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Analysen - Neuer Markt
15.11.1999
Fabasoft Interview
Finance-Online

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Das Interview mit Leopold Bauernfeind, Vorstand der Fabasoft AG (WKN 922985), wurde von unserem Kooperationspartner Finance-Online geführt.

Finance-Online: Herr Bauernfeind, die Fabasoft AG ist auf dem Gebiet der CRM-Software (Customer Relationship Management) tätig. Wie genau erfolgt die Realisierung des CRM-Ansatzes durch die Software?

Herr Bauernfeind:
Wir sind ein reiner Technologielieferant. Unser Produkt ist die Software Fabasoft Components. Es handelt sich hierbei um ein vollkommen objektorientiertes System. D.h. der Kunde sieht nur diejenigen Komponenten, die er für seine Bedürfnisse benötigt. Wie bieten Lösungen im Bereich Front-Office, klassischen Sales for Sortimation, Komponenten Service Management, HelpDesk, sowie Kompend Management an.

Finance-Online: Welche Prozesse unterstützt die Software, d.h. wie wir sie im Unternehmen eingesetzt?

Herr Bauernfeind:
Sie unterstützt grundsätzlich den systematischen Einsatz von Ressourcen. Sie ermöglicht also eine effizienterer Nutzung von bestehenden Ressourcen. Sowohl auf der Vertriebsseite, als auch auf der Vertriebsseite, so daß ich mit meinen Vertriebsmitarbeitern als auch mit einem Call-Center mehr Neugeschäft generieren kann. Die Software unterstützt den gesamten Prozess von der Kundenakquise bis hin zum Abschluß aber auch die Seite der Geschäftsbetreuung.

Finance-Online: Welche Kunden werden von Ihnen fokusiert?

Herr Bauernfeind:
Primär größere Unternehmen in den Bereichen Telekom, Energie und Medien. Einigen Einsatzbereiche liegen im Private Banking als auch in anderen Finanzdiensteleistungsbereichen. Und ein ganz interessantes Segment, welches eher untypisch ist für CRM-Anwenungen, ist Gouvernement. Wir bringen also diese CRM Technologie auch in den Einsatz für öffentliche Auftraggeber. Der Thematik der Zufriedenheit des Bürgers mit der Verwaltung wird damit Rechnung getragen. Anwendungsgebiete sind dort zum Beispiel die Durchführung von Behördengänge über ein Online-System.
Der politische Druck, mehr aus den Steuergeldern zu machen ist europaweit vorhanden. Andererseits müssen die Head-Counts in den Verwaltungen gesenkt werden. Damit ist bereits ein ganz natürlicher Bedarf vorhanden, mit Automatisierung etwas zu bewirken.

Finance-Online: Wie schätzen Sie die Marktentwicklung des Marktes ein, in dem Sie gerade tätig sind?

Herr Bauernfeind:
Wir profitieren direkt vom Wachstum der e-commerce Branche, da e-commerce ein ganz wichtiger Treiber solcher integrierten CRM-Systeme ist. E-commerce ist ein ganz neuer Geschäftskanal, der aber auch in Einklang gebracht werden muß mit den anderen auch traditionellen Mechanismen und Arten mit den Kunden in Kontakt zu treten. Beispielsweise ist die Vernetzung der direkten Kundenbetreuung mit Geschäftsvorgängen die über das Internet abgewickelt wurden.

Finance-Online: Wo liegt dann der Ansatz der Fabasoft-Produkte. An welcher Stelle dieser Prozesskette erfolgt dann der Einsatz Ihrer Technologie?

Herr Bauernfeind:
Wir haben in der Software geeignete Schnittstellen, um eine Anbindung an andere Systeme, vor allem ERP-Systeme, zu gewährleisten. Beispielsweise haben wir eine zertifizierte Archivlink-Schnittstelle zur R3-Software von SAP, d.h. ein sehr großer Teil unserer Projekte sind verbunden mit Systemintegration. Aus diesem Grund haben wir in unserer Software schon dementsprechende Vorkehrungen getroffen.

Finance-Online: Wie erhalten Sie Feedback zur Weiterentwicklung Ihrer Software?

Herr Bauernfeind:
Wir haben direkte Online-Support Programme, WebSupport Desk u.ä. in der Software implementiert, auf der anderen Seite sind wir durch unsere Consulting Gruppe in der Lage auf spezifische Kundenwünsche einzugehen. Andererseits liegt die Projekthoheit allerdings bei den Systemintegratoren, die für die Implementation des Systems verantwortlich zeichnen.

Finance-Online: Der Börsenkurs der Fabasoft Aktie gibt aufgrund der zurückliegenden Entwicklung für Anteilseigner Anlaß zur Freude. Ist der Kurs der Aktie noch fundamental begründet?

Herr Bauernfeind:
Der Kurs entsteht natürlich am Markt. Das Management kann dazu leider keine Stellung nehmen. Allerdings sind vom Fundamentalen her gut abgesichert. Wir glauben, daß unser Geschäftsmodell sehr sehr klar ist. Denn wir sind ein reiner Technologielieferant, wir bauen Software für einen ganz spezifischen Bereich und auch nur hier in einem ganz bestimmten Segment, nämlich Großkunden, im Umfeld Gouvernement, Telekom und Energiedienstleister, die ja gewisse Ähnlichkeiten haben. Und da liegt ein ganz klarer Fokus: Reines Softwaregeschäft , kein Projektgeschäft. Damit sind wir ganz klar positioniert.
Die Phantasie im Kurs resultiert möglicherweise aus den zurückliegenden Übernahmen von Global Playern wie Clarify oder Ventis, die zu enormen Bewertungen übernommen wurden.

Finance-Online: In welchen Bereichen soll das zukünftige Wachstum des Unternehmens erfolgen. Wann expandieren Sie ins europäische Ausland?

Herr Bauernfeind:
Das Ziel ist natürlich die Erweiterung unserer Aktivitäten auf die europäischen Länder. Wir haben gleich nach dem Börsengang die Gesellschaften in Schweden in der Schweiz und in Großbritannien gegründet, die dieses Jahr noch produktiv werden. Nächstes Jahr erfolgt dann die verstärkte Expansion in die anderen europäischen Länder. Ansonsten bleiben wir allerdings klar auf unserer Schiene und erweitern unsere Aktivitäten nur im europäischen Bereich.


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