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Analysen - Ausland
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30.01.2012
Meyer Burger erwartet schwieriges erstes Halbjahr 2012
Sarasin Research
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Zürich (aktiencheck.de AG) - Martin Schwab, Analyst von Sarasin Research, vergibt für die Aktie von Meyer Burger (ISIN CH0108503795/ WKN A0YJZX) in einer Ersteinschätzung das Rating "neutral".
Meyer Burger Technology AG (Meyer Burger), mit Sitz in Baar, sei in Europa, Asien und den USA tätig und beschäftige insgesamt über 1.500 Mitarbeiter. Ende 2007 seien es noch weniger als 400 gewesen, was Meyer Burgers Wachstumstempo verdeutliche. Dieses Wachstum sei zu einem großen Teil durch getätigte Akquisitionen erfolgt. Meyer Burgers Spektrum an Produkten und Dienstleistungen lasse sich grob in die Produktionsprozesse Wafering, Solarzellen, Solarmodule und Solarsysteme einteilen. Somit decke das Unternehmen die gesamte Photovoltaik-Wertschöpfungskette ab. Die einzelnen Betriebsgesellschaften würden dezentral geführt, wodurch ein Höchstmass an Flexibilität und Profitabilität erreicht werden solle.
Nachdem Meyer Burger in den Anfangsjahren nach dem Börsengang schnell zum Liebling der Markteilnehmer avanciert und die Aktie zwischenzeitlich auf über CHF 40 geklettert sei, sei im vergangenen Jahr - im Zuge der Solarkrise - ein scharfer Rückgang erfolgt. Die Aktie habe innerhalb des Kalenderjahres 2011 knapp 50% ihres Wertes verloren. Für 1H12 sei noch keine Aufhellung in Sicht. Während das Resultat für 2011 noch einigermaßen stabil ausfallen dürfte, sei die Markterwartung für 2012 markant nach unten korrigiert worden. Weitere Revisionen der Gewinnerwartungen könnten in den kommenden Wochen auf dem Kurs lasten.
Auf der positiven Seite sei die von Meyer Burger angewandte konservative "Completed Contract"-Methode zur Verbuchung des Umsatzes zu erwähnen. Die Maschinen würden erst dann als Umsatz verbucht, wenn diese beim Kunden stehen würden und von diesem abgenommen worden seien. In solch unsicheren Zeiten sei dies ein wichtiger Sicherheitsfaktor für die Umsatz- und Gewinnerwartungen. Meyer Burger sei als Premium-Anbieter im Markt etabliert und verfüge über eine grundsolide Finanzierung. Die Eigenkapitalquote habe per Mitte 2011 bei 58% gelegen, zudem verfüge das Solarunternehmen über ein großes Liquiditätspolster von knapp CHF 480 Mio. Die Marktkapitalisierung liege aktuell bei nur gerade 850 Mio. Die Flüssigen Mittel - die knapp 3/5 davon ausmachen - bilden also gewissermaßen einen "Floor" für den bereits arg gebeutelten Aktienkurs, so die Analysten von Sarasin Research.
Das Unternehmen könnte somit problemlos eine längere Durststrecke durchstehen. Langfristig dürfte Meyer Burger gestärkt aus der aktuellen Konsolidierungsphase hervorgehen. Wie andere Exportunternehmen leide aber auch Meyer Burger unter dem starken CHF. Während die (Arbeits-) Kosten zum Grossteil in CHF anfallen würden, werde ein überwiegender Anteil des Umsatzes im Ausland generiert.
Die Bewertungskennzahlen für Meyer Burger auf der Basis 2011E lägen mit den Kennzahlen EV/EBITDA von 3,2x, EV/EBIT von 4,1x und P/E von 7,2x historisch tief. Aktuell seien keine positiven Katalysatoren eines neuen Investitionszyklus erkennbar - weder für die Branche noch für Meyer Burger. Obwohl die weltweiten Solarinstallationen im 4Q11 höher als allgemein erwartet gefallen seien, würden die Analysten dies noch nicht als eine Trendwende erachten. Solange sich aufgrund der Unsicherheit am Endmarkt und der massiven Überkapazitäten die Zellen- und Modulhersteller mit Neuinvestitionen zurückhalten würden, bleibe die weitere Entwicklung für Meyer Burger sehr schwierig vorherzusehen.
Obwohl der Equipment-Hersteller letztendlich gestärkt aus der Krise finden könnte, empfehlen die Analysten von Sarasin Research mit dem Einstieg in Meyer Burger Aktien noch abzuwarten. (Analyse vom 30.01.2012) (30.01.2012/ac/a/a)
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