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Analysen - DAX 100
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18.01.2012
Heidelberger Druck Reduzierung der Kostenbasis um 180 Mio. Euro
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Heidelberger Druck (ISIN DE0007314007/ WKN 731400) weiterhin mit "verkaufen" ein.
Das Management der Heidelberger Druckmaschinen AG habe gestern Details zum bereits angekündigten Kostensenkungsprogramm (Fokus 2012) bekannt gegeben. Die Kapazitäten würden stark gekürzt, was die Analysten allerdings aus Kapitalmarktsicht begrüßen würden.
Die Maßnahme stelle in einem von Überkapazitäten gekennzeichneten Markt einen konsequenten Schritt dar: Reduzierung der Mitarbeiterzahl um 2.000 (-13%), Kosteneinsparungen von 180 Mio. Euro, wirksam ab dem Geschäftsjahr 13/14, und damit verbundener Aufwand von bis zu 150 Mio. Euro (cash BHLe: 120 Mio. Euro).
Das Management gehe weiterhin davon aus, dass die Umsätze mittelfristig leicht steigen würden, getrieben durch die Emerging Markets und einem steigenden Bedarf an Verpackungen. Die Insolvenz vom Wettbewerber manroland habe Heidelberger Druck bisher zumindest erste Gespräche mit Druckereien beschert, die vorher ausschließlich auf manroland-Know-how gesetzt hätten.
Bei einem Umsatz von rund 2,55 Mrd. Euro sollte das operative EBIT im laufenden Geschäftsjahr nach Erachten der Analysten zwischen 0 und 15 Mio. Euro liegen. Beim operativen Ergebnis sei zu beachten, dass sich derzeit rund 5.000 Mitarbeiter in der Kurzarbeit befinden würden, was aufs Jahr hochgerechnet ihres Erachtens Kosteneinsparungen im hohen zweistelligen Millionenbereich mit sich bringe.
Dies müsse bei der Einordnung der Kosteneinsparungen von 180 Mio. Euro berücksichtigt werden, denn diese komplett zu dem operativen Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres hinzuzurechnen würde ein zu hohes Ergebnispotenzial nach Beendigung der Restrukturierung liefern. Die Analysten würden davon ausgehen, dass der Markt mittelfristig moderat wachsen werde. Insofern würden sie das angestrebte EBIT-Ziel von 150 Mio. Euro für realistisch halten. In ihrer Rechnung würde dies aber lediglich zu einem EPS von 0,20 Euro in 2013/14 führen.
Durch Kreditzusagen sowie die zuletzt getätigte Kapitalerhöhung sei die Gesellschaft in der Lage, den mit der Restrukturierung verbundenen Cash-Abfluss (BHLe: 100 bis 120 Mio. Euro) zu verkraften. Der Zinsaufwand sollte aber wieder steigen.
Heidelberger Druck habe gestern zudem noch die vorläufigen Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt, die allerdings nur eine untergeordnete Rolle gespielt hätten. Die Zahlen hätten leicht unter den Analysten-Erwartungen gelegen.
Die deutliche Reduzierung der Kapazitäten sei ein notwendiger und konsequenter Schritt. EBIT-Margen zwischen 5% und 6% würden wieder realistisch erscheinen. Bis dahin sei es allerdings noch ein langer Weg. Die Aussicht auf ein EPS von 0,20 Euro pro Aktie in zwei Jahren (KGV von 8,4x) sei keine besonders beeindruckende Zahl. Da die Aktie zudem in den letzten Wochen ohne positiven Newsflow stark habe zulegen können, sehe man das Risiko eines Rückschlages.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bleiben bei ihrer Verkaufsempfehlung für die Heidelberger Druck-Aktie. Das Kursziel werde weiterhin bei 1,30 Euro gesehen. (Analyse vom 18.01.2012) (18.01.2012/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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