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Analysen - DAX 100
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15.03.2012
E.ON-Aktie: Konzern treibt internationale Expansion voran
Frankfurter Tagesdienst
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www.optionsscheinecheck.de
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Detmold (www.aktiencheck.de) - Die Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" wagen ein Engagement in der Aktie von E.ON (ISIN DE000ENAG999/ WKN ENAG99).
Dies sei eine Premiere der unerfreulichen Art. Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte habe der Energieversorger zum Abschluss eines Geschäftsjahres unter dem Strich einen Fehlbetrag ausweisen müssen. Mit 2,21 Mrd. EUR sei dieser auch nicht gerade klein ausgefallen. An Ursachen dafür mangele es nicht. Vor allem die im Zusammenhang mit Fukushima stehende Abschaltung zahlreicher Atomkraftwerke, sowie die Einführung der Steuer auf Kernbrennstoffe hätten sich negativ auf das Ergebnis ausgewirkt. Auch im Gasgeschäft seien keine Fortschritte erzielt worden. Alleine die Abschaltung der Kernkraftwerke Isar 1 und Unterweser sowie die Brennelemente-Steuer hätten den Konzern mit 2,5 Mrd. EUR belastet.
Das EBITDA schloss im Jahr 2011 bei 9,29 Mrd. EUR und habe damit rund 30% unter dem Ergebnis des Vorjahres gelegen. Der Überschuss sei um 49% auf 2,5 Mrd. EUR abgesackt, die Konsensschätzung, die bei 2,36 Mrd. EUR gelegen habe, sei jedoch klar übertroffen worden. Der Rückgang beim Überschuss werde Auswirkungen auf die Dividende haben. Nachdem die Anleger im vergangenen Jahr noch eine Ausschüttung von 1,50 EUR je Anteilsschein ihr Eigen hätten nennen können, werde man sich in diesem Jahr mit 1 EUR je Aktie begnügen müssen. Dass die Anleger mit dieser Sachlage gelassen umgehen würden, dürfte dem Ausblick geschuldet sein, den das Management gegeben habe. Schon im laufenden Geschäftsjahr solle es demnach wieder bergauf gehen. In Bezug auf das EBITDA liege E.ONs Zielkorridor bei 9,6 bis 10,2 Mrd. EUR. Der Überschuss solle sich zwischen 2,3 und 2,7 Mrd. EUR einpendeln. Auch die Dividende solle wieder zulegen, anvisiert werde ein Wert von 1,10 EUR je Aktie.
Als eine wichtige Säule des Aufschwungs würden Kostensenkungen angesehen. E.ON ziele auf ein jährliches Sparvolumen von 1,5 Mrd. EUR. Stellenstreichungen würden einen elementaren Beitrag liefern, um diese Größenordnung darzustellen. Von den vorhandenen 80.000 Arbeitsplätzen solle mehr als jeder achte entfallen, allein in Deutschland stehe die Streichung von 6.000 Stellen auf der Agenda. Auch die internationale Expansion wolle man vorantreiben. Ein Engagement in Brasilien stehe unmittelbar bevor, auch für die Türkei und Indien habe E.ON Pläne in der Schublade. Neue Märkte und eine Diversifikation des Geschäftsmodells sollten zur Rückkehr auf die Erfolgsspur beitragen. Nach Meinung der Experten sähen die Chancen dafür nicht schlecht aus.
Die Aktie habe das Tal der Tränen bereits im September des vergangenen Jahres durchschritten. Für die Experten stehe außer Frage, dass sich die E.ON-Aktie langfristig auf einem deutlich höheren Niveau ansiedeln werde. Unklar bleibe für sie jedoch die Geschwindigkeit, mit der das Papier seinen Weg gehen werde. Mit einem Plus von rund einem Drittel habe sich die Aktie des Wettbewerbers RWE (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) seit Jahresbeginn deutlich stärker entwickelt als die Papiere von E.ON (+ 9%).
Die Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" erwarten, dass sich diese Lücke in den kommenden Wochen nach und nach schließen wird und wagen ein Engagement in der E.ON-Aktie, das sie bei 15,75 EUR absichern. (Ausgabe 42) (15.03.2012/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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