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Analysen - Ausland
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25.07.2011
IBM Gewinnprognose angehoben
BÖRSE am Sonntag
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Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Die Experten der "BÖRSE am Sonntag" stufen die IBM-Aktie (ISIN US4592001014/ WKN 851399) als konservativen Kauf ein.
In Q2/2012 (Ende Juni) sei das Geschäft des Unternehmens besser als erwartet gelaufen. Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12% auf 26,7 Mrd. USD geklettert. Mit einem Plus von 8% auf 3,66 Mrd. USD sei der Überschuss unterproportional gestiegen. Dennoch seien die Investoren über den Zwischenbericht erleichtert gewesen. Denn der amerikanische IT-Konzern habe nicht nur die Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben, er habe auch über hohe Zuwachsraten in den von der Wirtschaftskrise gebeutelten Staaten Amerikas und Europas berichtet. Deutsche Branchenvertreter hätten auch hinzugewonnen, da IBM aufgrund seiner breiten Ausrichtung positiv auf den ganzen Sektor ausgestrahlt habe. "Die Zahlen sollten den Bedenken, dass sich die weltweite IT-Nachfrage abschwächen könnte, entgegenwirken können", so Thorsten Reigber, DZ BANK-Analyst.
Mit Software (6,2 Mrd. USD) und Technologie (4,7 Mrd. USD) habe der IT-Gigant zwar weniger umgesetzt, habe jedoch hervorragende Gewinnspannen erwirtschaftet, sodass die Bruttomarge im Konzern von 45,6% auf 46,4% geklettert sei. Nach Kosten, Zinsen und Steuern seien davon 13,7% hängen geblieben, etwas weniger als vor einem Jahr. Trotzdem habe Vorstandschef Samuel Palmisano das Ertragsziel erhöht: "Während IBM sein zweites Jahrhundert beginnt, setzen wir unseren Transformationsprozess fort. Nach dem starken Start ins laufende Jahr rechnen wir nun für 2011 mit einem operativen Ergebnis je Aktie von 13,25 USD." Bisher habe man 13,15 USD erwartet.
Auf Basis der offiziellen Rechnungslegung nach GAAP habe Palmisano die Gewinnprognose von 12,73 auf 12,87 USD je Anteilschein erhöht. Dieses Ergebnis enthalte auch nicht operative Ergebnisbestandteile wie z.B. Abschreibungen auf Firmenwerte. Der Unterschied sei jedoch weit geringer als bei anderen Hightech-Firmen, weil bei dem Konzern überteuerte Akquisitionen selten seien. Schließlich bezahle er Akquisitionen in der Regel nicht mit Aktien, sondern mit Bargeld. Dagegen kaufe man ständig Aktien zurück. Allein im zweiten Quartal habe das Programm 4 Mrd. USD verschlungen.
Daher habe sich die Anzahl ausgegebener Anteilscheine auf voll verwässerter Basis (inklusive Optionen) um über 75 Mio. Stück reduziert. Aus diesem Grund sei auch das EPS im gleichen Zeitraum mit fast 15% stärker gestiegen als der Konzernüberschuss. Trotzdem habe das Unternehmen erhebliche Liquiditätsreserven: Per 30. Juni habe die Cash-Position 11,8 Mrd. USD erreicht, der eine Finanzverschuldung von 29,8 Mrd. USD gegenüberstehe - nicht viel bei einer Bilanzsumme von 113,5 Mrd. USD.
Das Wertpapier sei unter Ertragsaspekten nicht teuer und biete außerdem ein ansehnliches Wachstum. Aus charttechnischer Sicht habe der Blue Chip gute Chancen auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Investoren, die aufgrund der Schuldenkrise eher mit einer Seitwärtsbewegung in den nächsten Monaten rechnen würden, dürften mit einem Discount-Zertifikat eine höhere Performance erzielen als mit der Aktie. Die Seitwärtsrendite liege bei einer Laufzeit bis Juni 2012 bei nahezu 9%.
Nach Meinung der Experten der "BÖRSE am Sonntag" ist die IBM-Aktie ein konservativer Kauf. (Ausgabe 29 vom 24.07.2011) (25.07.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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