Logo
Analysen - DAX 100
23.12.2011
Deutsche Bank zusätzlicher Eigenkapitalbedarf
Sarasin Research

www.optionsscheinecheck.de

Zürich (aktiencheck.de AG) - Rainer Skierka, Analyst von Sarasin Research, stuft die Aktie der Deutschen Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) mit "neutral" ein.

Die Deutsche Bank würde bei Berücksichtigung von gewissen von der EBA vorgegebenen Bewertungskorrekturen sowie unter voller Berücksichtigung "der Basel 2.5 Effekte" eine Core-Tier-1 Kapitalquote von 8,3% ausweisen. Die Deutsche Bank weise gegenüber der EBA-Zielmarke von 9,0% somit eine Kapitallücke von 3,2 Mrd. EUR auf, die bis zum 30.06.2012 geschlossen werden müsse.

Gemäß eigenen Angaben seien in dieser Berechnung keinerlei Gegenmaßnahmen enthalten, welche die Bank seit dem 30.09.2011 vorgenommen habe oder die bis Juni 2012 in Planung seien. Auch seien keinerlei einbehaltene Gewinne zwischen September 2011 und Juni 2012 in den obigen Kalkulationen berücksichtigt.

Aufgrund zusätzlicher Fortschritte im 4Q11 gehe die Deutsche Bank davon aus, dass sie die EBA-Zielmarke von 9% bereits zum 31.12.2011 aus eigener Kraft erreichen und im Jahresverlauf 2012 ihre Core-Tier-1 Kapitalquote weiter stärken werde. Das Kerngeschäft der Deutschen Bank sei somit de facto nicht tangiert. Allerdings sei dieses von der sich abzeichnenden Konjunkturschwäche in Europa betroffen und dürfte kaum zu einer substanziellen Reduktion des Kapitalbedarfs beitragen.

Überraschend habe die Deutsche Bank am 22.11.2011 eine strategische Überprüfung ihres Unternehmensbereichs Asset Management angekündigt, wobei zu den möglichen Optionen auch ein Verkauf gehöre. Explizit von der Überprüfung ausgenommen worden sei lediglich das Geschäft der Fondstochter DWS in Deutschland, Europa und Asien da es ein Kernbestandteil der Bank sei. Offenbar werde mit einem Erlös von mindestens 3 Mrd. EUR bzw. 0,75% der Kundenvermögen gerechnet, was aufgrund der unterschiedlichen Ertragskraft und des Vermögens-Mix realistisch erscheine. Mit dem Erlös könnte die Eigenkapitalquote (Basel 2.5) schätzungsweise um bis zu 0,75%-Punkte verbessert werden.

Wie die meisten Banken bewege sich die Deutsche Bank derzeit in einem Geschäftsumfeld, das schwergewichtig von der Europäischen Staatsschuldenkrise und ihren Auswirkungen, wozu auch die konjunkturelle Abschwächung in Europa zählt, bestimmt werde. Fundamentale Stärken - im Falle der Deutschen Bank würden dazu u.a. die starke Marktstellung in verschiedenen Geschäftsbereichen sowie ihre hohe Ertragskraft zählen - würden dabei in den Hintergrund treten. Allerdings steche bei der Deutschen Bank nach Ansicht der Analysten die zu große Abhängigkeit vom Investment Banking negativ ins Auge.

Deshalb stufen die Analysten von Sarasin Research die Deutsche Bank-Aktie mit "neutral" ein. (Analyse vom 22.12.2011) (23.12.2011/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de