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Analysen - DAX 100
31.10.2011
METRO steht vor einem Neuanfang
Frankfurter Börsenbrief

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Detmold (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Frankfurter Börsenbrief" gehen bei der Aktie von METRO (ISIN DE0007257503/ WKN 725750) auf die Kaufseite.

Das Unternehmen stehe vor einem Neuanfang, das Wertpapier vor dem charttechnischen Ausbruch. Selbstverständlich sei dabei noch sehr viel offen. Aber recht unstrittig sei wohl, dass ein einfaches "Weiter so" keine Option sei.

Der Turnaround starte bei METRO von einem niedrigen Niveau aus - nicht nur im Bezug auf das Papier, sondern auch vor dem Hintergrund der jetzigen Probleme. (Noch-)Cheflenker Eckhard Cordes habe das Restrukturierungsprogramm nicht wirklich abarbeiten können, das im Grunde genommen eine Filetierung von METRO gebracht hätte. Eine mögliche Vertragsverlängerung von Cordes (über Oktober 2012 hinaus) sei vom Tisch. Das Timing für den Abgang dürfte wahrscheinlich auch eine Frage der Abfindungshöhe sein. Man könne jedoch wohl davon ausgehen, dass noch 2011 Schluss für Cordes sei.

Für die Spitze jedenfalls dürfte es letztlich auf eine externe Besetzung hinauslaufen. In jüngerer Zeit habe sich ein Riss zwischen der Familie Schmidt-Ruthenbeck und Haniel angedeutet, die gemeinsam für 50,01% an METRO stünden und bisher im Aktionärsbündnis aufgetreten seien. Gemunkelt worden sei jetzt, dass dieses Bündnis von Schmidt-Ruthenbeck sogar infrage gestellt werde. Der Zwist bezüglich Media-Markt/Saturn schwele noch immer. Die jüngsten Korruptionsermittlungen kämen negativ hinzu. All diese Faktoren seien eingerahmt in der allgemeinen Unsicherheit um die Konjunkturperspektive und was dies für den Konsum und damit das METRO-Geschäft bedeute. Je niedriger jedoch die Erwartungsbasis, umso größer sei das positive Überraschungspotenzial.

Eine Lösung werde jedenfalls her müssen. Zu wichtig sei das Aktienengagement für den Großaktionär Haniel (Anteil 34,24%). Haniel sei mit grob 5,2 Mrd. Euro verschuldet. Die Rating-Agentur Standard & Poor’s habe die Beteiligungsgesellschaft schon auf die Watchlist genommen für eine mögliche Herabstufung. Dies werde man nur schwer heilen können auf kurze Sicht, zu groß seien die Klumpenrisiken im Beteiligungsportfolio. Der Handlungsdruck für Haniel mit ihrer über 250-jährigen Unternehmensgeschichte sei also enorm.

Dazu könnte ein überraschend gutes Weihnachtsgeschäft kommen. Dies wäre gewissermaßen ein Kontrapunkt zur derzeitigen Medien-Stimmungslage, jedoch durchaus möglich.

Die Experten vom "Frankfurter Börsenbrief" gehen also bei der stark ausgebombten METRO-Aktie auf die Kaufseite. Das Kursziel sehe man bei 50,00 Euro. Das Stopp-Loss-Limit sollte bei 27,85 Euro platziert werden. (Ausgabe 43 vom 29.10.2011) (31.10.2011/ac/a/d)



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