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Analysen - Nebenwerte
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15.08.2011
TAKKT winkt eine Sonderdividende?
TradeCentre.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Nach Einschätzung der Experten von "TradeCentre.de" ist die Aktie von TAKKT (ISIN DE0007446007/ WKN 744600) bei Kursen um zehn Euro mittelfristig kaufenswert.
Der B2B-Spezialversandhändler für Geschäftsausstattung habe nach einem sehr guten Jahresauftakt auch ein solides zweites Quartal erzielt. Insgesamt sei der Umsatz im ersten Halbjahr um knapp elf Prozent auf 417,6 Mio. Euro expandiert. Die EBITDA-Marge habe bei 16,2 Prozent gelegen! Das EBIT sei von 42,3 auf fast 60 Mio. Euro angestiegen. Diese Marge habe ein Level von 14,2 Prozent erreicht. Der Gewinn je Aktie habe sich um 50 Prozent auf 57 Cent verbessert. Absolut habe der Profit im ersten Halbjahr 37,2 Mio. Euro betragen!
Wie den Experten Finanzvorstand Florian Funck im Hintergrundgespräch erläutere, sei das Wachstum der ersten Jahreshälfte nicht einfach auf das Gesamtjahr hochzurechnen. "Wir waren vom Verlauf des zweiten Quartals positiv überrascht. In den nächsten Monaten dürfte sich das Geschäft etwas weniger dynamisch entwickeln", so der CFO. Nach dem hohen Wachstum werde sich die Konjunktur abkühlen. Laut Funck sei das Q2 durch größere Projektaufträge bei der amerikanischen Specialties Group zusätzlich beflügelt worden. Das werde sich so nicht zwingend wiederholen.
Im dritten Quartal unterliege das Geschäft der Schwaben zudem saisonalen Risiken: Rund 30 Prozent des Umsatzes in Amerika werde mit öffentlichen Einrichtungen erzielt. Im Normalfall würden diese Budgets insbesondere zum Ende deren Wirtschaftsjahr per Ende September im Wesentlichen investiert. Wie sich dies angesichts der Schulden und Sparvorhaben in den USA nunmehr entwickle, bleibe abzuwarten. Auch würden wichtige Wirtschaftsindikatoren, beispielsweise der Einkaufsmanagerindex, auf eine verhaltenere Entwicklung hinweisen. Im Geschäft von TAKKT zeige sich dieser Index mit einem Verzug von drei bis fünf Monaten.
"Wir sind für das zweite Halbjahr etwas vorsichtiger, wobei wir weiterhin eine positive konjunkturelle Gesamtrichtung erwarten", sage Funck. TAKKT wachse in normalen Wirtschaftszyklen jährlich um rund fünf Prozent organisch. 2011 solle der Umsatz um sechs Prozent wachsen. Der Vorstand habe die Prognose nach oben revidiert, da die ersten sechs Monate dieses Jahres besser als erwartet verlaufen seien. Die EBITDA-Marge solle im gesamten Turnus bei 14 Prozent liegen. Unterstelle man einen Gesamtumsatz von 850 Mio. Euro, würden die Stuttgarter in diesem Jahr operativ gut 120 Mio. Euro verdienen. Die Abschreibungen würden die Experten mit knapp 18 Mio. Euro schätzen.
Abzüglich des Finanzergebnisses von minus acht Mio. Euro und einer Steuerquote von 33 Prozent sollten netto rund 65 Mio. Euro in der Kasse klingeln. Das entspreche auf Basis des Grundkapitals in Höhe von 65,6 Mio. Aktien einem Profit je Aktie von mindestens einem Euro! Keine Sorgen müssten sich die Anteilseigner um ihre Dividende machen.
"Wir haben drei Regeln: Erstens: 30 Prozent vom Jahresüberschuss würden mindestens ausgeschüttet. Zweitens: Es soll nie weniger Basisdividende geben als im Vorjahr. Drittens: Kommt die Eigenkapitalquote an die Obergrenze der Bandbreite zwischen 30 und 60 Prozent oder die Nettoverschuldung sinkt dauerhaft unter 100 Mio. Euro, sind Sonderausschüttungen wahrscheinlich", erkläre Funck. Somit werde die Dividende für 2011 bei mindestens 32 Cent liegen. Das Schöne: Es sei wieder soweit! Die Eigenkapitalquote rücke bis Jahresende "gefährlich" nahe an die Marke von 60 Prozent.
Summa summarum stünden die Chancen für eine Sonderdividende sehr gut. Sollte das der Fall sein, würden die Experten eine Auszahlung von 70 Cent je Aktie erwarten. Vorschlagen, das sei das Recht eines Vorstands im Bezug auf die Auszahlung, werde Funck dem Aufsichtsrat bei TAKKT allerdings keine Dividenden mehr. Er wechsle in Kürze zur Muttergesellschaft Haniel, die mehrheitlich an der Firma beteiligt sei. Er werde eine Dividende sodann nicht vorschlagen, sondern könne sie über den Großaktionär in der Hauptversammlung aktiv mitbestimmen.
Finanziell könne TAKKT eine Sonderauszahlung übrigens locker stemmen. Bei einer Auszahlung von 70 Cent belaufe sich die Ausschüttungssumme auf knapp 50 Mio. Euro. Wie allgemein bekannt, sei das Geschäftsmodell der Schwaben eine Geldmaschine. Funck erwarte in 2011 einen Free Cashflow jenseits der Marke von 50 Mio. Euro. TAKKT erwirtschafte sehr knackige operative Cashflows und habe lediglich Capex in Höhe von circa zehn Mio. Euro. Ergo: Die freien Mittelzuflüsse würden sprudeln!
Strategisch wolle der Versandhändler nicht nur organisch wachsen, sondern auch über Zukäufe. Die Objekte der Begierde würden meistens zwischen 50 und 100 Mio. Euro umsetzen. Eine intensive Konsolidierung unter den größeren Versandhandelsplattformen erwarte Funck derzeit nicht. Somit sei ein größerer Wurf, der das Unternehmen über Nacht in ganz neue Dimensionen hieve, zumindest kurzfristig nicht zu erwarten.
TAKKT, der mit rund 650 Mio. Euro kapitalisiert ist, ist bei Kursen um zehn Euro mittelfristig kaufenswert, so die Experten von "TradeCentre.de". Die Cashflows seien stark und würden seit Jahren überzeugen. Das KGV liege bei zehn für 2011 und die Dividendenrendite könnte in diesem Jahr bei circa sieben Prozent landen, oder aber mindestens bei drei Prozent. (Analyse vom 15.08.2011) (15.08.2011/ac/a/nw) Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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