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Analysen - DAX 100
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13.09.2011
GERRY WEBER hohe operative Marge, strikte Kostendisziplin
Oldenburgische Landesbank
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Oldenburg (aktiencheck.de AG) - Christoph Siebecke, Analyst der Oldenburgischen Landesbank nimmt die Aktie von GERRY WEBER (ISIN DE0003304101/ WKN 330410) neu auf und empfiehlt Bestände aufzustocken.
Die GERRY WEBER INTERNATIONAL AG entwerfe und verkaufe Kleidung für Frauen und Männer. Das Unternehmen vertreibe seine Produkte in Europa und Asien sowohl im klassischen Einzelhandel als auch im Internet. Ganz bewusst habe sich die GERRY WEBER AG von Beginn an auf das hochwertige und hochpreisige Sortiment konzentriert. Über diese Strategie habe das Unternehmen nachhaltig und qualitativ wachsen können. Andere Konkurrenten seien im Umsatz zwar deutlich schneller gewachsen (z.B. Zara), jedoch sei dies häufig zulasten der Marge erfolgt. Nicht so bei den Ostwestfalen, wo das strikte Kostenmanagement und der hochwertige Auftritt stets für eine auskömmliche Gewinnsituation gesorgt habe.
Auch das Jahr 2011 verlaufe gewohnt gut. Der Modekonzern habe die Schlagzahl im zweiten Quartal noch einmal erhöht. Der Umsatz habe im Zeitraum Februar bis April um fast 13% auf 187 Mio. Euro zugelegt, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sei um 26,1% auf 25 Mio. Euro geklettert, wie aus dem Zwischenbericht der Ostwestfalen hervorgehe. Vor diesem Hintergrund werde die Prognose für das Geschäftsjahr 2010/11 (zum 31. Oktober) bestätigt. Avisiert werde ein Konzernumsatz von 700 Mio. Euro und eine Rendite bezogen auf das operative Ergebnis von mehr als 14%.
Im ersten Halbjahr habe GERRY WEBER die EBIT-Marge um über einen Prozentpunkt auf 11,9% ausgebaut. Wachstumstreiber sei einmal mehr das Retailgeschäft mit einem Erlöszuwachs um fast 30% auf 101 Mio. Euro gewesen. Da die Ostwestfalen im Wholesalegeschäft nicht ganz so dynamisch wachsen würden wie mit ihren Einzelhandelsaktivitäten, stehe das Retail-Segment inzwischen für 29,5% des Konzernumsatzes. Demgegenüber sei der Anteil des Segments Produktion und Wholesale auf 69,5% abgerutscht, obwohl die Umsätze um 5,2% auf 236 Mio. Euro zugenommen hätten.
Auch die Auftragseingänge für die siebte Kollektion zur Herbst-/Winter-Saison würden nach den Angaben mit 52,5 Mio. Euro um 28,7% über dem Vorjahreswert liegen. Dabei hätten alle drei Marken GERRY WEBER, Taifun und Samoon Zuwächse erzielt. Die operative Entwicklung werde durch solide Bilanzkennzahlen flankiert. Die Eigenkapitalquote habe sich im Vergleich zum Bilanzstichtag 2010 um fast 10% auf 74,3% erhöht. Investitionen in neue Läden und anderes Anlagevermögen wollten die Ostwestfalen auch künftig ausschließlich aus dem cash-flow finanzieren.
Die GERRY WEBER AG zeichne sich durch ein konjunkturunabhängiges Geschäftsmodell aus. Ein Käuferstreik im anvisierten Kundensegment sei selbst bei einer wirtschaftlichen Abschwächung nicht zu erwarten. Vielmehr wäre eine Fehleinschätzung der Kundenbedürfnisse und stark steigende Rohstoffpreise ein Belastungsfaktor für das Unternehmen. In der Vergangenheit habe man hier aber das richtige Gespür bewiesen.
Die Analysten der Oldenburgischen Landesbank nehmen die GERRY WEBER-Aktie neu auf und empfehlen Bestände aufzustocken. (Analyse vom 12.09.2011) (13.09.2011/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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