|
Analysen - Ausland
|
08.09.2011
France Télécom negative Margenentwicklung und hohe Nettoverschuldung
Oldenburgische Landesbank
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Oldenburg (aktiencheck.de AG) - Christoph Siebecke, Analyst der Oldenburgischen Landesbank AG, stuft die Aktie der France Télécom (ISIN FR0000133308/ WKN 906849) von "halten" auf "reduzieren" herab.
France Télécom sei ein international führender Telekommunikationskonzern der weltweit ca. 186 Mio. Privat- und Firmenkunden in 30 Ländern mit Internet-, Festnetz- und Mobilfunkdienstleistungen versorgt. In Großbritannien hätten Deutsche Telekom (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) und France Télécom beschlossen, die Mobilfunkaktivitäten in einem 50/50-Joint Venture zusammenzulegen. Großbritannien sei nach Frankreich der zweitwichtigste Markt für das Unternehmen mit zuletzt 10% Umsatzanteil. France Télécom sei eine der günstigsten Aktien im Telekommunikationsbereich und biete aktuell eine Dividendenrendite von über 10%.
Wie alle großen Telekommunikationsunternehmen kämpfe auch France Télécom mit ständig sinkenden Preisen und einem intensiven Wettbewerb. Darüber hinaus komme es sehr häufig zu kartellrechtlichen Einschränkungen und Preisvorgaben durch die EU-Institutionen. Aus diesem Grund wollten sich die Franzosen auch von ihrer Schweizer Tochter trennen. Derzeit würden Verhandlungen mit interessierten Investoren laufen. Die Preisvorstellungen lägen bei etwa 1,5 Mrd. Euro. Der Verkauf wäre sicherlich als Erfolg zu werten.
Wie vielen anderen Unternehmen dieser Branche gelinge es immer noch nicht, im ausreichenden Umfang das mobile Internet zu verkaufen. Die Anlaufkosten über die Netzinvestitionen seien hier sehr hoch und der schnelle Preiswettbewerb führe zu sinkenden Margen. So schaffe es auch France Télécom nicht, Umsatzzuwächse in entsprechend höhere Gewinne zu transferieren und so werde für das laufende Jahr ein operatives Ergebnis von 8,5 Mrd. Euro erwartet (-4% ggü. Vorjahr). Der Umsatz solle mit 45,5 Mrd. Euro unverändert bleiben.
Die Kapitalausstattung sei weiterhin sehr solide. Die liquiden Mittel lägen bei 5,08 Mrd. Euro und die Eigenkapitalausstattung betrage rund 33%. Sorgen bereite allmählich die weiter anwachsende Verschuldung, über 2 Mrd. Euro pro Jahr müsse France Télécom an Zinsen zahlen. Die Fremdkapitalkosten lägen derzeit aber noch bei nur 5,35%.
Vor dem Hintergrund der gesunkenen Gewinnerwartungen und der Margenverkürzung sei sogar im schlimmsten Fall mit einer leichten Dividendenreduzierung zu rechnen, wobei hier zu konstatieren sei, dass sogar eine 20%ige Dividendenkürzung immer noch eine Dividendenrendite von 10% auf aktueller Schlusskursbasis bedeuten würde. Dennoch würden die Analysten mit einer unterdurchschnittlichen Performance rechnen.
Trotz der attraktiven Bewertung und der hohen Dividendenrendite stufen die Analysten der Oldenburgischen Landesbank AG die Aktie von France Télécom von "halten" auf "reduzieren" zurück. (Analyse vom 08.09.2011) (08.09.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|