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Analysen - TecDAX
31.05.2011
Drillisch mögliche Margenexpansion durch Transformation
Warburg Research

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Jochen Reichert, Analyst von Warburg Research, stuft die Drillisch-Aktie (ISIN DE0005545503/ WKN 554550) unverändert mit dem Rating "halten" ein.

Die Qualität von Drillisch und die sich daraus ergebende Ausnahmestellung auf dem deutschen Mobilfunkmarkt - qualitativ und nachhaltiges Wachstum des operativen Gewinns zu erwirtschaften - sei bereits in der Vergangenheit vielfach erörtert worden: Basis des Erfolgs würden attraktive Einkaufspreise, die Konzentration auf einfache und wettbewerbsstarke Tarife für "mobile Data" und "unbundled voice", eine Mehrmarkenstrategie und der Fokus auf Internetvertriebskanäle bilden. Der Marktanteil für "unbundled voice" und "unbundled data" dürfte bei ca. 15% bzw. ca. 15 Mio. SIM-Karten liegen. Es sei davon auszugehen, dass Konsumenten weiter verstärkt sich für flexible Tarife entscheiden würden und somit der Marktanteil weiter stark ausgebaut werden sollte.

Drillisch dürfte jedoch nicht nur ausschließlich von der "Sonderkonjunktur" und den sich verändernden Kundenverhalten in den "unbundled"-Kundensegmenten (Disccount, nofrills, mobile Data) profitieren. Vielmehr würden sich die Geschäftsbeziehungen zwischen Netzbetreiber und MSP verändern:

Reduktion der Provisionszahlungen für Neuverträge: In der Vergangenheit sei das Spiel sehr einfach gewesen. Netzbetreiber hätten hohe Provisionen für Neukunden bezahlt. Oftmals habe Nachhaltigkeit und Qualität des Kunden im Hintergrund gestanden. Netzbetreiber würden verstärkt dazu übergehen, die Provisionen für Neukunden zu reduzieren und gleichzeitig die Bonuszahlungen für die Qualität des Bestands zu erhöhen.

Verbesserung der Einkaufskonditionen: Mit einem Absenken der Provisionszahlungen gehe eine Verbesserung der Einkaufskonditionen einher. In der Vergangenheit habe der Materialeinkauf bei rund 70% des Serviceumsatzes gelegen. Eine Reduktion des Materialeinkaufs habe deutlich positive Effekte auf die P&L eines MSP.

Der Tarif des MSP stehe im Vordergrund: Im Gegensatz zu einfachen Wholesale- Modell, Tarife der Netzbetreiber gegen Provision zu verkaufen, kaufe Drillisch mehr und mehr Sprach- und Datenvolumen als Rohmaterial von den Netzbetreibern ein. Das Rohmaterial werde durch eigene Preise und Tarife veredelt. Im Vergleich zu den klassischen MSP-Netzbetreiberbeziehungen, bei denen oftmals der Tarif des Netzbetreibers im Vordergrund gestanden habe, würden die Marken von Drillisch in den Vordergrund rücken.

Als Ergebnis der sich verändernden Beziehungen zu den Netzbetreibern gewinne der MSP Handlungs- und Gestaltungsspielraum. Drillisch transformiere sich vom "Reseller" zum "Anbieter von mobilen Sprach- und Datenservices". Insgesamt könnte die Transformation dazu führen, dass die Verbesserung der Materialaufwandsquote mehr als der Reduktion der Provisionszahlungen sei und damit insgesamt das Profitabilitätsniveau (Bruttomarge, EBITDA- und Nettogewinnmarge) strukturell steige. Bisher würden in den Prognosen bis 2013 bei steigendem Umsatz gleichbleibende Rohertrags- und EBITDA-Margen angenommen. Sollte sich eine strukturelle Erhöhung der Margen abzeichnen, würde sich eine erhebliche Neubewertung der Aktie ergeben.

Das Rating für die Drillisch-Aktie lautet zunächst weiter "halten" mit einem SOTP-Kursziel von EUR 8,40 (alt: EUR 8,80, abzüglich EUR 0,40 Dividendenzahlung), so die Analysten von Warburg Research. (Analyse vom 31.05.2011) (31.05.2011/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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