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Analysen - Ausland
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27.07.2012
Boeing-Aktie: Unternehmen bleibt optimistisch
Frankfurter Tagesdienst
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Detmold (www.aktiencheck.de) - Die Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" bleiben bei der Aktie von Boeing (ISIN US0970231058/ WKN 850471) zunächst einmal Zuschauer, liegen jedoch auf der Lauer.
Dass die Geschäfte der Flugzeugbauer zurzeit kaum besser laufen könnten, sei keine bahnbrechende Neuigkeit. Auffällig sei aber die skeptische Haltung der Investoren gegenüber der Aktie, trotz der zahlreichen positiven Wasserstandsmeldungen in den letzten Monaten. Unter dem Strich habe der Titel seit Jahresanfang stagniert.
Im zweiten Quartal habe der Konzern ein Umsatzplus von 20% auf 20 Mrd. USD erzielt. Der Gewinn habe um 2,8% auf 967 Mio. USD zugelegt. Von April bis Juni habe man 150 Verkehrsflugzeuge ausliefern können - 27% mehr als im Vorjahr. Im Gesamtjahr wolle man bis zu 600 Maschinen ausliefern.
Die Bedenken der Investoren dürften darauf zurückzuführen sein, dass das Unternehmen nicht nur mit Passagiermaschinen Geld verdiene, sondern ein deutlicher Anteil des Umsatzes mit dem Verkauf von Militärflugzeugen gemacht werde. Im Hinblick auf die klamme Haushaltslage in vielen Ländern sei hier auf absehbare Zeit von einem rückläufigen Auftragseingang auszugehen. Allerdings habe der zivile Bereich diesen negativen Effekt in der jüngeren Vergangenheit mehr als ausgleichen können. Im zweiten Quartal habe der Konzern rund 60% des Umsatzes im Zivilflugzeuggeschäft generiert.
Das Unternehmen habe in den letzten Monaten viele weitere Großaufträge einsammeln können. Am Mittwoch habe das Management mitgeteilt, dass die mexikanische Fluggesellschaft Aeromexico über 100 Flugzeuge bestellt habe. Man habe zehn Maschinen des Typs 787 sowie 90 Maschinen der Baureihe "737 Max" geordert. Der Listenpreis betrage 11 Mrd. USD.
Was den Kampf gegen den europäischen Erzrivalen Airbus anbetreffe, würden die Anzeichen dafür sprechen, dass Boeing erstmals seit langen Jahren wieder mehr Flugzeuge ausliefern werde als der Konkurrent.
Nach dem guten Quartalsergebnis habe das Boeing-Management die Jahresprognose erhöht. Man rechne nunmehr mit einem Umsatz zwischen 79,5 und 81,5 Mrd. USD. Bisher seien 80 Mrd. angekündigt worden. Der Gewinn solle sich bei 4,40 bis 4,60 USD je Anteilsschein einpendeln. Bislang seien 4,15 bis 4,35 USD je Aktie prognostiziert worden.
Dem Konzern kämen die glücklichen Umstände zurzeit von fast allen Seiten zugeflogen. Man könne in den Verkaufsgesprächen im Hinblick auf die starke Nachfrage höhere Preise aufrufen, ohne die Kunden zu verprellen. Zu einem - wenn auch beherrschbaren - Problem könnte im Laufe des Jahres die Dollar-Stärke werden. Hier sei es abzuwarten, wie sich die Devisenkurse in den nächsten Monaten entwickeln würden. In Bezug auf die Aktie, die die Experten im Grunde genommen als ein attraktives Investment ansehen würden, sei ein gutes Gespür für den richtigen Einstiegszeitpunkt gefragt.
Die Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" bleiben bei der Boeing-Aktie zunächst einmal Zuschauer, liegen jedoch auf der Lauer. (Ausgabe 114 vom 26.07.2012) (27.07.2012/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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