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Analysen - Nebenwerte
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15.05.2012
NORMA Group-Aktie: Auftragssituation ist solide
Warburg Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Hamburg (www.aktiencheck.de) - Christian Cohrs, Analyst von Warburg Research, stuft die NORMA Group-Aktie (ISIN DE000A1H8BV3/ WKN A1H8BV) weiterhin mit dem Votum "kaufen" ein.
Nach der Veröffentlichung der Q1/12-Ergebnisse habe eine Telekonferenz mit dem Management stattgefunden, auf der die Zahlen und das Geschäftsumfeld näher beleuchtet worden seien. Wichtige Erkenntnisse seien dabei gewesen:
Die Auftragssituation sei solide. In Q1 habe sich der Auftragsbestand um weitere 4% gegenüber dem Vorquartal verbessert und liege nun bei EUR 228 Mio. Damit verfüge das Unternehmen über eine gute Visibilität für die kommenden fünf Monate.
Das schwache EMEA-Geschäft sei durch die Rezession in den südeuropäischen Märkten bedingt worden. Mit einem gegenüber dem Vorjahr wachsenden Geschäft sei Deutschland eine positive Ausnahme gewesen; das regionale Segment habe unter der schwachen Performance in Südeuropa gelitten. Der EMEA-Anteil am Konzernumsatz habe sich gegenüber Q1/2011 um 5 PP auf 62% verringert.
Der Engpass bei Polyamid 12 scheine dem Management keine Sorgen zu bereiten. Es handle sich um einen industrieweiten Engpass nach der Explosion einer Evonik-Fabrik (in Marl, Deutschland) vor einigen Wochen im April. Polyamid 12 werde für die Produktion von Schläuchen verwendet, sodass ein Teil von NORMAs Fluidsystemaktivitäten von der Verknappung betroffen sei (die insgesamt 27% vom Konzernumsatz ausmachen würden). Nach Angaben des CEO würden die Vorräte noch bis Ende Mai reichen und das Management befinde sich in vielversprechenden Gesprächen mit Kunden und Lieferanten über eine Lösung für dieses Problem (z.B. eine Veränderung der Materialformel) für die Zeit danach.
Die neu akquirierte Connectors Verbindungstechniken biete ein gutes Synergiepotenzial. Im letzten Jahr habe das Unternehmen einen Jahresumsatz von ca. EUR 14 Mio. generiert. Es bediene die pharmazeutische und biotechnologische Industrie, sodass NORMA damit Zugang zu einer Kundengruppe erhalte, mit der man zuvor noch nicht in Kontakt gewesen sei. Angesichts der breiten Produktpalette und Erfahrung von NORMA, sollte es Raum für Cross-Selling geben. Zudem sollten sich Synergien im Rahmen eines besseren Marketings über NORMAs globales Vertriebsnetzwerk heben lassen.
Möglicherweise gebe es mehr M&A in der Pipeline. Das Management befinde sich in Gesprächen mit mehreren potenziellen Zielen. Dabei handle es sich üblicherweise um Unternehmen im Familienbesitz ohne Nachfolger oder Möglichkeiten zur Internationalisierung des Geschäfts. Entsprechend sei die Transaktionsgröße in Bezug auf den Umsatz eher niedrig. Allerdings könnten zwei bis drei Deals leicht zu einem zusätzlichen Umsatz von EUR 40 bis 50 Mio. führen und damit das Umsatzwachstum um 8% ankurbeln. Mit einer revolvierenden Kreditlinie von EUR 100 Mio. und einem soliden FCF-Potenzial sei die Finanzierung von Akquisitionen kein Problem. Die historischen M&A-Multiplikatoren hätten bei einem EV/adj. EBITA von 5,5x nach Synergien gelegen.
Die neuen Prognosen würden eine etwas höher als erwartete Geschäftsdynamik sowie M&A bedingte Konsolidierungseinflüsse berücksichtigen. Bei der Bottom Line habe sich die Analystenprognose 2012e kaum verändert. Der EPS-Anstieg für 2013e und darüber hinaus reflektiere den antizipierten Ergebniszuwachs durch den jüngsten M&A-Deal. Das neue Kursziel laute EUR 22,50 (alt: EUR 21,50) und reflektiere damit den DCF-basierten fairen Wert.
Die Analysten von Warburg Research raten die Aktie der NORMA Group weiterhin zu kaufen. (Analyse vom 15.05.2012) (15.05.2012/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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