|
Analysen - TecDAX
|
23.02.2012
Pfeiffer Vacuum Review Q4 - Licht und Schatten
Bankhaus Lampe
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Pfeiffer Vacuum (ISIN DE0006916604/ WKN 691660) von "halten" auf "verkaufen" herab.
Am Freitag habe Pfeiffer Vacuum die vorläufigen Zahlen für 2011 vorgelegt. Die Zahlen würden nach Erachten der Analysten ein gemischtes Bild zeigen. Während der Auftragseingang positiv habe überraschen können, habe die Gesellschaft mit Blick auf den Umsatz und das operative Ergebnis die Analysten- sowie die Erwartungen des Marktes verfehlt.
Durch die Akquisition von Adixen würden PPA-Effekte in Höhe von 13,3 Mio. EUR das operative Ergebnis belasten. Für die nächsten Jahre seien rund 7 Mio. EUR p.a. zu erwarten. Die EBIT-Marge (vor PPA) habe im Q4 aufgrund des schwächeren Umsatzes, Währungseffekten und weiteren Integrationskosten (-2 Mio. EUR in Q4) mit 11,6% deutlich unter dem Niveau der Vorquartale gelegen (14% bis 16%).
Positiv hervorzuheben sei der Auftragseingang. Nachdem die Analysten seit dem Q1 mit 152 Mio. EUR einen stetigen Rückgang bis auf 110 Mio. EUR im Q3 gesehen hätten, habe im Q4 eine leichte Trendwende auf 113 Mio. EUR eingesetzt. Auch das Jahr 2012 sei angabegemäß zufrieden stellend angelaufen. Allerdings dürfe dabei nicht vergessen werden, dass der Markt für dieses Jahr einen Umsatz von rund 500 Mio. EUR erwarte, also 125 Mio. EUR pro Quartal. Um die Erwartungen zu erfüllen, benötige Pfeiffer Vacuum folglich in den nächsten Quartalen weitere Verbesserungen im Auftragseingang.
Die Integrationsaufwendungen von Adixen sollten sich in 2011 auf rund 4 Mio. EUR belaufen haben. Bereinigt um diese Effekte habe die EBIT-Marge damit bei rund 15,4% gelegen. Das mittelfristige Ziel liege bei 20%. Die Synergien aus dem Kauf von Adixen sollten sich nach Erachten der Analysten zunächst in Grenzen halten. Positive Effekte sollten eine ertrags- statt bisher umsatzorientierte Incentivierung der Adixen-Vertriebler sein sowie Cross-Selling-Potenziale haben.
Ihre Margenerwartung für 2012 ff. hätten die Analysten zwar leicht erhöht [2012: 15,0% (13,9%); 2013: 15,4% (15,0%)], würden aber derzeit mittelfristig keine EBIT-Marge von 20% erwarten. Dadurch würden sich ihre EPS-Schätzungen (vor PPA) für 2012 um 8% und für 2013 um 2,5% erhöhen. Unter Berücksichtung der PAA-Effekte würden diese allerdings sinken.
In der Vergangenheit habe die Aktie bei einem durchschnittlichen KGV von 15x, allerdings bei deutlich höheren Margen (rund 25%) und einem weniger zyklischen Geschäft notiert. Insofern würden die Analysten die aktuelle Bewertung als hoch erachten (ber. KGV von 17x für 2012 bzw. 16x für 2013). Sie würden dazu raten, Gewinne mitzunehmen.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die Pfeiffer Vacuum-Aktie von "halten" auf "verkaufen" zurück. Das Kursziel werde von 65,00 EUR auf 70,00 EUR angehoben. (Analyse vom 23.02.2012) (23.02.2012/ac/a/t)
|