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Analysen - Ausland
09.09.2002
Barclays neutral
Stadtsparkasse Köln

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Die Aktie der Barclays plc (WKN 850403) ist für die Analysten der Stadtsparkasse Köln eine Halteposition.

Barclays sei die viertgrößte Bank Großbritanniens und unterhalte 2.652 Filialen in über 80 Ländern der Welt. Die Bank gliedere sich in die vier global operierende Geschäftsbereiche Barclay Capital, Barclays Global Inverstors, Barclays Corporate Banking und Barclays Retail Finacial Services.

Die Barclays Bank habe einen Gewinnrückgang im ersten Halbjahr 2002 um 6% auf 1,75 Mrd. GBP gemeldet. Dabei seien die Kreditausfälle um 43% auf 713 Mio. GBP angestiegen. Allein in Argentinien habe man Ausfälle in Höhe von 104 Mio. GBP verzeichnet. Ausgeliehen ins Krisengeschüttelte Land seien zur Zeit 250 Mio. GBP. Argentinien nicht eingerechnet, seien 609 Mio. GBP im ersten Halbjahr zurückgelegt worden, um das Ausfallrisiko abzudecken. Ein weiterer Grund für die Ergebnisverschlechterung sei der Verlust von 37 Mio. GBP im Lebensversicherungsgeschäft, das im letzten Jahr für Neukunden geschlossen worden sei. Die operativen Erträge haben sich gegenüber dem Vorjahr um 3,9% auf 5,755 Mrd. GBP erhöht, die operativen Ausgaben um 3,2% auf 3,047 Mrd. GBP. Auf der Kostenseite sollen bis Ende nächsten Jahres 1 Mrd. GBP eingespart werden, zum Halbjahr seien schon 675 Mio. GBP erreicht worden.

Barclays habe im Privatkunden-, Vermögensverwaltungs-, Kreditkarten- und im Firmenkundengeschäft eine sehr gute Marktsteilung. Mit über 2,7 Mio. Online-Kunden sei sie zudem die größte britische Internet-Bank. Darüber hinaus sei Barclays mit über 10 Mio. ausgegebenen Kreditkarten einer der größten Kreditkartenherausgeber Europas und habe dieses Jahr die Zahl der Neukunden verdoppelt. Auch im Kerngeschäft der Bankengruppe mit Retail-Finanzdientleistungen habe sich vor allem die verstärkte Nachfrage nach Hypothekenkrediten positiv bemerkbar gemacht. Dabei habe das Unternehmen seinen Marktanteil im Hypothekengeschäft von 9% auf 11,4% gesteigert und sei damit zum viertgrößten Player auf dem britischen Markt geworden.

Das Finanzinstitut habe sich zum Ziel gesetzt, den Gewinnanteil seiner Aktivitäten außerhalb Großbritanniens von derzeit gut 20% auf 50% zu erhöhen. Zur Erreichung dieses Ziels werde eine Kombination aus organischem Wachstum, Akquisition, strategischen Partnerschaften und Joint Ventures angestrebt. Nach Aussage des CEO Matthew Barret sehe Barclays insbesondere Kontinentaleuropa als vielversprechenden Markt an. Als potenzielle Wachstumsmärkte kämen Frankreich, Spanien und Portugal für Barclays in Betracht.

Barclays habe für die britische Investmentgruppe Bradford & Bingley 2,5 Mrd. GBP geboten. Vorläufig seien die Übernahmegespräche jedoch wegen der volatilen Aktienmärkte zu einem Stillstand gekommen. Jedoch wollten beide Parteien die Verhandlungen wieder aufnehmen, sobald sich die Lage an den Aktienmärkten stabilisiert habe. Sowohl Barclays also auch Bradford & Bingley wollten sich zu einer Übernahme nicht äußern.

Barclays und die Legal & General Group wollen ihre strategische Allianz auf den Bereich Haus- und Sachversicherung erweitern. Ab dem 01.01.2003 werde die Gresham Insurance Comany Limited, 90%ige Tochter der Legal Insurance Company Limited, diese Versicherungen den Barclays-Kunden anbieten. Bisher hatte Barclays bereits Finanzprodukte wie Sparpläne und Versicherungsprodukte der Legal & General Group ihren Kunden angeboten.

Barclays sei im britischen Markt gut positioniert. Die Aktie sei jedoch nach Einschätzung der Stadtsparkasse Köln fair bewertet, so dass kein größeres Kurspotenzial bestehe. Die Analysten gehen auch davon aus, dass im Falle eines Kapitalmarktaufschwunges eher offensiv ausgerichtete Banken stärker profitieren dürften.

Aus diesem Grund behält das Researchteam der Stadtsparkasse Köln sein Votum "Marketperformer" für die Aktien von Barclays bei.



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