (ISIN US0970231058/ WKN 850471) gesunken sein.
Heute würden die Erzeugerpreise aus Spanien, die Einzelhandelsumsätze aus Italien und die Arbeitslosenzahlen aus Frankreich veröffentlicht.
Das EZB-Mitglied Noyer habe eine Restrukturierung Griechenlands als "Horror" bezeichnet, welcher dem Land die Möglichkeit zur Finanzierung am Kapitalmarkt für Jahre nehmen würde. Das FED-Mitglied Bullard meine, die Zentralbank könne auch über Juni hinaus den Status Quo bei Zinsen und Bilanzgröße halten, um die Inflationentwicklung weiter beobachten zu können. (25.05.2011/ac/a/m)
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